It slips away and all your money...

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Dean folgte ihr. Sie betraten einen Convenience Store. Hinter der Ladentheke stand ein junger Philippino, er drückte seinen Sohn schützend an sich. Die beiden wurden von einem jungen Weißen mitte Zwanzig mit einer Waffe bedroht.
"Geht das nicht schneller?", herrschte er den Mann an.
"Los, los ,Alter, ich habe nicht den ganzen Tag Zeit."

Der Mann öffnete hektisch seine Kasse, mit der anderen Hand kramte er in einer Schublade unterhalb des Tresens herum.
Er hatte offenbar gefunden wonach er suchte, seine Körperhaltung entspannte sich ein wenig. Mit zitternden Händen hielt er den Revolver und betätigte den Abzug. Der junge Mann schlug auf den Boden auf, er krampfte und Blut floss aus seinem Mundwinkel.
Dean stand einfach nur da und beobachtete das Geschehen.
"Dean", drängte Tessa.
"Er hat schmerzen, richtig?", fragte Dean.

"Ja, worauf wartest du?"
Dean trat an den Sterbenden heran, seine Augen blickten Mitleidlos auf ihn herab.
"Nur noch einen kurzen Augenblick", sagte er mit leiser Genugtuung.
"Dean, dafür haben wir keine Zeit", wiederholte Tessa mit Nachdruck.
Dean beugte sich zu dem Mann herunter und berührte ihn. Sofort hörte er auf zu zucken, seine Augen wurden starr, die Atmung setzte endgültig aus, er war tot.
Sein Geist starrte fassungslos auf den am Boden liegenden Körper.
"Aber warum?"
"Weil du ein Arsch bist", gab Dean zur Antwort. Tessa schüttelte leicht verärgert den Kopf und führte den Jungen weg.

Sein nächstes "Opfer" erkannte Dean bereits von weitem. Ein rundlicher Mann in seinen vierzigern saß auf einer Parkbank und verschlang ein Stück vor Fett triefender Pizza.
"Das riecht ja geradezu nach Herzinfarkt" und kaum hatte Dean es ausgesprochen griff der Mann sich an die Brust und fiel zu Boden.
Dean wirkte peinlich berührt. Auch dieser "Klient" fragte nach dem Grund.
Dean deutete auf die übrig gebliebene Pizza "Lag wohl am extra Käse."
"Ja, aber lecker war es", seufzte der Verstorbene.
"Zeit zu gehen Mann. Gute Reise"
Tessa führt den Geist weg doch der drehte sich noch einmal um.
"Warten Sie! Können Sie mir erklären was das alles bedeutet?"
Dean überlegt kurz "Everything is dust in the Wind."
"Das war's? Ein Kansas Song?", fragte der Mann entgeistert.
"Tut mir leid, er ist neu", entschuldigte sich Tessa.

Der nächste Ort war ein Krankenhaus. Sie liefen den Flur entlang bis Tessa stehen blieb.
"Nach dir Boss"
Dean sah ein kleines Mädchen im Krankenhausbett liegen. Sie trug eine Sauerstoffbrille und wirkte schwach und zerbrechlich.
Neben ihr saß ihr Vater, sie sahen sich ein altes Fotoalbum an. Das Mädchen scherzte darüber, dass man das Foto auf dem sie 6 Jahre alt war verbrennen sollte. Ihr Vater lachte "Du warst so niedlich"

Dean überwältigt von der Szene fragte "Vater oder Kind?"
"Das Kind", gab Tessa zur Antwort.
Dean schloss die Augen,
"Komm schon, sie ist vielleicht 13."
"Sie ist 12."
"Hat er außer ihr noch Familie?", fragte Dean, den Blick noch immer auf die beiden gerichtet.
"Nein, nicht wirklich", antwortete Tessa.
Dean verließ das Zimmer.
"Das ist ja echt super", sagte er aufgebracht.
"Was? Dachtest du, es wären immer nur bewaffnete Räuber und Herzinfarkte?", fragte Tessa entnervt.
"Sie ist 12", argumentierte er.
"Sie ist schwer Herzkrank", erklärte Tessa kurzum.
Dean sah durch das Fenster erneut zu dem Mädchen.
"Wer ist der nächste auf der Liste?", fragte er ausweichend.
"Dean, du musst es tun!"

"Sagt wer?"
"Der Tod", sagte der Sensenmann nüchtern.
"Ich bin der Tod", erinnerte Dean.
"Du weißt was ich meine", sagte Tessa.
Doch damit wollte Dean sich nicht abspeisen lassen,
"Und wer sagt es ihm?"
"Keine Ahnung, es ist einfach so. Das ist Schicksal", meinte sie schulterzuckend.
"Ach was soll der Scheiß? Mein ganzes Leben war voll von diesem Mist. So etwas wie Schicksal existiert nicht.", sagte Dean verbittert.
"Weißt du was erstaunlich ist?", Tessa lachte grimmig, "Du glaubst selbst nicht was du da redest!"
"Doch das tu ich", beharrte Dean.
"Ach wirklich? All die Male die du im Leben und Tod herumgepfuscht hast, das war für dich jedes Mal eine Party, was?", höhnte sie.
"Also eins weiß ich sicher, ich bin der Tod und sie erst 12", er sah Tessa entschlossen an, "Und sie wird heute nicht sterben!"

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