Abby:
„So vieles ist in uns
Und alles hat seine Zeit:
Geben und Nehmen,
Bleiben und Fortgehen,
Zögern und Handeln,
Schweigen und Reden,
Festhalten und Loslassen,
Eilen und Ruhen,
Glauben und Wissen,
Wachsen und Vergehen.
Glück bedeutet, alles das leben zu lassen,
ein jedes zu seiner Zeit...“ (Jochen Mariss)
Immer wieder gleitet mein Blick zu den digitalen Zeigern meines Weckers.
01:03 Uhr.
02:20 Uhr.
03:09 Uhr.
Es ist 03:09 morgens und eigentlich sollte ich längst schlafen. Aber stattdessen liege ich hellwach- schon seit Stunden. Ich würde so gerne einfach zu Harry hinuntergehen und mich zu ihm aufs Sofa legen. Ich wünschte, ich könnte dort eingekuschelt auf seiner Brust liegen, seine Hände in meinem Haar und anstatt dem Regen auf den Fensterscheiben seinem ruhigen Herzschlag lauschen.
Ohne ihn kann ich nicht schlafen.
Ich kann nicht schlafen- nicht essen, nicht lachen. Nicht mal richtig atmen...
Ich kann einfach nur daliegen und auf einen unsichtbaren Punkt an der Decke starren, so lange, bis sich Tränen in meinen Augen sammeln. Vermutlich würde ich sogar immer noch auf dem Teppichboden unseres Wohnzimmers liegen, hätte mich Liam nicht dort gefunden.
Ich weiss nicht, wie lange ich dort lag, nachdem Harry fortgegangen war. Ich weiss nur, dass sich irgendwann die Tür öffnete und Liam sich beinahe schüchtern in den Raum schob.
Er stellte keine Fragen. Alles, was er tat, war mich sanft bei den Schultern zu fassen und hochzuziehen. Er stellte mich wieder auf die Beine.
Er setzte mich aufs Sofa, als er merkte, dass ich nicht stehenbleiben würde und blickte mir prüfend in die Augen. Aber er sagte nichts. Kein Wort.
Und irgendwann, nach gefühlten Stunden begann ich, mit kratziger Stimme zu reden: „Er ist weg.“, flüsterte ich immer wieder fassungslos. „Er ist weg. Einfach weg.“ Das Harry gegangen war, sich vor dem Vaterwerden drückte- davonrannte, wie ein Feigling und mich verliess- mit seinem Kind in meinem Bauch, machte mich wirklich fassungslos. Ich hätte niemals gedacht, dass er einfach so gehen könnte.
Ich spürte, wie Liam vorsichtig meine Schulter berührte: „Was ist passiert?“, fragte er. „Ich meine... wieso?“
Jetzt war ich es, die nichts sagte. Ich starrte nur auf den Teppichboden zu meinen Füssen. Und irgendwann legte ich eine Hand auf meinen Bauch und sah ihn an. Ich weiss nicht, ob es meine Geste, oder mein Blick gewesen war, der es ihm letztendlich verriet. Aber er hatte verstanden. Liam verstand so vieles, was andere nicht verstanden.
„Abby... du bist doch nicht wirklich schwanger?“, rutschte es ihm heraus und er blickte mich ungläubig an. „Nur... nur ein bisschen.“, presste ich daraufhin hervor und dann begann ich zu weinen.
Und Liam zog mich in seine Arme- wiegte mich, als wäre ich selbst noch ein Kind und nicht, als würde ich eins bekommen.
Ich weiss nicht, wo die Zeit geblieben ist. Keine Ahnung, wer dazwischen alles an meine Tür geklopft hatte. Ich weiss nur, dass der Tag ewig dauerte.
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Teasing is a Sign of Love
FanfictionSequel von "Teasing is a sign of affection" "Gott, ich habe dich so gehasst damals.", platzt es auf einmal aus ihr heraus. Grinsend und in einem gespielten Ausdruck der Überraschung ziehe ich die Augenbrauen nach oben: „Was, und heute nicht mehr?" ...
