32. Kapitel

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32. Kapitel


Langsam öffnete ich meine Augen, nur um sie gleich danach schnell wieder zu schließen.

Die Morgensonne, die durch das Fenster schien, und genau so hell war wie sonst auch, schien heute wohl zu viel zu sein.

Für ein paar Minuten blieb ich einfach liegen; mit geschlossenen, zusammengekniffenen Augen, ausgestreckt auf was ich als mein Bett vermutete.

Mein Atem war ruhig und gleichmäßig, und ich lag in einer relativ gemütlichen Position.

Es war schön warm im Raum, weshalb es mir nicht viel ausmachte, dass die Decke nur circa die Hälfte meines Körpers bedeckte.

Doch als ich mich etwas streckte und ein paar Mal blinzelte, bemerkte ich erst, wie unbehaglich ich mich eigentlich fühlte.

Mein Körper ächzte, meine Gliedmaßen schmerzten leicht und in meinem Kopf spürte ich ein beinahe rhythmisches Pochen, das mit jeder Sekunde anschwellen zu schien.

Mit einem genervten Stöhnen vergrub ich mein Gesicht in meinen Händen und drehte mich zur Seite – als ich plötzlich gegen etwas stieß.

Erschrocken riss ich meine Augen auf und saß mit einem Ruck aufrecht in meinem Bett, den nun bereits stechenden Schmerz in meiner Schläfengegend ignorierend.

Mein Atem stockte und ich stand komplett still, als ich realisierte und verarbeitete, dass kein anderer als Louis neben mir in meinem Bett lag, schlafend, und soweit ich das beurteilen konnte, nackt.

Deutlich schneller atmete ich ein uns aus, und ein Schauer lief über meinen nackten Rücken.

Was zur Hölle?!

Prüfend fuhr ich mit meiner Hand über meinen Arm; ich war ganz frisch und sauber, keineswegs verschwitzt – also konnten wir doch gar nichts gemacht haben, oder?

Doch was wenn doch? Was haben wir gemacht? Wie ist es dazu gekommen? Was sollte ich davon halten und am aller schlimmsten: Wie würde Louis reagieren, wenn er aufwachte?

Natürlich musste alles wieder schiefgehen, natürlich musste unser Versuch normale Freunde zu schein derart scheitern, und alle unsere vergangenen Fehler nochmal um einiges übertreffen.

Aber bisher war ja noch nichts sicher, was geschehen war. Zumindest redete ich mir das ein.

Ich warf einen schnellen Blick zu Louis, der noch immer fest zu schlafen schien, bevor ich die Decke von meinen Beinen warf und aufstand – was sich ebenfalls als Fehler erwies.

Gehen, beziehungsweise stehen, hatte sich noch nie so komisch angefühlt. Es war ein unbeschreiblich komisches Gefühl. Und es hieß außerdem nichts Gutes.

Ich ging zu meinem Kleiderkasten um mir eine Unterhose anzuziehen. Auf dem Weg durch den Raum ließ ich meinen Blick kurz über den Boden streifen, wo ich unsere Klamotten von gestern wahllos verstreut vorfand.

Sofort brach die Nervosität wieder über mich herein und mein Herz klopfte schneller. Ich schloss meine Augen für einige Sekunden und versuchte den Kloß, der sich in meinem Hals gebildet hatte, zu schlucken.

Außerdem versuchte ich die Tränen, die sich aus Angst, Hilflosigkeit und Verzweiflung langsam in meinen Augen bildeten, zurückzuhalten.

In dieser Situation war ich ganz auf mich allein gestellt. Es war keine andere Person anwesend, mit der ich einen Ausweg suchten konnte, was ich machen sollte, bis Louis aufwachte.

Oder ob ich ihn aufwecken sollte.

Oder ob ich einfach bevor er wach wurde weglaufen, umziehen, und meinen Namen ändern sollte.

Opposites - Larry Stylinson AUGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt