Ich schlief tief und fest und merkte deshalb nicht, dass jemand in mein Zimmer kam. In meinem Traum rannte ich gerade durch die Schule und suchte vergebens nach Conor.
Doch dann packte mich jemand an den Füßen und zog mich halb aus meinem Bett heraus, was mich jedoch erst aufwachen ließ, als mein Hintern schon halb aus dem Bett baumelte.
Noch ehe ich die Augen ganz auf hatte, zog ich mich panisch zurück ins Bett. Dabei richtete ich mich irgendwie gleichzeitig auf und starrte mein Gegenüber entsetzt an.
„Sag mal spinnst du, Dad?“, fragte ich im Adrenalinrausch, der durch die Panik und Ungewissheit, wer an mir zerrte entstanden war.
„Das habe ich schon immer, wenn du es in dem Sinne meinst, dass ich verrückt bin. Falls du das Spinnen selbst meinst, das mit dem Weben verwandt ist, dann nein, das kann ich nicht“
Wäre ich jetzt einigermaßen wach und schon fit im Kopf, hätte ich auf diesen schwachen Versuch sicher etwas erwidert oder mitgelacht. Doch unter den gegebenen Umständen starrte ich ihn nur verständnislos an.
„Du weißt schon, das Webrad. Weben. Spinnen“, feixte er. Er hatte meine offensichtliche Verwirrung wohl bemerkt.
„Och ich bitte dich, Dad!“, sagte ich und fuchtelte wild die Arme in die Luft. „Du hattest schon bessere Witze auf Lager!“
„Ja, aber da bin ich vorher auch nicht von meiner Tochter fast zertrampelt worden!“, lachte er.
„Wo wir wieder bei der Frage wären, warum du mich aus dem Bett ziehen wolltest!“ Mit einer hochgezogenen Augenbraue sah ich ihn an.
„In der Küche hing ein Zettel! Da stand irgendetwas mit Conor und ich solle dich um zehn Uhr strecken. Mehr konnte ich nicht entziffern! Ihr habt das mit dem Feiern von Conors kommenden Vertrag wohl etwas übertrieben, oder?“, neckte er mich.
„Wecken, Dad!“, sagte ich. „Da stand du sollst mich um zehn Uhr wecken! Nicht strecken!“
„Oh, jetzt macht das alles auch etwas mehr Sinn!“, gestand er und wuselte sich mit der Hand durch die Haare. „Aber du hättest auch einfach lesbarer schreiben sollen!“
„Das sagt der Richtige!“, kicherte ich. Die Schrift meines Vaters war grundsätzlich ein Desaster. „Aber du hast Recht, ich war dank ein paar Drinks zu viel wohl nicht mehr ganz allein in meinem Kopf!“
„Das dachte ich mir schon!“, grinste er und überhörte gekonnt meinen Hinweis auf seine eigene Schrift.
„Warte! Was?“, quietschte ich aufgeregt auf.
„Das dachte ich mir schon, sagte ich!“, wiederholte er sich.
„Nein, das meine ich nicht!“, plapperte ich drauf los und sprang aus dem Bett. „Es ist schon zehn Uhr!“
„Guten Morgen, Schatz, das sage ich dir schon die ganze Zeit!“, lachte er.
„Ich muss mich fertig machen und los!“, rief ich von meinem Kleiderschrank aus und versank dann mit dem Oberkörper in der Kleidermasse.
„Wo geht’s denn hin?“, fragte mein Vater, der sich offensichtlich reichlich über mein Herumwuseln amüsierte.
„Con und Anth wollen heute wieder einen Song aufnehmen und ich soll filmen und die Videos schneiden!“, grinste ich und schon verschwand ich in mein Badezimmer.
Das Pinkeln, Duschen, Zähneputzen und Haare fönen beanspruchte so viel Zeit, dass ich direkt danach schon los musste und keine Zeit mehr für Make-up blieb.
„Wir sehen uns heute Abend, Dad!“ Verabschiedete ich mich mit einem Kuss auf seine Wange und schon lief ich Richtung Haustür.
„Willst du nicht noch etwas essen?“, rief er mir nach.
„Ich esse einfach bei Con etwas!“, erwiderte ich und schon viel die Tür ins Schloss.
Ich stand vor Conors Tür und klingelte. Es dauerte nicht lang, bis die Tür geöffnet wurde und seine Mutter vor mir erschien.
„Clary, schön dich zu sehen!“, lächelte sie liebevoll. „Sag, wie geht es dir? Ich könnte schwören, du bist schon wieder ein Stück gewachsen!“
„Schön wär’s!“, lachte ich.
„Du hast Recht, wahrscheinlich bilde ich mir das nur ein. Es ist doch immer wieder erschreckend, wie schnell ihr Kinder groß geworden seid!“, plapperte sie freudig drauf los.
„Das sagt mein Dad auch immer!“, sagte ich, nur um irgendetwas sagen zu können.
„Und da hat er vollkommen Recht! Aber was rede ich hier. Du willst sicher zu Conor. Du kennst den Weg ja!“ Sie trat beiseite um mich hindurch zu lassen und schloss die Tür hinter mir.
Ich bedankte mich noch einmal bei ihr und lief dann auf geradem Wege zu Conors Zimmer und klopfte an die Tür.
Keine Reaktion.
Ich klopfte noch einmal.
Wieder war nichts von der anderen Seite der Tür zu hören.
Erneut klopfte ich.
Und wieder kam keine Antwort.
Nun denn, alle guten Dinge waren bekanntlich drei. Und ich habe dreimal geklopft. Das sollte ja wohl reichen. Immerhin konnte er sich schon glücklich schätzen, dass ich überhaupt geklopft hatte. Meistens verplemperte ich meine Zeit nicht mit solch banalen und unnötigen Dingen. Immerhin erwartete er mich ja. Warum sollte man dann überhaupt klopfen?
Ich öffnete dennoch langsam die Tür, um ihm die Chance zu geben mir zuzurufen, dass ich noch nicht hereinkommen solle. Doch es kam weiterhin keine Reaktion.
Ich betrat das Zimmer und sah auf den ersten Blick niemanden. Ich schloss die Tür hinter mir und suchte gleichzeitig mit meinen Augen das Zimmer nach Conor ab. Als mein Blick über sein Bett wanderte, traute ich meinen Augen kaum.
Das konnte doch nicht wahr sein!
Mein Kopf wollte einfach nicht glauben, was meine Augen dort sahen.
Wie konnte er es wagen?
„Conor?!“, flüsterte ich.
So, das ist zwar noch ein wenig kürzer als die sonstigen Kapitel, aber ich wollte unbedingt drei Tage nacheinander updaten, weil ich einiges bei euch wieder gutmachen muss, da ich immer noch ein schlechtes Gewissen habe, dass eine Woche lang nichts kam^^
Was meint ihr, macht Conor da?
Dumdidum :D
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Love Triangle
FanfictionClary könnte nicht glücklicher sein! Sie kennt Conor seit ihrem vierten Lebensjahr und ist nun seit zwei Jahren mit ihm in einer glücklichen Beziehung! Doch er beginnt, seinen Wunsch, Sänger zu werden, zu ernst zu nehmen und vernachlässigt sie immer...