44. Kapitel
Meine Hände wanderten von seinem Nacken zu seinen Haaren, die von dem langen Tag und den italienischen Winden - trotz seines Haargels - schon ganz verwuschelt waren. Dennoch fühlten sie sich weich an und ich ließ meine Fingerspitzen langsam hindurch gleiten.
Unser Kuss dauerte geschätzt bereits einige Minuten an, wobei auf mein Zeitgefühl beim Küssen - vor allem weil es Louis war - überhaupt kein Verlass ist. Das Tempo unserer Lippen hatte sich ein wenig verringert, doch es blieb stets leidenschaftlich, und bisher hatte Louis noch keine Anstalten gemacht, den Kuss irgendwie zu vertiefen, was mich wunderte, weil er sonst immer innerhalb einiger Sekunden seine Zunge ins Spiel brachte.
Ich versuchte nichts hineinzuinterpretieren.
Einerseits überlegte ich, ob ich die Initiative ergreifen und den nächsten Schritt machen sollte, doch andererseits, wenn er es schon nicht machte, was sonst immer vorkam, wollte ich es bei der jetzigen Situation belassen.
Denn ich mochte es so, sanft und langsam. Es gab mir Zeit alles richtig wahrzunehmen, die kleinen Dinge und Berührungen, die man sonst nicht wirklich mitbekam.
Zum Beispiel wie meine Nase dezent gegen seine Wange presste, was ein weiteres Zeichen dafür war, wie nahe wir uns gerade waren.
Oder wie sein Oberkörper an meinem lag, Haut heiß, und der Zeigefinger seiner rechten Hand leichte, kleine Kreise auf meiner Hüfte malte.
Mein Kopf war leer von allen Gedanken; mein Körper handelte alleine und auch dann drehte sich alles immer noch um den 19-jährigen vor mir. Ich fühlte mich warm, überall, und meine Knie waren weich.
Ich fragte mich, ob es normal war, sie von jemanden derart angezogen zu fühlen.
Fühlte das jeder so stark? War das normal so wenn man verliebt war? Ich konnte aus keiner anderen Erfahrung sprechen.
Oder stimmte die Chemie zwischen uns, zumindest meinerseits, einfach dermaßen gut?
Denn jede seiner Berührungen ließ mich heiß und gleichzeitig kalt werden; bei jedem Lächeln und jedem Wort kribbelte mein Bauch und mein Herz spielte verrückt.
Und ja, das waren die Cliche-Beschreibungen fürs Verliebt-Sein, aber manchmal hatte ich wirklich das Gefühl, dass es für mich intensiver war.
Dass es einfach mittlerweile schon so stark war.
Ich konnte nie nein zu ihm sagen, konnte ihm nie widerstehen, egal wie oft ich mir bereits geschworen hatte, dass das vorherige Mal das letzte Mal sein würde, und dass ich immerhin nur wieder verletzt werden würde.
War das denn überhaupt noch gesund? Vor allem weil er nicht das Gleiche empfand.
Bevor meine Gedanken noch negativer werden konnten und somit die Stimmung zerstören, wanderten Louis' Hände auf meinen Rücken, woraufhin er begann rückwärts zu gehen und mich mit ihm zu ziehen.
Das Ganze kam so unerwartet, dass ich nicht schnell genug reagieren konnte bevor es geschah und Louis sich mitsamt mir in den Pool fallen ließ.
Ich zuckte zusammen und ein blitzschneller Schauer lief mir über den Rücken, als ich in das kühle Wasser eintauchte und es jeden Zentimeter meiner Haut umhüllte, die sich jedoch wenige Sekunden später an die erfrischende Temperatur gewöhnte.
Überrascht tauchte ich auf und schnappte erstmal nach Luft, bevor ich meine durchnässten Haare aus meinem Gesicht wischte und einen lachenden Louis vor mir erblickte.
Meine Hand schnellte aus dem Wasser, durch dessen Oberfläche um Louis mit einer Ladung davon abzuspritzen.
Dieser ließ sich davon aber nicht beirren und lachte weiter, wovon ich mich schlussendlich nur anstecken lassen konnte.
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Opposites - Larry Stylinson AU
FanfictionWenn man ehrlich war hatte Harry - schüchtern, unsicher und insgeheim schwul - schon immer was für Louis - bekannt, beliebt und überaus talentiert - übrig, obwohl der einzige Kontakt der beiden aus Louis' täglichen Sticheleien an Harry bestand. Doch...
