Es ist abends. Nicht Spätabends. Einfach nur so abends. Es ist schon dunkel. Normal für den Herbst.
Liege im Dunkeln im Bett und starre aus dem Dachfenster in den Himmel. Der Sternenhimmel sieht wunderschön aus.
Mir kommen die Tränen. Warum kommen mir Tränen? Ich will jetzt nicht weinen. Kaum habe ich diesen Gedanken innerlich ausgesprochen fange ich prompt an zu weinen. Warum zum Teufel weine ich?!, frage ich mich. Nun allerdings wütend. Ich weine also nun wieder. Grundlos. Oder mit Grund?
Denke daran, weshalb ich sonst weine. Aus Angst. Wegen dem Verlust. Der Einsamkeit. Der Dunkelheit. Ich habe Angst in dieser Dunkelheit. Die Sterne leuchten vom Himmel und sehen dabei so unfassbar genial aus.
Ich muss mehr weinen. Stumm liege ich da und spüre wie meine Tränen in meine Ohren laufen. Ich hasse dieses Gefühl.
Ich hasse Gefühle.
Warum fühle ich mich einsam, nur wenn niemand mit mir ist? Ich bin nur räumlich einsam. Dennoch einsam genug um zu weinen. Ich habe Angst vor dieser Einsamkeit.
Wütend auf mich selbst wische ich mir die Tränen aus dem Gesicht. Ja ich bin wütend. Wütend auf mich. Wie kann ich jemandem sagen, dass ich ihn liebe, geschweige denn mag, wenn ich nicht einmal mir selbst diese positiven Gefühle entgegenbringen kann?
Das Gefühl zu schreien kommt in mir auf. Ich will boxen. Ich will schlagen. Auf dich einschlagen. Auf mich einschlagen. Aus Wut. Aus Zorn. Aus Hass.
Will reden, weiß aber nicht mit wem. Wozu soll ich reden, wenn mir keiner zu hört? Warum sollte ich reden über all das hier in meinem Kopf, wenn mich keiner versteht? Wenn keiner zu gibt, es durch zu machen. Wenn keiner bereit und stark genug ist darüber zu reden.
Alles was ich mir wünsche, egal ob zum Geburtstag oder zu Weihnachten, ist nur, dass ich wieder das alte Ich sein kann. Widersprüchliches Handeln meinerseits jedoch - ich versuche alles um nicht so zu werden wie früher. Ich versuche mich von Grund auf zu ändern. Aber warum? Ich verstehe mich nicht.
Ich verstehe nicht, warum es jemanden interessieren sollte, was in meinem abgedrehten Kopf vor sich geht. Worüber sich ein Waschlappen den Kopf zerbricht. Woran er hängt, was er glaubt, was er vermisst, was ihm schmerzt. Wie er sich fühlt - und ehrlich dazu steht, in dem er es ehrlich sagt.
Ein Waschlappen ist ein alltäglicher Gegenstand im alltäglichen Alltag. Er wird benutzt und man legt ihn wieder beiseite um ihn dann im getrockneten Zustand wieder nutzen zu können. Er liegt herum. So wie immer. Man nutzt ihn. So wie immer. Man sieht ihn an. So wie immer. Alles ist verflucht noch mal so wie immer.
Ich weine viel. Ich weine viel zu viel.
~♡~♡~♡~ Für Dich, denn das Du mich einst so genannt hast sitzt tief und scheint mich nicht mehr verlassen zu wollen. ~♡~♡~♡~
DU LIEST GERADE
Die Sammlung meiner Werke
ContoIn diesem Buch, oder in dieser Sammlung, veröffentliche ich meine Kurzgeschichten. Personen, Orte etc. sind frei erfunden. Alle Werke vom Jahr 2019 sind hier drinnen festgehalten.
