Kapitel 22.4 - Internat

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Nachdem ich Aiden die vergangenen Tage erzählt habe, ist er wieder gegangen und meinte, dass er in ein Paar Tagen wieder vorbei schauen würde. Das wieder rum ist bereits einige Tage her. So lange ist er bisher noch nicht weggeblieben.

Zwischen den Mahlzeiten, wobei ich das Mittagessen öfter ausfallen lies, befand ich mich irgendwo in der Bibliothek. Zaccarias habe ich ein Paar Mal gesehen, aber wir haben nicht mit einander geredet. Bis jetzt.

"Schreibst Du wieder oder liest Du?" fragt er mich und ich blicke von dem Buch zu ihm hinauf. Ich sitze wieder auf dem Boden, mit einem Buch im Schoß. "Teilweise beides." sage ich und entdecke in seinen Augen Neugier. "Darf ich?" fragt er mich um Erlaubnis, da er das Buch haben will. Ich nicke und strecke es ihm entgegen. "Du scheinst Zitate zu mögen." stellt er fest .

"Zitate erlauben mir das zu sagen, wozu ich nicht im Stande bin. Oder etwas, wozu ich mich nicht traue." "Sie erlauben Dir ehrlich zu sein, ohne etwas sagen zu müssen. Verstehe." sagt er, wobei es so klingt, als würde er es eher zu sich selbst sagen, als zu mir. Ich nicke und bin wieder über sein Verhalten überrascht. Andere fanden es bisher kitschig und dämlich, dass ich Zitate sammel. 

Er gibt es mir zurück und fragt mich, in welche Klasse ich gehen werde. "Mir wurde gesagt, dass es Gruppen sind." "Richtig, richtig. Ich nenne sie lieber Klassen. Schließlich sind wir hier auf einem Internat. Nicht in einem Heim." stellt er fest und ich muss ihm etwas Recht geben. "In welcher Gruppe bist Du denn?" "Gestaltenwandler." "Ich auch." sage ich.

"Macht Du es gerne?" fragt er mich. "Was meinst Du?"
"Dich wandeln." Ich schüttel den Kopf. Ich hasste es zu machen. Sowohl das Eine, als auch das Andere. Beide "Gaben" verfluche ich. "Warum nicht?" will er wissen.

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Für S, der mich so oft mit seinem gutherzigen und zerbrochenen Charakter überrascht hat.
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