A problem shared is a problem halved

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Abby:

Das aufgeregte Piepen meines Weckers lässt mich jäh aus dem Schlaf hochschrecken. Schemenhafte Schatten meines Traumes tanzen vor meinen noch geschlossenen Augenliedern. Ich weiss nicht mehr genau, was ich geträumt habe, aber die seltsame Panik in meiner Magengrube lässt darauf schliessen, dass es nichts besonders Gutes gewesen sein kann.

Träge rolle ich mich auf die anderen Seite: „Mhmm, Harry...“, wispere ich in das düstere Morgen des Zimmers hinein und lasse meine Hand auf seine Seite der Matraze wandern.

Als sie sich im Nichts verliert, trifft mich die Realtität mit einem Schlag wieder und ich bin hellwach. Für einen Moment dachte ich... aber er ist nicht da...

Dumme Nuss! Harry ist nun schon seit zehn Tagen weg und so langsam müsste ich mich daran gewöhnt haben, aber das habe ich nicht. Kein Stück. Im Gegenteil: mit jedem Tag fühle ich mich fremder hier. Das Zimmer ist zu gross für mich alleine, Londons Strassen sind zu grau, die Uni zu langweilig, die anderen zu beschäftigt. Seit Tagen schleiche ich rastlos durch die Wohnung und suche nach jemandem, dem ich auf die Nerven gehen kann. Aber es ist wie verhext- fast so, als würden die anderen mir absichtlich aus dem Weg gehen.

Ich brauche doch nur ein bisschen Ablenkung! Jemanden, der sich mein blödes Geschwätz anhört, mich ein bisschen aufzieht und mir lustige Geschichten erzählt. Jemanden, mit dem ich ein bisschen Streiten kann- jemanden wie Harry...

Ich bin schon die ganze letzte Woche Louisa auf die Nerven gegangen und habe Lux entführt, um mit ihr in den Park, auf den Spielplatz und ins Schwimmbad zu gehen. Das ging auch alles ganz gut und Lux hatte ihren Spass an der Sache, zumindest bis Louisa entschieden hat, dass es mal wieder Zeit für sie wäre, in den Kindergarten zu gehen. Spiesserin...

Grummelnd wälze ich mich ganz auf Harrys Seite hinüber und vergrabe das Gesicht in seinem Kissen. Ganz schwach dringt der Geruch seines Aftershaves in meine Nase. Sehnsüchtig schliesse ich die Augen und atme tief ein. Ich halte solange die Luft an, bis meine Lungen schreien und ich keuchend nach Luft schnappen muss, bevor sie bersten. Und dann bin ich enttäuscht, weil das Kissen nicht mehr nach ihm riecht...

Miesgelaunt erhebe ich mich und streife mir eines seiner ausgewaschen T-shirts über, die gut die Hälfte meiner Oberschenkel bedecken. Dann greife ich nach meinem Handy auf dem Nachttisch. Schmunzelnd öffne ich Twitter, mit den Gedanken ganz bei Harry. Normalerweise öffne ich mein Twitter nur alle paar Monate und ich habe mir schon öfter überlegt, es zu löschen, weil es mich nicht interessiert, was die Leute über mich schreiben. Naja, das ist eigentlich gelogen- es interessiert mich sehr wohl, was die Leute über mich denken. Ich glaube nur, dass es meinem Ego nicht besonders gut tut, das alles lesen zu müssen.

Aber heute mache ich eine Ausnahme. Gerade möchte ich einen Tweet an meinen Freund verfassen, als meine Aufmerksamkeit auf die Flut der Kommentare gelenkt wird.

Ich kann nichts tun. Sie springen mir beinahe entgegen, drängen sich in mein Blickfeld, wollen mit aller Macht beachtet werden. Und sie schaffen es. Sie schaffen es, meine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Worte. Worte wie Messerstiche. Einfache Worte, zusammengesetzt aus harmlosen Buchstaben, die, wenn sie sich sammeln und einen Sinn ergeben, zu Messerklingen werden. Und diese Klingen stechen in meine Brust, graben sich tief in meine Haut und lassen grosse, klaffende Wunden zurück.

„Hey, ist diese Schlampe etwa immer noch mit Harry zusammen?! Ich fass es nicht...!“

„Ey, Tompson- Finger weg von meinem Boy!“

„Harry ist in LA! Endlich bekommt er mal schöne Mädchen zu sehen! Geniess die Zeit in Amerika, Babe xx“

„Habby ist fake! Wann checkt ihr endlich, dass diese Hoe nur seine kleine Scheinfreundin ist?! Es ist dasselbe, wie bei Louis und Eleanor-alles nur gestellt!!!“

Teasing is a Sign of LoveGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt