Niall:
“Darling, hold me in your arms the way you did last night
And we'll lie in sight for a little while
I could look into your eyes until the sun comes up
And we're wrapped in light, in life, in love
Put your open lips on mine and slowly let them shut
For they're designed to be together
With your body next to mine our hearts will beat as one
And we're set alight, we're afire in love”
(Ed Sheeran-afire love)
Unaufdringlich, beinahe wie zufällig, streicht ihr blondes Haar meine Wange. Es fühlt sich seltsam vertraut an. Alles an ihr. Die Wärme ihres Körpers. Ihr leiser Atem, der den vollen Lippen entweicht und mein Gesicht streichelt. Alles an diesem Mädchen ist mir vertraut. Wie Puzzleteile scheinen wir uns zu ergänzen. Ihr Kopf passt perfekt in die Mulde meines Halses.
Ist es so falsch, sie zu lieben?
Denn ihr Körper ist wie mein Gegenstück.
Ich bereue nicht viel in meinem Leben. Aber mein Verhalten heute Abend bereue ich zutiefst. Der Alkohol hat mein Gehirn betäubt, meine Sinne benebelt und die verliebten Paare um mich herum waren jedes Mal wie ein Stich in mein angeknackstes Herz. Und dann ihre Augen- seltsam verhangen vom Alkohol und der Sorge um Abby. Sie hatte beinahe etwas verruchtes an sich. Etwas fremdes, exotisches, geheimnisvolles. Himmel, selbst wenn ich gewollt hätte, hätte ich mich unmöglich von ihr fernhalten können.
Ich habe mir einfach wieder Harrys Worte in Erinnerung gerufen, die er an jenem ungewöhnlich ruhigen Morgen in der Kneipe zu mir sagte: „Sei ein Mann!“ Es ist schon so lange her, dass es mir beinahe unreal erscheint.
Aber heute Abend war ich endlich egoistisch genug, um mich so zu verhalten, wie er es vielleicht längst getan hätte. Und das erste Mal habe ich nicht nur an sie gedacht. Ich war egoistisch, ja, aber alle Menschen sind so. Alle.
Wir werden so geboren, erzogen, mit Egoismus vergiftet, wohin wir auch gehen. Wir können davor nicht davonlaufen. Es wird uns injiziert. Es ist die Sünde, mit der wir leben. Die Sünde, die in der Natur des Menschen liegt.
Und verdammt, ich will sie in meinen Armen halten. Ich wollte immer, dass sie glücklich ist, das wollte ich wirklich. Aber... ich kann einfach nicht mehr. Mag sein, dass mich das zu einem schlechten Menschen macht, aber ich kann nicht mehr. Es fühlt sich an, als wäre heute Abend meine letzte Chance. Einmal noch ihre weichen Lippen berühren, wenn auch nur kurz. Einmal darüber streichen, bevor ich endgültig aus ihrem Leben verschwinde.
Dafür ist es höchste Zeit. Es ist an der Zeit, mich höflich zurückzuziehen und aufzuhören, ihre Beziehung zu ruinieren. Ich mache sie nur traurig und bei Gott, das war niemals meine Absicht. Es war niemals meine Absicht, sie zum Weinen zu bringen. Und ich habe es dennoch geschafft. Und als ihr vorher die Tränen über die erhitzen Wangen liefen, da fühlte ich mich seltsam hilflos. Ich habe mich in diesem Moment so sehr gehasst. So sehr, dass ich mir geschworen habe, endlich aus ihrem Leben zu verschwinden. Sie ist ohnehin besser ohne mich dran.
Und trotzdem- trotzdem sitze ich nun zusammengekauert neben ihr auf dem unbequemen Holzboden und versuche, es wenigstens zu erklären. Zu erklären, wieso ich sie heute Abend so sehr herausgefordert habe.
Woher hätte ich auch wissen können, dass dieses Gespräch in so eine Richtung geht? Dass sie das Antworten würde. Dass gerade diese Worte über ihre Lippen kommen würden. Aber sie sagt es und ich kann mich kaum bewegen, als die Worte geflüstert über ihre Lippen kommen, so geschockt bin ich.
„Ich habe Angst, dich zu verlieren.“
Ich kann mich nicht von ihr fernhalten! Ich kann einfach nicht. Selbst, wenn ich kein Wort mehr mit ihr reden würde, immer am anderen Ende des Raumes sitzen würde und nicht mehr mit ihnen ausgehen würde. In einem Raum voller Menschen würden meine Augen immer nach den ihren suchen. Ich könnte mir einreden, dass ich sie nicht liebe, aber es würde nichts an der Tatsache ändern, dass ihr Gesicht trotzdem das Letzte ist, das ich sehe, bevor ich einschlafe.
Liebe ist nichts, was wir steuern können.
Trotzem versuche ich, die Situation irgendwie noch zu retten.
„Sag das nicht.“, erwiedere ich, als ich ihren Kopf entschlossen von meiner Schulter schiebe. Ich klinge viel zu verbissen. Viel zu hart, aber ich kann es nicht ändern.
Verwirrt hebt sie den Blick, lässt ihn forschend über mein Gesicht wandern, aber ich weiche ihrem Blick aus. „Warum sagst du das?“, fragt sie und auf einmal höre ich Verletzlichkeit aus ihrer Stimme. Sie scheint gekränkt zu sein, dass ich sie derart von mir gestossen habe.
Weil es besser für dich ist, nicht einmal daran zu denken, will ich ihr ins Gesicht schreien. Weil ich dich liebe, aber du mich nicht willst. Weil du Dinge sagst, die du nicht so meinst und ich trozdem neben dir sitze. Die ganze Nacht, wenn es sein muss...
Aber ich sage es nicht. Ich sage gar nichts. Überhaupt nichts. Ich sitze blos da und vergrabe das Gesicht in den Händen. Eine Weile bleibt sie neben mir sitzen, so als würde sie immer noch auf eine Antwort warten, aber als keine kommt, erhebt sie sich schliesslich seufzend.
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Teasing is a Sign of Love
FanfictionSequel von "Teasing is a sign of affection" "Gott, ich habe dich so gehasst damals.", platzt es auf einmal aus ihr heraus. Grinsend und in einem gespielten Ausdruck der Überraschung ziehe ich die Augenbrauen nach oben: „Was, und heute nicht mehr?" ...
