"Ich tu euch nichts, keine Sorge." Grinsend spielte die blonde Bestie mit ihren Haaren. "Wehrlose Menschen sind kein Spielzeug." Teils beruhigt verschluckten die Anwesenden die Angst. Ganz verschwand sie nicht. Immerhin saß ein genetisch modifizierter Mensch im Raum. Nummer 11 öffnete den Ordner: Nr. 072 und forderte Findley mit einem durchbohrendem Blick dazu auf, dieses Ordner zusammenfassend zu erklären. Er sträubte sich nicht. "Okay, also Nummer 72, beziehungsweise: Der Geist, findet sich im Klassensystem in der Ordnung B wieder. Der Geist ist in der Lage sich unsichtbar zu machen und kann seine Opfer durch Gesang betören. Zudem ist der Geist in der Lage, Gedanken zu lesen und die Emotionen eines anderen nachzuempfinden. Und Fliegen kann er natürlich auch. Als Schwäche ist Elektrizität vorzuweisen." Findley schaute sich die Gesichter der anderen an. Er konnte erkennen, dass sie neugierig waren und ihm gespannt zuhörten. Als sein Blick auf Nummer 11 fiel, sah er ein Lächeln auf ihren Lippen. Etwas, was er wärend des ganzen G.M.B Programms nicht einmal gesehen hatte. Er wusste, was er diesen Menschen angetan hatte. Er war stolz auf den Fortschritt, den sie in der Wissenschaft gemacht hatten. Dabei vergaß er allerdings, dass seine Testobjekte einen Verstand hatten, Gefühle, ein Bewusstsein. Es waren Menschen. Genau wie er. In Gedanken versunken starrte er den Holo Bildschirm an. Er bemerkte nicht, dass alle Augen auf ihn gerichtet waren. "Tyson?" Piper nannte Findley öfters beim Vornamen, anders als der Rest. Laut einer damaligen Aussage, fand sie es persönlicher. Dies lag wahrscheinlich daran, dass er ihr mal das Leben gerettet hatte. Auch wenn er eigentlich bei diesem Einsatz damals nicht dabei sein sollte. Er hatte sich nur in einen der Transporter geschlichen, weil es in der Nähe des Einsatzortes eine Chemikalie oder so etwas ähnliches gab, und er förmlich danach gierte.
Findley war wie erstarrt. Er war so tief in Gedanken versunken, dass man ihn hätte halb tot prügeln müssen um ihn aus dieser Trance zu kriegen. Der Wissenschaftler war mit seinen Gedanken an dem Ort, an dem alles angefangen hatte. Er blickte auf die Zellen, in denen die Entführten Menschen steckten. Es sah aus wie ein Gefängnis. Die Mitarbeiter sortierten die Versuchsobjekte in verschiedene Gruppen ein. Jeder Gruppe war eine bestimmte Farbe zugeteilt. Fünf waren es an der Zahl. Grün, Rot, Gelb, Rosa und Blau. Die Menschen bekamen alle eine Nummer, die ihnen gewaltsam in den Nacken tätowiert wurde. Schließlich wurden die Testpersonen in den jeweiligen Sektor gebracht, und dort einzeln in Kapseln gesperrt. In jedem Sektor befanden sich 200 Stück dieser Kapseln. Die Wissenschaftler ignorierten das Schreien und Flehen der unschuldigen Menschen. Sie waren auf ihr Ziel fixiert. Das Ziel, genetisch veränderte Menschen für den Krieg zu schaffen. "TYSON!" Findley starrte Piper geschockt in die Augen. Sie hatte ihm eine Schelle verpasst. Gewalt war eben doch eine Lösung. Beschämt setzte sich der Doc auf seinen Stuhl und vergrub sein Gesicht in den Händen. Er fing sogar an zu zittern. "E-Es tut mir Leid.... Es tut mir... s-so so Leid.... I-Ich war b-blind..." Er rappelte sich langsam auf und zeigte jedem in diesem Raum seine Tränen. Er stand auf und bewegte sich um den Tisch herum. "Nummer 11- ähm... N-Nein... NEIN! Evelyn! Das war doch dein Name richtig!?" Er schien stolz über seinen Mut zur Überwindung zu sein. "Es tut mir Leid Evelyn! Ich kann es nicht rückgängig machen, aber-" Nummer 11 drückte dem Wissenschaftler einen aus blauen Würfeln bestehenden Finger auf die Lippen. Sie starrte ihm in die Augen, schaute förmlich in seine Seele und... lächelte. "Ich bevorzuge Eve."
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G.M.B - Genetic Mutated Beasts
Science-FictionVor nicht allzu langer Zeit führten ein paar Wissenschaftler Genexperimente an 1000 verschleppten Menschen durch. Im Laufe des Prozesses entwickelte sich ein Virus, welches die befallenen von innen heraus verfaulen ließ. Aus den befallenen Menschen...