Kapitel 18

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„Hey.", flüsterte Wincent neben mir und strich mir vorsichtig durch die Haare. Verschlafen öffnete ich meine Augen und sah in die fertigsten braunen Augen, die ich je gesehen hatte. Ohne ein Wort hob ich die Decke ein Stück und Wincent kuschelte sich fest an mich, oder ich mich an ihn? Wir suchten gegenseitig unsere Nähe. „Es tut mir so leid.", murmelte ich dann irgendwann an seiner Brust. „Nein, es muss mir leid tun.", flüsterte Wincent leise. „Ich hätte merken müssen, dass es dir nicht gut geht.", erklärte Wincent. „Ich hätte mich aber auch ein bisschen zusammenreißen können.", erwiderte ich und krallte mich noch fester in sein Shirt. „Ich liebe dich.", flüsterte Wincent dann nur noch und hauchte mir einen Kuss auf die Haare. Wir blieben einfach so liegen, obwohl wir wussten, dass das noch nicht so ganz ausgestanden war. Irgendwann klopfte es an der Tür und Wincent brummte irgendwas. Die Tür ging auf und Amelie kam rein. „So leid es mir tut, Wincent, du hast Soundcheck.", sagte sie und verschwand sofort wieder. Ich klammerte mich direkt noch fester an Wincent, denn ich konnte ich einfach nicht gehen lassen. „Anni, Schatz, ich muss das machen, aber du kannst mitkommen.", sagte er sanft und setzte sich langsam auf. Ich tat es Wincent gleich und wischte mir die letzten Tränen aus dem Gesicht. Gemeinsam gingen wir zur Bühne und Wincent begann sich mit den Jungs abzusprechen, während ich mich auf einen Hocker am Rand der Bühne setzte. Unsere Kleine wurde auch schon wieder wach, die genießt es ja jetzt schon auf der großen Bühne zu stehen.

Die Jungs spielten einige Lieder und spielten als letzten Song ‚Kaum erwarten'. Ich spürte schon wieder leichte Tritte und ging langsam zu Wincent, welcher mich fragend ansah. Singend kam er mir entgegen und ich legte einfach seine Hand auf meinen Bauch. Er zuckte total zusammen, als die Kleine trat und vergaß dann natürlich komplett seinen Text.

Ich schaute in seine Augen und sein Blick aus Verunsicherung und etwas Angst ließ mich schmunzeln. „War sie das?", fragte er ungläubig und ließ seine Hände immer wieder über meinen Bauch gleiten. Mir kamen schon wieder die Tränen, aber diesmal vor Rührung. Weil seine Augen so strahlten und weil unsere Tochter dafür verantwortlich war. Meine Emotionen überrollten mich- mal wieder. Wir waren eine Familie. Mehr Familie, als es meine jemals für mich sein könnte. Wincent wischte mir die einzelnen Tränen von der Wange, während die Band einfach weiterspielte. „Das ist deine Tochter, die offenbar immer mittendrin dabei sein muss", schniefte ich und drückte mich an seine Brust. Mir fiel ein, wie bescheuert und kindisch unser Streit eigentlich war. „Es tut mir leid, wie ich mich aufgeführt hab", murmelte ich. Wincent gab mir einen Kuss knapp hinter mein Ohr und entschuldigte sich ebenso. Natürlich war es totaler Blödsinn, dass er mit Romy flirtete, das wusste ich ja eigentlich auch. „Können wir versuchen miteinander zu reden, anstatt davon auszugehen, dass der andere Gedanken lesen kann?", fragte er und ich musste direkt wieder schmunzeln. Ich sah zu ihm hoch und fädelte meine Finger in seine Haare. „Ich kann es versuchen...aber ich bin schwanger, ich werd immer einen emotionalen Ausbruch mehr gut haben", witzelte ich. Normalerweise hätte Wincent wohl noch irgendetwas dazu gesagt, er hat schließlich viel zu gern das letzte Wort, aber für diesen Moment ließ er es bleiben. „Ich liebe dich. Und ich bin stolz auf dich, wie toll du das alles meisterst. ", sagte er stattdessen und gab mir einen langen Kuss, der mich seufzen ließ. Eigentlich wäre ein bisschen Zweisamkeit gar keine schlechte Idee. Ich vertiefte unseren Kuss, bis ich spürte, dass Wincent grinste. „Nicht jetzt...nicht hier...und nicht vor den Jungs", flüsterte er und löste sich von mir. Erst dann fiel mir ein, dass wir ja mitten im Soundcheck steckten und die Jungs nur auf Wincent warteten, um weiterzumachen. „Wir findens ja schön, dass ihr das geklärt habt, aber...ein Song noch, Anni, dann kannste ihn ganz für dich haben", scherzte Manni und die ganze Band begann zu lachen. Ich spürte schon, wie mir die Röte in die Wangen stieg. Meine Hormone machen mich noch fertig!

Zwischen Dir und Mir // Wincent Weiss FanfictionGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt