26. Kapitel
Mit zusammengekniffenen Augen begann ich mehr oder weniger blind den Gang entlang zu laufen, ich wusste nicht wirklich wohin ich im Moment gelangte, aber hauptsächlich weg von Louis.
„Harry...", murmelte er bereits kurz nachdem ich mich umgedreht hatte; ich ignorierte ihn und lief weiter.
„Harry!", rief er nun, und ich hörte wie sich seine Füße langsam in Bewegung setzten und mir folgten.
Sofort beschleunigte ich meine Schritte, doch leider war er um einiges sportlicher als ich; schon bald hatte er mich eingeholt und ich spürte seine Hand auf meiner Schulter.
In Sekundenschnelle fuhr ich herum und schlug seine Hand weg.
„Fass mich nicht an, lass mich einfach in Ruhe!"
„H-Harry, es war nicht so gemeint, ich-", begann er langsam, doch dafür hatte ich keine Zeit.
Keine Zeit für mehr Lügen, lahme Entschuldigungen oder irgendwelche Ausreden; keine Zeit mehr für ihn und die Schmerzen die er mit jeder Minute nur schlimmer machte.
„Nicht so gemeint? Darum hast du es auch gesagt, ja?", fragte ich nur zurück und hob meine Augenbrauen.
„Es ist mir so rausgerutscht, okay? Es war nicht beabsichtigt.", meinte er und wurde zum Schluss hin immer leiser. Während er es sagte, merkte er wohl selbst wie dumm diese Antwort war.
Ich sah ihn einen Moment lang an, doch alles was er tat war meinen Blick still zu erwidern.
„Wenn du sonst nichts zu sagen hast.", meinte ich dann, zuckte einmal mit meinen Schultern und schnaubte, bevor ich mich umdrehte und wieder begann wegzugehen.
Hinter mir hörte ich Louis' frustriertes Seufzen. „Es tut mir leid, okay?"
Für ein paar Sekunden biss ich auf meine Unterlippe, bevor ich mich langsam zurückdrehte; sein Gesicht war dem Boden zugewendet. Ich schluckte deutlich hörbar und hob herausfordernd meine Augenbrauen.
„Was tut dir leid?"
Beinahe ungläubig blickte er auf und nahm einen tiefen Atemzug um zu antworten, pausierte aber für einen Moment und schien zu überlegen.
„Dass ich- dass ich- das vom Theaterstück, also danach. Was ich getan hab, und dass ich dich einfach weggeschickt habe."
Ich starrte ihn an; wow, sehr beeindruckend.
Genau das konnte er aus meinem Blick wohl auch herausnehmen, denn kurz darauf seufzte er und besserte sich aus.
„Es tut mir leid, dass ich dich eigentlich eingeladen habe, und dich trotz allem geküsst habe und beinahe mehr passiert wäre. Und vor allem, dass ich dich wegen meinen Freunden versetzt habe."
Ein Kribbeln lief durch meinen Bauch, denn er hatte es eingesehen, und er sah einfach so verdammt niedlich aus, wie er verlegen vor mir stand, seine Hände hinter seinem Rücken und Blick zu Boden.
„Wiedermal.", ergänzte er seine Entschuldigung, worauf ihm plötzlich noch mehr einzufallen schien. „Es tut mir leid, dass ich dich so oft versetzt oder geleugnet habe. Oder dass ich dich oft angelogen habe. Und dass ich dich immer wieder geküsst habe und so, obwohl ich gesagt habe, dass ich nichts für dich empfinde. Muss ziemlich verwirrend gewesen sein. Vor allem, weil du..."
Es stoppte für ein paar Momente, als ob er für die nächsten Worte echte Überwindung brauchen würde, und nachdem er sie ausgesprochen hatte verstand ich auch warum.
„vor allem, weil du etwas mehr für mich empfindest?", fragte er. Eigentlich wäre es eine Feststellung gewesen, doch seine Stimme wurde zum Ende des Satzes immer höher.
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Opposites - Larry Stylinson AU
FanfictionWenn man ehrlich war hatte Harry - schüchtern, unsicher und insgeheim schwul - schon immer was für Louis - bekannt, beliebt und überaus talentiert - übrig, obwohl der einzige Kontakt der beiden aus Louis' täglichen Sticheleien an Harry bestand. Doch...
