Mittlerweile war es dunkel und der Jahreswechsel rückte immer näher. Evelyn war sauer auf Keleè, weil sie Peter einfach die Erinnerungen nahm. Allerdings konnte die Blondine nicht leugnen, dass es wahrscheinlich einen positiven Effekt auf Peter selbst hatte. Durch die Erinnerungslücken hatte er keinen Grund mehr, seinen Körper mit Alkohol zu zerstören. Er hatte keinen Grund mehr, sich nicht seiner Familie zu widmen. Er war glücklich. Zumindest vorerst. Keleè bereute es nicht. Natürlich war es ohne Erlaubnis eher moralisch verwerflich, aber da es dem dreifachen Vater dadurch um längen besser ging, war ihr das egal. Evelyn konnte zwar nachvollziehen, dass Keleè ihm nur helfen wollte, aber sie vermutete stark dass es irgendwann auffallen würde. Die Spinne war Gesprächsthema Nummer Eins bei denen, die etwas davon mitbekommen hatten. Dazu kamen noch Peters Töchter, Oliver und Emily, bei denen dieses Thema ebenfalls nich nicht durch war. Was das anging, hatten sie sich dazu entschieden Karen, John und Mary nichts zu sagen. Sie sahen Elizabeth sowieso schon als Monster. Die Fakten würden es für die drei nur bestätigen, dass sie von Anfang an recht hatten. Was die Rettung der Kinder anging, logen sie. Anstatt zu sagen, dass Elizabeth den dreien das Leben gerettet hatte, sprachen sie von einer Gruppe Überlebenden. Diese waren angeblich immun gegen das Virus und zerrten die Kinder aus der Masse von Untoten. Bei dieser Aktion haben sich angeblich welche fressen lassen, um die Kinder zu retten. Und angeblich war der Trupp nicht auf dem Weg zum Nest der Spinne, sondern nur auf der Suche nach Vorräten. Dabei traf der Trupp angeblich auf die Gruppe Immuner, welche die Kinder bei sich hatten. Karen, John und Mary glaubten diese Geschichte. Aber sie war falsch. Die Kinder mussten aufpassen, dass sie nichts den dreien Gegenüber erwähnten, was auch nur ansatzweise mit der Spinne zu tun hatte. Sie alle spielten ein Lügenspiel. Aber es war zu ihrem besten.
Wärend die Überlebenden der Iron Rose in der Kantine ein paar Bierchen zischten und gespannt auf die letzten Sekunden des Jahres 2015 warteten, saß der Präsident mitsamt seines Rollstuhls auf der Mauer, in welcher dass große Tor eingelassen war. Wie auch immer er ohne Hilfe dort hochgekommen war. An diesem Ort saßen normalerweise Evelyn und Keleè, wenn sie ihre Nachtschicht schoben. Die beiden hatten gerade allerdings andere Dinge zu tun. Keleè sorgte dafür, dass die Stimmung nicht flöten ging. Evelyn hingehen spielte Krankenschwester und durchsuchte die Straßen und Gassen nach Menschen, welche zu viel getrunken hatten und nun im Schnee ihre Ruhe suchten. Es waren nicht viele, die versuchten im Schnee zu schlafen. Aber die, die sie gefunden hatte, brachte sie zurück ins warme. Nach ihrem Rundflug ließ sich die Blondine auf der Mauer neben Gonagan nieder. "Ich hätte nie gedacht, dass ich nochmal einen Jahreswechsel miterleben darf." Gonagan schaute verwirrt zu ihr herüber. "Warum?" "Naja, ich hätte auch eine von den 995 Menschen sein können." Nach dieser Tatsache fiel kein Wort mehr. Die beiden genossen die Stille der Nacht. Diese war allerdings nur von kurzer dauer. Denn der Jahreswechsel war zum greifen nahe. Die beiden konnten die Überlebenden hören, wie sie die Sekunden zählten. "Hey, ich hab eine Idee." Evelyn schloss die Augen und bildete um die Burg herum ein Schild. Es hatte die Form einer riesigen Glaskuppel. "Was hast du-" "Psst! Ich muss mich konzentrieren!" Die Blondine unterbrach den Präsidenten. Anstatt sich zu ärgern, kicherte er nur. Von weiten konnten beide "Vier! Drei! Zwei! Eins!" hören. Als die Uhr Null schlug, zündete Evelyn ein simuliertes, lautloses Feuerwerk. Das Spektakel fand nur innerhalb der Kuppel statt. Gonagan war beeindruckt und beobachtete die Überlebenden, welche verwundert und vergnügt zugleich aus der Kantine stürmten. Sie alle hatten Wunderkerzen in der Hand. "Dass ich sowas nochmal erleben darf." Evelyn legte noch eine Schippe drauf und ließ Hologramme in Form von Ballons und Konfetti vom Himmel fallen. "Fröhliches Neues 2016, Mr. Gonagan." Evelyn legte dem Rollstuhlfahrer eine Hand auf die Schulter und lächelte ihn an. "Dir auch Evelyn." Die beiden beobachteten die Überlebenden, wie sie umhertanzten und sich umarmten. Auch Peter tanzte mit seinen Töchtern umher. Allerdings nur mit Lola und Fiona. Luca saß am Rand neben Oliver. Der Gesichtsausdruck der beiden verriet, dass sie wussten dass etwas nicht stimmte. Emily gestellte ich weniger später zu den beiden Teenagern. Sie hatte den selben Gesichtsausdruck. Die drei fielen in der Masse auf, da sie nur da saßen und starrten. Gonagan wollte dazu etwas sagen, musste sich aber jemand anderem widmen. "Matt? Sie auf der Mauer?" Er drehte sich um und blickte auf der anderen Seite der Mauer herunter. Die Seite, auf welcher der Tod lauerte. Evelyn stand verwundert hinter dem Präsidenten und analysierte den Mann, der vor dem Tor der Iron Rose stand. "Tatsächlich. Ich wusste meine Sinne würden mich nicht täuschen. Mr. Gonagan, empfangen sie mich etwa persönlich? Welch Ehre." Der Präsident schien nicht überrascht zu sein. "Vitruvious, wo haben sie sich denn rumgetrieben?" Gab er zurück. "V-Vitruvious?!" Evelyns Herz blieb stehen. Der Mann, welcher die Experimente finanzierte, stand direkt zu ihren Füßen.

DU LIEST GERADE
G.M.B - Genetic Mutated Beasts
Ciencia FicciónVor nicht allzu langer Zeit führten ein paar Wissenschaftler Genexperimente an 1000 verschleppten Menschen durch. Im Laufe des Prozesses entwickelte sich ein Virus, welches die befallenen von innen heraus verfaulen ließ. Aus den befallenen Menschen...