"Sag mal, warum klaust du unsere Anzüge. Du hättest einfach fragen können." Findley zuckte mit den Schultern, während er verzweifelt versuchte, mit einer Hand eine Schraube festzudrehen. Sie wackelte ständig hin und her. Evelyn stellte sich neben ihn, um sie festzuhalten. "Danke" murmelte der Einarmige. "Ich wollte sie modifizieren. Und da ihr sie alle abgelegt hattet, als Emily euch normale Klamotten brachte, dachte ich... naja." "Hm, achso." Evelyn runzelte die Stirn und setzte sich auf Findleys Arbeitsplatte. "Allerdings fehlen mir zwei." "Zwei?" "Naja, an die Halskette komme ich im Moment nicht ran und das Armand der Mimikry ist verschwunden. Entweder hab ich es verlegt oder einer von euch hat es geklaut." Der Wissenschaftler schielte zu Evelyn, die nur verneinend den Kopf schüttelte. "Wieso sollten wir es klauen. Von uns kann doch sowieso keiner was damit anfangen." Keleé mischte sich ein. Sie schwirrte grinsend durch das Labor und räumte etwas auf. Überall lagen abgebrochene, unbrauchbare Teilchen von verschiedenen Materialien herum. Zusätzlich war ein Teil der Einrichtung ziemlich verstaubt. "Aber irgendjemand hat es genommen." "Oder du hast mit deinem Arm einen Teil deines Gedächtnisses verloren." Kichernd sauste der Geist an Findley vorbei, wobei er ihm einen "Tritt mich" Zettel auf den Rücken pinnte. Evelyn musste sich das Lachen verkneifen. "Sehr witzig." "Ich bezweifle, dass es jemand geklaut hat. Du hast es wahrscheinlich nur verlegt." Während das Hologramm dem Wissenschaftler beim basteln half und der Geist etwas Ordnung ins Labor brachte, kam Quinn aus dem Fahrstuhl geschlendert. Sie sah in normalen Klamotten ein wenig seltsam aus und hoffte, ihren Anzug bald wiederzubekommen. Sie ließ sich auf einem der Stühle am Donut förmigen Tisch fallen. Der Cyborg lehnte sich zurück und verschränkte die Arme hinterm Kopf. "Ratet mal, wer vorhin am heiligsten Tag, nach zwei Wochen endlich aus seinem Loch gekrochen kam." Keleé ließ den Lappen in ihrer Hand fallen, flog quer durch den Raum und kniete sich vor Quinn auf die Tischplatte. "Elizabeth?!" Der Cyborg nickte mit geschlossenen Augen. "Aber nur weil diese weiß gekleideten Irren ihr Versteck gefunden haben. Bloß gut dass ich keine Sekte am Hals habe. Was machen die eigentlich noch hier?" "Du bist doch nur neidisch. Insgeheim wünschst du dir doch, angebetet zu werden." Kichernd lehnte sich die Blauhaarige zurück und stützte sich mit den Händen ab. Ihre Beine verschränkte sie zu einem Schneidersitz. "Ich weiß nicht ob es so toll ist. Die bitten sie ja praktisch um den Tod. Das ist mir zu abgedreht." Als sich der Fahrstuhl erneut öffnete, wurde es still. Quinn riss die Augen auf, starrte in Keleés glückliches Gesicht. Dem Cyborg fiel ein Stein vom Herzen, als sich herausstellte dass es nicht die Spinne, sondern Piper war, die das Labor betrat. "Nicht der Teufel." flüsterte Keleé ihrer Kameradin zu, bevor sie sich wieder an die Arbeit machte. "Raus aus meinem Kopf." Quinn kniff die Augen zusammen und zischte, bevor sie sich wieder vollkommen entspannte. "Hey, es gibt Neuigkeiten." Piper setzte sich neben Quinn und legte ihre flachen Hände auf den Tisch. "Die Spinne-" "Wissen wir." Evelyn unterbrach sie. Pipers Mund stand offen, unwissend welche Worte er ausspucken sollte. "Ehhh Okay, dann zur zweiten Nachricht." Sie verzog das Gesicht und rollte mit den Augen. "Wir kriegen Besuch. Heut Morgen hat uns die Stählerne Bruderschaft per Funk kontaktiert." Findley wurde hellhörig und legte sein Werkzeug beiseite. Er trat einige Schritte näher an den Tisch heran. "Was wollen die schon wieder?" "Asyl." Piper biss sich auf die Unterlippe und verschränkte die Finger ineinander. Der Wissenschaftler verzog das Gesicht so, wie als hätte er sie nicht richtig verstanden. "Asyl?" Keleé bekam Angst. Sie erinnerte sich an die Zeit, in der sie dort in einem elektrischen Käfig eingesperrt war. Es lief ihr eiskalt den Rücken hinunter. "Ist deren Basis in die Luft geflogen oder was?" Septisch hakte der Einarmige nach. Piper zuckte mit den Schultern. "Soweit ich weiß, schien ein schwarzes Schaf dafür verantwortlich gewesen zu sein. Irgendjemand schien die Generatoren manipuliert zu haben. Sie sind allesamt in die Luft geflogen." Seufzend lehnte sie sich zurück. "Und darauf hin ist die Basis abgebrannt. Ein drittel der Soldaten ist dabei umgekommen, wenn ich das richtig verstanden habe." "Und jetzt wollen sie sich die Iron Rose unter den Nagel reißen? Die ticken doch nicht mehr richtig." Der Wissenschaftler traf den Tisch mit seiner geballten Faust. "Erst konfisziert das ach so mächtige Militär 90% unserer Ausrüstung, nur um sie dann abzufackeln, und zusätzlich besitzen sie noch die Frechheit, sich bei uns einzuquartieren. Gonagan ist schon bewusst, dass er seinen Tron dann unfreiwillig abgeben muss, oder?" Piper seufzte nur. Sie hatte zuvor versucht, mit dem Präsidenten darüber zureden. Jedoch erfolglos. Sie konnte seine Ansichten nachvollziehen. Mehr Menschen bedeuteten gleichzeitig mehr Schutz. Mehr kampffähige Männer und Frauen. Die Stählerne Bruderschaft hatte zwar andere Ansichten, aber Gonagan war der festen Überzeugung, dass sie sich auf einen Kompromiss einlassen würden. "Diese machtgeilen Idioten. Sollen die doch ans Meer pilgern und die Basis der Piraten übernehmen. Die steht sowieso leer." Genervt trat Findley gegen einen der Stühle, bevor er sich wegdrehte und sein Labor betrachtete. Er dachte über dessen Zukunft nach. Es war klar, dass, würde die Stählerne Bruderschaft von dem Labor erfahren, müsste der Wissenschaftler fürchten es zu verlieren. Oder schlimmer, er würde sich vor dem Militär beugen, und für es arbeiten müssen. Ein Gedanke, der dem Einarmigen extrem gegen den Strich ging. "Ich werde versuchen, es ihm auszureden." Findley nahm die Beine in die Hand und hastete in Richtung Fahrstuhl. Als er den Knopf drückte, stand Piper auf und rief ihm etwas zu. "Dafür ist es zu spät. Sie werden im Laufe des morgigen Tages vor unserem Tor stehen." Mit geballten Fäusten betrat der Wissenschaftler den Fahrstuhl. Sein Blick war dunkel, fast bösartig. Keleé konnte die Wut, all den Hass spüren, der in ihm brodelte. "Das werde ich zu verhindern wissen." Damit schloss sich die Tür des Fahrstuhls und der Einarmige verschwand. Die Bestien schauten sich gegenseitig verwirrt an. Piper achtete auf Keleé, die eindeutig etwas sagen wollte, nur nicht wusste, wie sie anfangen sollte. "Was ist? Was hat er vor?" Der Geist schluckte nervös und richtete sich auf. "Elizabeth." Dann wurde es still.
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G.M.B - Genetic Mutated Beasts
Science FictionVor nicht allzu langer Zeit führten ein paar Wissenschaftler Genexperimente an 1000 verschleppten Menschen durch. Im Laufe des Prozesses entwickelte sich ein Virus, welches die befallenen von innen heraus verfaulen ließ. Aus den befallenen Menschen...