56. Kapitel

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Es geht uns doch allen jedes Jahr wieder so, oder? Zuerst könnte das Jahresende nicht bald genug sein, und man will gar nicht mal anfangen die Tage zu zählen, weil es noch so viele sind. Doch ehe man sich versieht ist das Semester schon wieder um und der Sommer steht vor der Tür.

Dieser Lebensabschnitt und diese Jahreszeit brachten dieses Jahr für mich eine Menge Veränderungen mit sich. Louis hatte nun seinen Abschluss, und ich musste mich darauf einstellen, dass ich ihn das nächste Schuljahr nicht mehr bei mir auf der Schule haben würde. Nicht, dass ich alleine wäre, da waren ja noch Liam und Niall, aber trotzdem würde er mir ziemlich fehlen.

Doch ganz so schlimm würde das Ganze wohl nun auch nicht werden, denn den Sommer über begutachtete Louis entweder allein, oder wenn es die Umstände erlaubten mit meiner Unterstützung, unzählige Wohnungen in London die nicht allzu weit vom Internat entfernt sein würden.

Der Sommer ermöglichte es uns auch, die Familien des jeweils anderen erneut zu treffen um diesen seinen Freund vorzustellen, und sie besser kennenzulernen als bei dem kurzen Gespräch bei der Aufführung.

So oft es ging verbrachte Louis entweder Zeit bei mir oder umgekehrt, und die voneinander getrennte Zeit waren natürlich gefüllt mit Nachrichten, Skype Anrufen und öfters Mal einem Treffen in London.

Einmal traf ich mich auch mit Liam, der die Ferien über ziemlich beschäftigt war, und auch Niall sah ich für einen Tag, als er mich und Louis in London traf.

Ob der Sommer zu schnell vorbei war oder nicht war schwer zu sagen; es war eine schöne Zeit gewesen mit viel Freizeit, doch trotzdem fühlte es sich wiedermal gut an einen gewissen, rhythmischen Alltag anzunehmen. Außerdem, und dieser Gedanke war der Hauptsächliche, konnten Louis und ich uns hier zurück in London doch etwas häufiger treffen als zu Hause.

Samstags war es also wieder so weit und mit einem Auto bepackt mit einigen Koffern und meinen beinahe schmollenden Eltern machten wie uns auf den Weg nach London. Als wir meine Sachen im Internat ablieferten gingen wir noch gemeinsam etwas Essen, bevor sie sich nach einer scheinbar unendlichen Verabschiedung 'endlich' überwinden konnten zu fahren.
Ich verstand sie, doch einerseits war ich erleichtert, dass sie nun gefahren waren. Schließlich musste ich noch auspacken und mein Zimmer wieder in etwas Bewohnbares verwandeln, denn am nächsten Tag hatte ich eine Verabredung mit Lou. Vor ein paar Tagen hatte er mir glücklich verkündet, eine Wohnung gefunden zu haben, welche er mir morgen zeigen würde. Dafür und generell für ihn wollte ich so viel Zeit haben wie möglich, also machte ich mich sogleich ans Werk und öffnete meinen Koffer.

~*~

»Sieht ja schon wieder ganz lebendig aus.«, kommentierte Louis, als er mein Zimmer musterte. Es war fast schon ein Insider-Witz zwischen allen Internat-Schülern, denn anfangs sahen die Zimmer immer ziemlich 'blass' aus, nachdem sie am Schulende gereinigt werden und dann die ganzen Ferien über unberührt leer stehen.

»Ich habe mir Mühe gegeben.«, schmunzelte ich, und er legte seinen Arm um meine Schulter, zog mich an sich.
»Bei so einem Talent musst du mir dann definitiv helfen meine Wohnung einzurichten.«

»Das sagst du auch nur, weil du selbst dazu zu faul bist.«

»Stimmt genau, und ich hätte früher mit den Schleimereien anfangen sollen, denn nun ist es wohl wirklich soweit.«

»Wirklich? Wirst du danach keine weiteren mehr ansehen?«, fragte ich gespannt.

Louis grinste nur.

»Was?«, fragte ich, als mein Gesicht automatisch seine Mimik spiegelte.

»Ich hab schon unterschrieben.«

»Was?! So ernst ist es schon? Und du sagst nichts!«, rief ich empört und schlug ihm leicht auf die Schulter. Davon ließ er sich aber nur wenig beeindrucken. 
»Ich habe heute sogar schon dort geschlafen.«, erzählte er grinsend weiter.

Opposites - Larry Stylinson AUGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt