Kapitel 28

1.4K 39 1
                                        

Sicht Wincent

Am nächsten Morgen fuhren wir ins Krankenhaus und holten den kleinen Fynn ab. Ich schnallte ihn in der Babyschale an, während Anni nochmal ganz schön viel Papierkram unterschreiben musste. „Ab jetzt bin ich dein Papa.", schmunzelte ich und der Kleine quietschte. Gott ist das schön. Hand in Hand verließ ich mit Anni das Krankenhaus. „Jetzt ging das mit der Familie nochmal schneller, als erwartet.", lachte ich und hauchte ihr einen Kuss auf die Wange. „Ich hoffe wir werden mit jedem Tag glücklicher.", lächelte Anni und wie zur Bestätigung gluckste Fynn fröhlich vor sich hin. Vor dem Krankenhaus stand Karina tatsächlich mit einer Tasche und wartete auf uns. „Hat er dich gehen lassen?", fragte Anni. „Ja, es war kein Problem. Er ist anders, seit Frau Neumann nicht mehr da ist.", erklärte Karina und ich blieb wie angewurzelt stehen. „Magst du mit Fynn schonmal zum Auto gehen? Wir kommen gleich.", sagte ich zu ihr und blieb mit Anni stehen. „Was ist los?", fragte Anni. „Willst... willst du noch irgendwie wegen deiner Mutter hier bleiben?", fragte ich, doch Anni schüttelte sofort den Kopf. „Nein. Wir fahren jetzt nach Hause. Wincent, die Frau ist für mich nicht mehr meine Mutter, auch wenn es hart ist. Ich möchte hier nicht bleiben. Du, deine Familie, meine Großeltern und Fynn, ihr seid jetzt meine Familie, niemand anderes.", erklärte sie und ging zum Auto. Gut, Thema beendet.

Die Rückfahrt ging ziemlich schnell vorbei, Fynn schlief die meiste Zeit und Anni unterhielt sich mit Karina. Bei Annis Wohnung anzukommen stürmte Magrit sofort aus dem Haus und wurde über alles informiert. Sie wollte Karina sofort bei sich aufnehmen, bis wir umgezogen waren. Ich rief direkt noch meine Mum an und erklärte ihr alles. Sie sicherte uns sofort ihre komplette Unterstützung zu und wäre am liebstem sofort vorbeigekommen. Außerdem wollte sie sich um eine Ausbildung für Karina kümmern. Anni schlug sich super, auch wenn ich mit zwischendurch echt ein bisschen Sorgen um sie machte, immerhin waren die letzten zwei Tage ganz schön stressig. Abends lagen wir zusammen im Bett, Fynn schlief im nebenstehenden Kinderwagen und unsere Kleine schmiss eine Party in Annis Bauch. Ich strich sanft über ihre Haut und genoss einfach die Nähe meiner Freundin. „Müssen wir die Band eigentlich noch vorwarnen, dass wir mit Kind kommen?", fragte Anni dann irgendwann. „Neeee... sie haben die Schwangerschaft ja auch überlebt.", grinste ich. „Du bist unmöglich, weißt du das?", lachte sie und küsste mich sanft. Relativ schnell schlief ich dann aber auch ein.

Am nächsten Morgen wachte ich ziemlich gerädert auf. Da war ja was mit den Neugeborenen. Anni war schon längst raus aus dem Bett und auch Fynn lag schon nicht mehr im Kinderwagen. Ich pellte mich aus den Federn und machte das Fenster auf, bevor ich zu Anni in die Küche ging. Sie saß am Tisch und gab Fynn sein Fläschchen, während sie selbst auch frühstückte. „Du hättest mich doch auch wach machen können.", sagte ich sofort und machte mir einen Kaffee. „Alles gut, du bist ja heute Nacht schon aufgestanden.", erwiderte sie und streckte sich für einen Kuss zu mir. Anni machte sich als erstes fertig und ging dann mit Fynn nochmal zu ihren Großeltern und Karina, während ich mich auch fertig machte und alles ins Auto räumte. Gegen 10 Uhr fuhren wir dann los. So eine Fahrt mit Baby und einer Schwangeren dauerte deutlich länger als ich gedacht hatte und so kamen wir gerade so pünktlich an der Location an. Ich war schon ausgestiegen, als Amelie auf mich zustürmte. „Da seid ihr ja. Wincent, du hast in zehn Minuten ein Interview.", sagte sie. „Amelie, ich weiß, aber ich muss dir erst was sagen.", sagte ich und holte Fynn aus dem Auto. Anni war mittlerweile auch ausgestiegen und stellte sich neben mich. Amelies Blick sprach Bände. „Das ist das Kind von Annis Eltern, Fynn, aber seit gestern unser Sohn.", sagte ich und wartete auf eine Reaktion. „Ähm... okay gut. Aber ihr bekommt doch auch ein Kind.", murmelte sie dann irgendwann. „Ja. Das war auch echt nicht geplant. Meine Mutter ist bei der Geburt gestorben und mein Vater wollte das Kind nicht. Ich konnte nicht anders, als ihn zu uns zu holen.", erklärte Anni jetzt und nahm Fynn hoch, welcher gerade das Quengeln anfing. „Okay.", sagte Amelie dann. „Okay?", fragte ich und zog sie in meine Arme. „Ja, eure Entscheidung. Das erste CrewBaby kam schneller als erwartet.", lachte sie dann. „Frag uns mal. Von heute auf morgen Eltern werden ist schon ungewohnt, wir haben ja eigentlich noch acht Wochen.", schmunzelte ich. „So schön es auch ist, aber das Interview wartet.", erwiderte Amelie dann. „Ja. Ich bring die beiden schnell in die Garderobe und dann bin ich da.", sagte ich und holte alle Taschen aus dem Auto. Auf dem Weg trafen wir schon den ein oder anderen von der Technik und die Blicke sprachen Bände, aber ich würde lieber nachher einmal für alle etwas sagen.

Zwischen Dir und Mir // Wincent Weiss FanfictionGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt