《9》Necessity

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Nach der geballten Ladung Stress, dem sich alle gegenseitig ausgesetzt hatten, sprachen sie sich aus und kamen zu dem Entschluss, Elizabeth eine Chance zu geben, sich zu erklären. Sie gingen im friedlichen auseinander. Karen und John verzogen sich in ihr Zimmer um schlafen zu gehen. Mary tat dem gleich, so wie Oliver, der Peters Töchtern allerdings zuvor noch ihr Zimmer zeigte. Luca, Lola und Fiona mussten sich eines Teilen. Dafür war es etwas größer als die anderen und jede hatte ihr eigenes Bett. Wärend sich die anderen im Traumland vergnügten, behandelte Emily die weniger tragischen Wunden, die Mary Peter zugefügt hatte. "Hey, sag mal, wie habt ihr eigentlich hier her gefunden?" Emily war neugierig und befragte ihren Patienten vorsichtig. "Ich weiß nicht genau. Da war eine blonde junge Frau, die etwas seltsam gekleidet war. Sie half uns aus der Patsche, gab mir eine Art USB Stick oder sowas und schickte uns hier her. Anscheinend wusste sie, dass wir hier sicher wären. Naja, hättet ihr nicht aufgemacht, wären wir da draußen zerfetzt worden." "Wir hätten nicht aufgemacht, wenn Liz nicht gewesen wäre. Das war dass erste mal seit Wochen, dass sie mehrere Sätze hintereinander sagte." Peter schien besorgt zu sein. Elizabeth bedeutete ihm viel und er wollte nicht, dass es ihr schlecht erging. "Was ist eigentlich vorgefallen?" Emily atmete tief ein und aus, wärend sie die genähte Wunde an Peters Kopf mit einem kleine Pflaster überklebte. "Nun ja, Mary und ich haben sie so... draußen gefunden. Sie lässt sich nicht freiwillig von mir untersuchen. Sie isst, trinkt und spricht kaum. Sie leidet an einer heftigen Unterkühlung seit wir sie gefunden haben. Wir haben alles erdenkliche versucht um sie aufzuwärmen, aber nichts funktioniert." Emily legte ihre medizinischen Werkzeuge auf ein Tablett und setzte sich auf einen Stuhl, der Peter gegenüber stand. Sie lehnte sich erschöpft an die Lehne und fing an zu weinen. Es waren nur ein paar simple Tränen, aber sie drückten das aus, was sie sagen wollte. "Ich habe ein Haar von ihr untersucht. Es ist nicht menschlich. Ich habe Angst vor der Wahrheit. Angst, dass das nicht meine Schwester ist. Angst dass... Liz schon längst tot ist..." Peter konnte Emilys Gedanken nicht nachvollziehen. Er war sich sicher dass es Elizabeth war. Er kannte sie so gut, dass er es gemerkt hätte, wenn seine beste Freundin gegen einen Klon ausgetauscht worden wäre. Er war fest davon überzeugt dass es Elizabeth war, die sich in diesem Moment in ihrem Zimmer verschanzte.

Kurze Zeit später ging auch Emily schlafen und Peter lief auf sein Zimmer. Es lag schräg gegenüber von Elizabeth's Zimmer. Ohne die Tür vorher zugemacht und das Licht angemacht zu haben, setzte sich Peter auf sein Bett und dachte über Emilys Worte nach.
Nur wenige Minuten später hörte er eine Tür knarren und schaute unauffällig durch die offen stehende Tür. Elizabeth schlich sich aus ihrem Zimmer und lief barfuß den Flur entlang. Peter entschloss sich, ihr zu folgen. Unauffällig lief er ihr hinterher. Als er die Tür des Gemeinschaftsraumes zugehen hörte, blieb er stehen. Er dachte daran umzukehren, doch er wollte Elizabeth nur für ein paar Sekunden in die Arme schließen. Vorsichtig und leise betrat er den Gemeinschaftsraum. Er bemerkte, dass sie vor dem Kamin kniete und versuchte ein Feuer zu machen. Sie fluchte leise, bemerkte nicht, dass sie nicht alleine im Raum war. Peter trat näher und näher, bis er bei Elizabeth war und seine Hand auf ihre legte. Sie zuckte zusammen, ließ die Streichhölzer fallen und rutschte rückwärts, bis sie mit dem Rücken an den Sessel knallte. Sie atmete hysterisch und zitterte, wie zuvor. "Hey, ich bins nur." Peter bekam keine Antwort. Er entschloss sich dazu, das Feuer anzuzünden, um das alte Vertrauen zu Liz aufzufrischen. Peter schob die Streichholzschachtel auf und entnahm ihr eines der rotköpfigen stöckchen. Er zog es über die Reibefläche und warf das brennende Streichholz in den Kamin. Nach wenigen Sekunden brannte ein warmes Feuer. Er schaute zu Elizabeth herüber und schenkte ihr ein kleines Lächeln. Sie schaute ihn allerdings weiter nur mit großen Augen an. Peter seufzte und setzte sich im Schneidersitz vor den Kamin und hielt seine Hände vor das Feuer um sich zu wärmen. Er konnte Liz schwer atmen hören, und im Augenwinkel sehen, wie sie sich in die Kuschelweiche Decke einmummelte, die sie zuvor vom Sessel gezogen hatte.

G.M.B - Genetic Mutated BeastsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt