38. Kapitel

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38. Kapitel

Zu sagen, dass ich die Zeit, die nun auf mich zukommen würde genoss, wäre gelogen.

Und das nicht, weil vom Schulischen her gerade eine Test- und Arbeitenphase auf mich zukam und das bedeutete, dass ich viel zu lernen hatte.

Eigentlich sollte ich mich ja freuen, und total aufgeregt sein, da ich in ein paar Wochen in einer Londoner Theaterhalle die Hauptrolle eines Stückes spielen würde.

Das war die Chance meiner schulischen- und vielleicht sogar Karrierelaufbahn, denn wer weiß, was ich nach meinem Abschluss machen werde. Gehe ich in diese Richtung macht sich das gut in Bewerbungen und ich habe immerhin etwas, auf das ich stolz sein konnte. Mache ich jedoch was anderes, habe ich immerhin einmal in einer Theaterhalle in London die Hauptrolle gespielt.

Okay, vielleicht war ich doch etwas aufgeregt.

Doch leider enthielt dieses Event immerhin Proben mit Louis, und ja, diese als voraussichtlich äußerst komisch und unangenehm zu beschreiben brachte es wahrscheinlich auf den Punkt.

Wie sollte ich erfolgreich über ihn hinwegkommen wenn ich dazu gezwungen war mich täglich mit ihm zu treffen um irgendwelche romantischen Szenen auszuführen?

Und das so realistisch wie möglich, weil wir es danach vor hunderten von Leuten aufführen mussten?

(Die mehr Leuten davon erzählen und Artikel darüber schreiben würden.)

Und dann, wenn ich mich wieder an seine Nähe und seine – zwar gespielte, aber immerhin – Zuneigung gewohnt hatte, wird das Projekt zu Ende gehen und alles schlagartig von mir genommen werden; Louis wird bald darauf seinen Abschluss haben und wir werden uns nie wieder sehen.

Danach hatte ich vielleicht genug Zeit, über ihn hinwegzukommen; aber ich würde mit vielen Erinnerungen des wohl ereignisreichsten, aber auch schmerzhaftesten Jahres meines jüngeren Lebens und deshalb wohl ein paar Narben zurückgelassen sein.

Oh, wie ich mich darauf freute.

Und an Louis' Abschluss wollte ich gar nicht erst denken.

Der Gedanke, nach allem ernsthaft wieder mit ihm proben zu müssen, war zwar nicht mein Liebster, aber noch weniger gefiel mir der, dass ich ihn, wenn alles vorbei war, nun wirklich nicht mehr viel sehen würde.

Am Gang vielleicht, wenn ich Glück hatte (was bei meinem tollen Schicksal schwer zu erhoffen war, aber vielleicht fand es das ja auch lustig, mich ihm innerhalb der Schule (oder vielleicht sogar außerhalb, wer weiß) begegnen zu lassen).

Aber der Gedanke an Louis' Abschluss, der war wirklich am Schlimmsten. Den ich hatte keine Ahnung, was er danach machen würde, und wo. (Das 'mit wem' drängte ich bisher immer krampfhaft in meinen Hinterkopf).

In all unserer Zeit gemeinsam hatten wir nie darüber gesprochen, auch, weil ich persönlich in meinem zweiten Jahr mir auch noch nicht so viele Gedanken darüber mache. Aber nun bereue ich es ein wenig.

Denn wenn er die Schule abschließt, sehe ich ihn nie wieder. Und ich weiß, spätestens dann sollte ich endlich mal damit anfangen über ihn hinwegzukommen, aber momentan, wo ich noch nicht so weit war, schmerzte dieser Gedanke etwas und ließ mich auf eine Art und Weise unwohl fühlen.

Außerdem war da noch sein Abschlussball, und ich konnte fast sagen, dass ich dafür sterben würde, ihn in einem Anzug und ganz aufgestylt zu sehen.

Bestimmt konnte ich danach irgendwo im Internet irgendwelche Bilder finden, oder einen Lehrer fragen, der für die Fotos zuständig gewesen war (und einfach hoffen, dass dieser nicht fragt warum).

Opposites - Larry Stylinson AUGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt