12. Kapitel

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12. Kapitel

Am nächsten Tag zur Probe zu gehen war für mich die reinste Qual. Die Nacht davor hatte ich schon kaum ein Auge zugemacht, mir viel zu viele Sorgen und Gedanken darüber gemacht, dass Louis es nun wusste und wie er reagieren würde.

Was, wenn er mich dadurch wieder hassen würde? Immerhin habe ich keine Ahnung ob er homophob ist oder nicht, könnte doch sein.

Wenn, dann hätte ich auf jeden Fall ein Problem, denn wie würdet ihr euch fühlen, wenn eine Person, die euch hasst, euer größtes Geheimnis weiß?

Liam war gestern noch bei mir und hatte meine Nervosität natürlich sofort bemerkt, danach ausgefragt bis er wusste was los sei.

„Das wird schon Harry, ich kenne ihn zwar nicht gut, und er ist auf jeden Fall ein Arsch-", ich boxte ihm darauf leicht in die Schulter, er lachte kurz und fuhr fort. „-aber er erscheint mir nicht sehr schwulenfeindlich."

„Aber er hat mich doch schon bevor er das Ganze wusste mit solchen Sprüchen genervt..."

„Und jeder der Augen im Kopf hat, -was bei dir falsch ist weiß ich nicht -, merkt, dass er sie nur aus Spaß und keinesfalls ernst meinte."

„Aber was wenn er wieder damit anfängt und sie diesmal ernst meint?"

„Hör auf mit deinen 'abers' und dem ganzen Flennen, das wird schon!"

„Du kannst dir nicht so sicher sein! Was wenn nicht?"

Er schüttelte seinen Kopf wegen meiner ganzen Zweifel und seufzte. „Dann bekommt er es mit mir zu tun."

Ich kaute auf meiner Unterlippe herum, und sah auf die Uhr, die die Wand am Gang zierte.

Seit zehn Minuten würden wir normalerweise schon proben.

Eigentlich war ich auch schon da, es trennte uns nur noch ein Stück Holz alias die Tür, vor der ich schon seit einiger Zeit nervös auf und ab ging, doch ich konnte mich einfach nicht überwinden hineinzugehen.

Alles würde wieder komisch sein, und leise, zumindest meinerseits. Ich hatte keine Ahnung ob ich, wenn ich reingehe, grüßen sollte, denn es wäre so normal und ich wollte keinesfalls so tun als wäre nichts passiert.

Ich wollte aber auch nicht grüßen, hingehen, und eine Erklärung fordern, was er dazu sagt.

Auch kann ich nicht einfach reingehen und still und leise den Boden betrachten.

Alle meine Optionen waren komisch und nicht wirklich gut; das Ticken der Uhr kam mir mit jeder Sekunde lauter vor und vergrößerte den Druck der auf mir lag.

In meinem Bauch war ein mulmiges Gefühl, irgendwie erdrückend, und mein Mund war trocken, Atem flach.

Ich schluckte um meinen Mund irgendwie zu befeuchten, doch es brachte so gut wie nichts und in meinem Hals machte sich nur dieser scheinbare Klumpen bemerkbar.

Plötzlich flog die Tür zum Proberaum, vor der ich stand, auf, und Louis blickte mir direkt ins Gesicht.

Er rollte seine Augen, jedoch auf eine erleichterte Weise. „Da bist du ja!", seufzte er und zog mich in den Raum, wahrscheinlich rechnete er damit dass ich, obwohl er mich bereits gesehen hatte, abhauen würde.

Sogar ich selbst erwartete das von mir, doch dazu war es jetzt ohnehin zu spät.

Er ging zurück um die Tür zu schließen, während ich mich auf meinen typischen Tisch setzte. Er kam zurück und nahm auf seinem ebenfalls Platz.

„Sorry, dass es etwas gedauert hat, ich-", begann ich, versuchte mich irgendwie zu entschuldigen oder einfach rauszureden.

Doch er unterbrach mich. „Fang erst gar nicht an, wir glauben dir doch beide nicht.", meinte er ruhig.

Opposites - Larry Stylinson AUGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt