Im Aufwachraum konnte ich meine Tränen nicht mehr zurück halten. Anni lag blass, wie eine Leiche, in diesem Bett und hatte einige Schläuche in ihrem Arm. Wenigstens atmetet sie schon wieder selbstständig. In meinem Kopf machte sich ein Plan breit und ich machte einige Fotos. Ich machte auch ein Selfie, auf dem man sah, wie ich weinte. Irgendwann öffnete Anni die Augen und sah mich an. Ich weinte einfach nur, ich konnte nicht anders. Anni griff nach meiner Hand und sah mich an. „Was... was ist mit dem Baby?", brachte sie leise hervor. „Die Ärzte haben erstmal Entwarnung gegeben.", flüsterte ich. „Ich will nach Hause.", murmelte Anni und ich musste leise lachen. „Das geht nicht, aber ich frag mal, ob du auf dein Zimmer darfst.", erwiderte ich und stand auf.
Eine Stunde später waren Shayenne und Anni auf ihrem Zimmer und es war Ruhe eingekehrt. Alle Großeltern waren wieder weg, auch Ole hatte sich verabschiedet und ich saß nur mit meiner Mum im Flur. „Ich bekomm dich hier jetzt eh nicht weg, oder?", fragte sie irgendwann in die Stille. Ich schüttelte nur mit dem Kopf. „Gut, Wincent. Ich fahre jetzt nach Hause und hole den beiden Sachen. Wenn ich wieder da bin, fahren wir aber.", sagte sie streng. Ohne ein weiteres Wort ging ich wieder in das Zimmer, wo sowohl Anni, als auch Shayenne schliefen. Sie hatten ihre Betten aneinander schieben lassen, da sie Angst hatten alleine zu sein. Vorsichtig legte ich mich zwischen die beiden und postete zuerst das Bild von Annis Hand, danach das Bild von mir in meiner Verzweiflung. Danach startet ich ein Video für meine Story. „Einige von euch haben sicher schon mitbekommen, dass aus privaten Gründen alle Termine der nächsten Tage abgesagt wurden. Viele von euch werden auch schon von dem Vorfall in einer Lübecker Schule gehört. Ich bin selbst auch davon betroffen. Als erstes möchte ich allerdings allen Kraft wünschen, die gerade in einer ähnlichen Situation sind, wie wir und mein Beileid, an alle, die ein geliebtes Familienmitglied verloren haben. Das gesamte Ausmaß der Tat ist noch nicht bekannt, aber es ist schrecklich. Ich liege hier zwischen meiner Schwester und meiner Freundin, eine unter Schock und eine angeschossen. Vermutlich wird sie mich hierfür hassen, denn so sollte unsere Beziehung garantiert nicht an die Öffentlichkeit gelangen, aber ich will, dass ihr wisst, was bei mir los ist. Ich liebe diese Frau, aber bis eben wusste ich nicht mal, ob sie lebt. Verzeiht mir also, wenn es die nächsten Tage ein bisschen ruhiger wird und die Tour unterbrochen wird. Allen Betroffenen wünsche ich nochmal viel Kraft, euer Wincent."
Ich beendete die Story und legte mein Handy beiseite. Ich zog meine Schwester näher zu mir und schob meine Hand auf Annis Bauch. Ich kann die beiden heute Nacht nicht alleine lassen. Irgendwann regte sich meine kleine Schwester in meinen Armen und kuschelte sich noch fester an mich. „Wincent, ich hab so Angst.", murmelte sie und ich sah die Tränen in den Augen. „Er kann euch nichts mehr tun.", flüsterte ich und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. „Er hat Anni fast getötet.", weinte sie und ihre Worte trieben mir die Tränen in die Augen. Wenig später wurde auch Anni ein wenig wach und kuschelte sich fester an mich, als der Arzt nochmal reinkam. „Können wir bitte eine Ausnahme machen, ich kann die beiden jetzt nicht alleine lassen.", sagte ich und er überlegte. „Aber nur, weil ich sehe, dass es den beiden wirklich gut tut.", nickte er und kontrollierte nochmal den Zustand der beiden. Meine Mum kam mit den Sachen der Mädels und ich hatte meine Sachen eh noch im Rucksack.
Abends war Shayenne durch die ganzen Medikamente schon wieder eingeschlafen, während Anni in meinen Armen lag und ich meine Hände auf ihrem Bauch platziert hatte. „Meine Mum und deine Großeltern wissen übrigens, dass du schwanger bist.", murmelte ich und küsste sie auf die Haare. „Hab ich mir schon gedacht. Weißt du eigentlich, wo mein Handy ist?", erwiderte sie und sah zu mir hoch. Ich schüttelte mit dem Kopf und sah Anni an. „Ist aber auch egal, ich bin so froh, dass ihr drei lebt.", flüsterte ich und küsste sie das erste Mal wieder. Ich war noch nie so dankbar, wie an diesem Abend, Anni und Shayenne in meinen Armen zu halten und mit ihnen einzuschlafen.
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Zwischen Dir und Mir // Wincent Weiss Fanfiction
Fiksi PenggemarEin Knall. Meine Welt begann sich zu drehen und ich hörte Shayenne meinen Namen schreien. Ich hielt mir die Hand an den Bauch und fiel langsam zu Boden. Danach stoppte meine Welt und alles war schwarz. STOP! Dies ist die Fortsetzung meines Buches "...
