Abby:
"My hands, they were strong
But my knees were far too weak
To stand in your arms
Without falling to your feet" (Adele- Set fire to the rain)
Zusammengesunken sitze ich auf den kalten Steinstufen und versuche verzweifelt, die Schluchzer zurückzuhalten, die sich unbarmherzig ihren Weg durch meine Kehle bahnen.
„Warum denken Frauen immer, dass man über alles reden muss?
...Weil Frauen immer ihr perfektes Happy End wollen und dazu immer nur quatschen wollen, um Komplimente zu bekommen.“
Immer und immer wieder, wie in Endlosschleife, geistern Harrys Worte durch meinen Kopf. Er findet es also Scheisse, dass ich lieber mit ihm reden würde, statt mit ihm zu schlafen?! Ach verdammt, warum kann ich dieses Gefühl nicht mehr abschalten, nicht mehr gut genug zu sein? Und warum macht mich diese lähmende Angst nur so unausstehlich? Warum bin ich nur zu so einer ekelhaften Zicke geworden, die ihre Freunde in einem fort zur Schnecke macht? Ich wollte nie so sein- Nie so eines dieser Mädchen...
Ich kann mir kaum noch selbst in die Augen sehen, so verabscheuenswert finde ich mich selbst...
Alles, was ich brauche, ist ein bisschen Verständnis. Warum kann er mir nicht EINMAL ein bisschen entgegenkommen? Nur einmal? Und wenn es nur ein klitzekleines bisschen ist. Ich brauche Harry nun einmal, das ist eine Tatsache, an der es für mich nichts zu rütteln gibt!
Mit starrem Blick sehe ich in die Wand aus Regen hinaus, die sich vor mir auf die Terasse ergiesst und freue mich mit einem mal über das Dach, über den kalten Stufen. Von Unten dringt so langsam die Kälte in meine Glieder...
Fröstelnd ziehe ich die Ärmel von Harrys Pullover über meine klammen Finger. Dann ziehe ich den Ausschnitt der weichen Wolle über meine Nase und atme tief seinen vertrauten Geruch ein, während ich die Augen schliesse...
Ich drehe mich nicht um, als die Balkontür hinter mir leise aufgestossen wird.
„Was willst du?“, frage ich stattdessen nur giftig. Ich habe keinen Bock zu reden. Und ich weiss, dass ich schon wieder ziemlich unausstehlich und gemein bin, aber seltsamerweise ist mir das egal. Dann bin ich eben mies, na und? Ich bin nicht der Einzige Mensch auf der Welt, der keine Freunde hat, denke ich trotzig.
„Hey Motzkowski.“, antwortet Evy unbeeindruckt und lässt sich seufzend neben mir auf den Steinstufen nieder. Trotzig starre ich weiterhin geradeaus, in den Regen: „Wenn du reden willst, kannst du gleich wieder reingehen.“, sage ich spitz. Ich will nicht reden. Ich will mich nicht fühlen, wie das Sorgenkind unserer Gruppe. Ich will nicht... Ich will nicht über die Fehler sprechen, die ich gemacht habe. Denn ich weiss, dass ich scheisse zu Harry war. Das es unfair war, mich zu streiten und damit unseren gemeinsamen Morgen kaputtzumachen. Ich will mich ja auch gar nicht streiten. Ich will ja versuchen, vernünftig zu sein, aber ich kann einfach nichts machen. Ich bin einfach so wütend und ich weiss selber nicht mal genau, wieso eigentlich...
„Schön, hier zu sitzen ist auch cool.“, antwortet Evy neben mir und als ich vorsichtig den Kopf drehe, um sie anzusehen, stelle ich zufrieden fest, dass sie mich nicht ansieht, sondern ebenfalls starr in den regennassen Vorgarten hinausstarrt.
Ich mustere sie kurz, bevor ich genervt die Luft durch die Zähne ziehe: „Warum sind Jungs nur solche Arschlöcher?“, frage ich wütend und ignoriere das kleine Lächeln, dass sich daraufhin auf Evys Gesicht ausbreitet. Sie hat mich doch zum reden gebracht...
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Teasing is a Sign of Love
FanfictionSequel von "Teasing is a sign of affection" "Gott, ich habe dich so gehasst damals.", platzt es auf einmal aus ihr heraus. Grinsend und in einem gespielten Ausdruck der Überraschung ziehe ich die Augenbrauen nach oben: „Was, und heute nicht mehr?" ...
