D r e i u n d z w a n z i g

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Song: Feel My Love - Phebe Starr

Langsam, beinahe ängstlich drehte ich mich im Wasser in die Richtung, in die Alexander guckte. Auf einer der perfekt aneinandergereihten Liegen am Beckenrand hatte sich ein Mädchen in unserem Alter im Bikini ausgestreckt, das die gleiche helle Haarfarbe hatte, wie er. Es hielt eine Zeitschrift in den Händen, die es grinsend auf seine Beine sinken ließ.

„Überraschung", flötete sie mit einem Hauch von britischem Akzent, schob sich ihre Sonnenbrille ein wenig die Nase hinab und musterte Alexander prüfend über den Rand hinweg. „Meine Güte, bloß nicht so viel Freude auf einmal."

„Tut mir leid", sprach Alexander perplex. „Deine Überraschung ist dir perfekt gelungen."

Das Mädchen verdrehte seine Augen, schob die Brille wieder hoch und stand schließlich mit anmutiger Leichtigkeit von der Liege auf. Das breite Grinsen kehrte zurück auf ihr Gesicht, als sie die wenigen Schritte zu Alexander überbrückte und ihre dünnen Arme um ihn schlang. Sie war irre schlank, fast schon zu sehr. Ihre Knochen traten vor allem an ihrer Hüfte hervor, lediglich die Rüschen an ihrer karierten Bikinihose schafften es, ihr vermeintliche Kurven zu zaubern. Alexander erwiderte ihre Umarmung sofort.

Verwirrt beobachtete ich die Szene, noch immer in der Mitte des Pools Wasser tretend. Die beiden wechselten einige Worte, die ich nicht verstehen konnte, bis sie sich schließlich wieder voneinander lösten.

Einen Arm in die Hüfte stemmend deutete das Mädchen mit in die Höhe gezogenen, perfekt gezupften Augenbrauen auf mich, jedoch ohne dabei überhaupt zu mir zu sehen. „Willst du uns nicht einander vorstellen?"

„Äh, klar", beeilte Alexander sich zu sagen, mir einen flüchtigen Blick zuwerfend, während ich immer noch wie eine Idiotin im Pool paddelte. Eigentlich war das abgrundtief peinlich. „Kim, das ist Brooke. Lillys Kindermädchen. Irgendwie jedenfalls. Brooke, Kimberly. Meine Schwester."

„Zwillingsschwester", setzte sie hinzu, schenkte mir ihr strahlendes Lächeln. „Sag mal, willst du nicht vielleicht aus dem Pool kommen? Tut mir total leid, ich wollte absolut nicht, dass sowas passiert."

Mein Gesicht lief rot an und endlich schaffte ich es, mich vom Fleck zu bewegen, während ich irgendeine zusammenhangslose Antwort stotterte. Am liebsten wollte ich mich gerade in diesem Pool ertränken.

Während ich dennoch zu einer Leiter schwamm, beobachtete ich, wie Alexanders Schwester ihn mit einem ungläubigen Blick musterte. Ich konnte mir denken, was sie damit sagen wollte: Warum ging er mit dem Kindermädchen auf Tuchfühlung? Ob es jedoch reine Neugier war, die dahintersteckte, oder ein Vorwurf, war mir schleierhaft.

Möglichst würdevoll zog ich mich an der Leiter aus dem Wasser hinaus, aber meine triefenden Klamotten wogen gefühlte Tonnen. Am Beckenrand formten sie binnen Sekunden eine beträchtliche Pfütze. Es kostete mich einiges an Überwindung, nicht sofort von hier zu verschwinden. Ich bildete mir ein, dass das unhöflich gewesen wäre und außerdem wollte ich so klatschnass nicht alleine zurück ins Haus. Ich würde alles volltropfen und Alexander wusste vielleicht eine Möglichkeit, wie das vermeidbar wäre. Oder wenigstens, wie ich Mr und Mrs Parker in diesem Aufzug nicht begegnen musste. Besonders Mrs Parker würde wahrscheinlich einiges dazu zu sagen haben. Gequält verzog ich das Gesicht. Warum hatte das auch passieren müssen?

„Wie wäre es, wenn du deiner Freundin ein Handtuch anbieten würdest?", schlug Alexanders Schwester ihm mit hochgezogenen Augenbrauen vor. „Mit dieser fehlenden Aufmerksamkeit wirst du den Ruf des taktlosen Arschlochs nie los, petit frère."

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