Evy:
Vor Kälte zitternd bleibe ich unter der Strassenlaterne stehen, die ihr spärliches Licht auf den Asphalt vor mir wirft. Der Wind bläht meinen dünnen Pullover auf und streicht unangenehm über meinen Nacken und meinen Rücken. Meine Zähne schlagen klappernd aufeinander, während ich verzweifelt die Arme um meinen Körper schlinge.
Wo bin ich gelandet, verdammte Scheisse?
Leider war es nicht unbedingt die schlaueste Idee von mir, mitten in der Nacht auf Wanderschaft zu gehen und das in einer Stadt, in deren Strassen ich das letzte Mal vor zwei Jahren unterwegs war.
Forschend gleitet mein Blick über die Schilder mit den völlig fremd- klingenden Strassennamen, auf der verzweifelten Suche nach etwas, was mir vertraut vorkommt. Irgendwas. Bitte...
Aber ich finde nichts. Natürlich finde ich nichts.
All die Namen klingen fremd auf meiner Zunge. Die Häuser wirken dunkel und bedrohlich. In einigen von ihnen ist das bläuliche Flimmern eines Fernsehers durch die Scheibe zu erkennen. Und in einigen wenigen leuchten noch ein paar vereinzelte, einsame Lichter. Sie scheinen mich anklagend zu mustern, wie Augen, die mich in der Dunkelheit anstarren. Beinahe anklagend wirken sie und ich weiss nicht, was ich tun soll.
Voller Wut und Verzweiflung drehe ich mich im Kreis herum, auf der Suche nach... irgendwas, bevor ich verzweifelt in die Knie sinke, nichts als den dunklen Asphalt vor Augen: „London, du Scheiss- verfickte Kackstadt!“, schreie ich in die Nacht hinaus, aber niemand antwortet mir. Natürlich.
Wer sollte darauf schon antworten?
Verdammt, es ist so unglaublich kalt. Vor allem der blöde Wind, der mir durch die Kleider, bis auf die Knochen dringt.
Und mir ist bewusst, dass ich alleine nicht Nachhause finden werde, weshalb ich wohl oder übel über meinen eigenen Schatten springen muss. Mir bleiben sonst nur zwei Optionen: Entweder ich wandere so lange herum, bis ich mich wieder zurechtfinde, oder ich erfriere jämmerlich in dieser dunklen Gasse. Und wenn ich ehrlich bin, klingt Beides verdammt Scheisse... Komm schon, Evelyn, du hast sowieso keine Wahl...
Seufzend und jetzt schon peinlich berührt greife ich schliesslich nach meinem Handy und versuche, nicht über die Peinlichkeit dieser Situation nachzudenken, als ich Abbys Nummer wähle.
Ein paar mal klingelt es. Dreimals, viermal, fünfmal.
Komm schon. Bitte, bitte, bitte, nimm ab. Nimm endlich ab. Ich kneife die Augen zusammen und drücke meine halb erfrohrenen Daumen, jedoch bleibt der erlösende Klang ihrer Stimme am Ende der anderen Leitung aus. Stattdessen höre ich nur ihre bescheurte Mailbox. Nein, verdammt...
„Hi. Das ist die Mailbox von Abigail Tompson. Ich hab leider grad keine Zeit, aber lass mir doch einfach ne Nachricht da, aber bitte nicht zu lang, die Mailbox ist scheisse teuer.“
Und im Hintergrund ertönt wie aus dem Nichts Harrys Stimme: „Babe, mit wem redest du da? Hast du mein Hemd gesehen? Das weisse mit den schwarzen Punkten?“ Dann ertönt nur noch schreckliches Geraschel und Abbys Fluchen: „Verdammt Styles, was weiss ich wo dein Hemd ist, bin ich deine Putzfrau oder was?“ und endlich ertönt das erlösende (oder in meinem Fall alles andere als erlösende) Piepen.
Genervt vedrehe ich die Augen. Ich sollte ihr bei Gelegenheit mal sagen, dass sie ihre Mailbox dringend ändern sollte...
Abgesehen davon- Ganz toll, sie geht nicht an ihr Handy. Was soll ich denn jetzt machen?
Wen soll ich denn jetzt anrufen?!
Es bei Harry zu versuchen, kann ich vergessen, denn ich wette, dass er der Grund ist, warum Abbys Handy ausgeschaltet ist...
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Teasing is a Sign of Love
FanfictionSequel von "Teasing is a sign of affection" "Gott, ich habe dich so gehasst damals.", platzt es auf einmal aus ihr heraus. Grinsend und in einem gespielten Ausdruck der Überraschung ziehe ich die Augenbrauen nach oben: „Was, und heute nicht mehr?" ...
