Nach Gonagans Danksagungen gegenüber Elizabeth machte er sich wieder auf den Weg, um sich anderem wichtigen Kleinkram hinzugeben. Ein guter Schachzug, denn Piper und Oliver hatten sich schon beinahe wieder in den Haaren. Die beiden Streithähne schienen wirklich jede verfügbare Sekunde nutzen zu wollen, um sich gegenseitig mit nicht gerade kinderfreundlichen Worten bewerfen zu können. Sie wirkten wie ein zerstrittenes, altes Ehepaar, dass nicht den Mumm zu haben schien, sich voneinander zu trennen. Während Oliver seinem Streitpartner hinterher trauerte, warteten die Bestien und Peter gespannt auf dass, was Findley ihnen zeigen wollte. Der Wissenschaftler zupfte seinen pflegebedürftigen Kittel zurecht und räusperte sich. "Also Ladys, ich habe in den vergangenen Tagen einige meiner Pläne umgesetzt und kann euch nun voller Stolz eine meiner neusten Kreationen vorstellen." Er griff mit einer Hand nach dem Laken, die andere hing so in der Luft, als hätte er nach etwas greifen wollen. Ruckartig zog er das Laken in die Richtung seiner anderen Hand und ließ es los. Es fiel neben ihn auf den Boden. "Whoa!" Quinn Oliver und Peter waren sichtlich begeistert von dem, was sich einst unter dem Laken befand. Bei den anderen Bestien hielt es sich in Grenzen. "Die Prototypen befanden sich bereits in meiner Hand. Ich habe sie in den letzten Tagen nur verbessert und etwas umdesignt." Es waren fünf verschiedenfarbige Fahrzeuge, die stark einem Motorrad ähnelten. Der einzige deutlich auffallende Unterschied waren die Räder. Es gab keine Speichen oder Reifen. Sowohl das Vorder- als auch das Hinterrad bestanden aus zwei unterschiedlich großen Ringen, die durch nichts miteinander verbunden waren. "Wieso sehen die so komisch aus?" Oliver trat näher an die Fahrzeuge heran und strich mit seinen Fingern langsam über die merkwürdigen Räder. Sie bestanden aus Metall. "Sie sind Magnetisch." Findley grinste. "Genial oder?" "Darf ichs mal ausprobieren?!" Quinn stand schon an den Fahrzeugen und hob das schwarze mit den gelben Akzenten aus der Mitte heraus. Sie stellte es ein Stück abseits vom Rest auf den Boden. Ihre Augen leuchteten wie Sterne. "Nur zu. Es gehört sowieso dir." Quinn ließ es sich nicht zweimal sagen und stieg auf das Motorrad. Als sie sich auf dem Sitz niederließ, fingen die gelben Teile des Fahrzeugs an zu leuchten und der Motor startete praktisch wie von selbst. "Scheiße ist das cool!" Der Cyborg legte beide Hände an den Lenker. "Sie reagieren auf deine Ohrringe. Beziehungsweise auf deinen Anzug. Es ist so eine Art Schlüssel, der euch erlaubt mit diesen Motorrädern zu fahren. Würdest du deinen Anzug, also deine Ohrringe, nicht tragen, würde es nicht anspringen." Der Wissenschaftler stämmte stolz seine Hände in die Hüfte. "Und das beste: Diese Fahrzeuge verbrauchen keinen einzigen Tropfen Treibstoff. Das Metall der Rad-Ringe ist angeraut, weshalb eine große Reibung zwischen Rad und Boden entsteht. Die entstehende Energie ist sozusagen der Treibstoff. Natürlich ist das alles noch modifiziert und individuell auf den Besitzer angepasst." Peter und Oliver wirkten etwas enttäuscht. Sie wären gern einmal mit diesen außergewöhnlichen Fahrzeugen gefahren. Während Quinn amüsiert mit ihrem Rad über den Platz raste, näherten sich Keleè und Evelyn langsam den ihren. Die Fahrzeuge der beiden unterschieden sich etwas von den restlichen. Sie waren beide schwarz-weiß, anstatt schwarz. Die Akzente bei Keleè waren Rosa, Evelyns waren Blau. Das Motorrad der Spinne sah aus wie das des Cyborgs, nur dass ihres rote Akzente besaß. "Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich damit einen Unfall baue?" Keleè war nervös und schien garnicht erst aufsteigen zu wollen. Sie drehte ihren Ring hin und her. Findley lächelte sie an. "Gering." Das gab ihr weniger Sicherheit als sie geglaubt hatte. Anstatt aufzusteigen, schaute sie sich ihr Fahrzeug genau an. Evelyn stieg ebenfalls nicht auf und unterhielt sich ein wenig mit Keleè über ihre neuen Spielsachen. Anders als Elizabeth, die wie angewurzelt neben Peter und Oliver stand. Sie starrte die zwei verbliebenen Räder nur an. Das schwarze mit den grünen Akzenten war im Fokus. "Hey, willst du's nicht auch mal versuchen?" Peter stupste sie mit dem Ellbogen an. Ihr Blick blieb starr auf das Rad gerichtet, dass nicht ihr gehörte. Findley bemerkte dies und stellte sich davor. So blockierte er die Sicht. Die Spinne erwachte aus ihrer Trance und schaute dem Wissenschaftler ins Gesicht. "Hab ich was verpasst?" Ihre Stimmlage klang beunruhigend. "Nein." sagte Findley. Er schluckte nervös, zupfte an seinem Kittel. "Aber ihr... seid nun mal fünf. Eigentlich." Quinn hielt an und stieg von ihrem Motorrad. Sie stellte es lautlos neben Keleès und Evelyns ab. "Hey, sie ist nicht hier. Es gibt also keinen Grund Krieg zu führen." Oliver schaute verwirrt zu Quinn. "Wer ist nicht hier?" Peter bemerkte, wie Elizabeth die Fäuste ballte. Sie war sichtlich angespannt, weshalb er seinen Arm um ihre Taille legte. Das löste die Anspannung ein wenig. "Sheila." Evelyn beantwortete die Frage des Teenagers. "Die Mimikry." fügte sie noch hinzu. "Miststück." flüstere die Spinne. Leider unüberhörbar für ihre Kameradinnen. "Scheiße soll das auf ewig so weitergehen? Das ihr versucht gegenseitig eure Existenz auszulöschen?" Quinn trat einige Schritte vorwärts, verschränkte die Arme. "Sie schießt damit ein Eigentor. Muss ich dich daran erinnern, dass sie erst aufgehört hat, als ich-" "Du hast dich doch darauf eingelassen." "ICH hab mich darauf eingelassen?" Elizabeth trat nach vorn. Ihre Wut war deutlich zu spüren. "SIE hat MICH angegriffen! Willst du mir damit etwa sagen, dass ich mich nicht hätte wehren sollen?!" Quinn ballte die Fäuste und kam der Spinne gefährlich nah. "L-Leute..." Keleè hob ihre Hand ein wenig. Sie wollte sich einmischen, doch das Hologramm hielt sie davon ab. "Du kannst doch sowieso nicht sterben!" "Ach und deshalb hatte ich mich bis auf alle Ewigkeit verprügeln lassen sollen?!" "Du hattest ja auch versuchen können mit ihr zu reden!" Quinn baute sich auf. Sie sah aus wie ein Stier, der sich auf einen Angriff vorbereitete. Zur gleichen Zeit konnte man beobachten, wie die Haare der Spinne immer länger wurden. "Ach natürlich, darauf wäre ich nie gekommen!" Sie erhob ihre Stimme und fügte einen sarkastischen Unterton hinzu. "Ist doch einfach mit jemandem zu reden WÄHREND ER VERSUCHT DICH UMZUBRINGEN!!" Peter stellte sich zwischen die beiden. Sein Rücken war zu Quinn gerichtet. Er schien ein wenig Lebensmüde zu sein, wenn er sich zwischen zwei genetische Waffen stellte, die sich gerade an die Gurgel gehen wollten. "Es reicht." Er legte eine Hand auf Elizabeths Schulter, drückte sie ein Stück von Quinn weg. Sein Blick war dabei auf Quinn gerichtet. "Das hier führt zu nichts." Der Cyborg rümpfte die Nase und wich zurück. Elizabeth schnaubte und sorgte mit einer Handbewegung dafür, dass Peter seine Hand von ihr nahm. "Wenn dieses Miststück irgendwann hier auftaucht, glaube ja nicht, dass du auf mich zählen kannst." Sie drehte sich um und lief in Richtung des Torbogens, der das Tunierfeld vom Rest der Burg abgrenzte. "Und jetzt haust du einfach ab?! War ja klar dass du den Schwanz einziehst!" Quinn trat mehrere Schritte nach vorn und schrie der Spinne hinterher. "Nur weil du die Person nicht akzeptieren kannst, zu der du geworden bist! Du bist Feige!" Sie fuchtelte mit ihren mechanischen Armen herum. Evelyn packte sie am rechten Arm. "Lass es einfach." Der Cyborg befreite sich aus Evelyns Griff und machte einen weiteren Schritt nach vorn. "Du bist erst in der Lage es zu akzeptieren, wenn du deinen Verstand verlierst!" Die anderen standen nur regungslos da, beobachteten das Geschehen, da sie nichts tun konnten. Elizabeth blieb stehen. Ihre Fäuste waren geballt und knallrot, die Fingernägel bohrten sich in ihre Handflächen. Sie schnaufte, ihre Lippen zitterten vor Wut. "Verdammt akzeptiere es endlich!" "Quinn..." Keleè wollte, dass sie aufhört, bevor etwas schlimmes passiert. Doch der Cyborg ließ sich nicht aufhalten. "Keiner von uns wollte das! Aber anders als du haben wir gelernt damit zu leben!" "Quinn... bitte..." Der blauhaarigen kamen die Tränen. "Du bist nicht stark, im Gegenteil! Du bist feige und schwach! Du bist Nichts! Niemand! Du-" Bevor Quinn etwas unternehmen konnte, wurde sie mehrere Meter zurück geschleudert. Sie krachte auf die steinernen Stufen, was sie bröckeln ließ. Als der Cyborg nach vorn preschte, wurde er gestoppt und auf den Boden gedrückt. Jede von Quinns Gliedmaßen wurde von weißen Haaren umfasst. Sie konnte sich nicht bewegen. Elizabeth stand über ihr. In ihren Augen war purer Zorn zu erkennen.
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G.M.B - Genetic Mutated Beasts
Science-FictionVor nicht allzu langer Zeit führten ein paar Wissenschaftler Genexperimente an 1000 verschleppten Menschen durch. Im Laufe des Prozesses entwickelte sich ein Virus, welches die befallenen von innen heraus verfaulen ließ. Aus den befallenen Menschen...