Die Tattoos auf seiner Haut spiegeln sein Leben wider. Seine so dunkle, verworrene Welt macht es ihm unmöglich zu lieben. Die Menschen in seinem Umfeld fürchteten ihn und seine Aura. Die Narben an seinem Körper und im Gesicht, machen seinen Weg unmi...
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Ich verstand mich selbst nicht mehr. Sowas zog ich sonst nie ab. Es war auch nie nötig. Es war mir egal oder ich zog einen Schlussstrich. Jedes Mal wenn sie fort war, sorgte ich mich. So hätte ich sie nie behandeln dürfen und doch wusste ich, dass es nur eine Frage der Zeit war bis mir das mit ihr zu gefährlich wurde und meine Vergangenheit uns zerreißen würde. Traurig war, was ich nach außen hin war, fühlte sie innerlich. Das was sie beschrieb, ihre Gefühle, die sie nicht verstehen konnten - für jemanden wie mich? Wie konnte mir das passieren? Jemand wie sie, musste schreckliches erlitten haben, dass sie unbewusst, bei jemandem wie mir Schutz suchte. Leider war sie nicht die einzige die im Gefühlschaos außer Kontrolle geriet. Das durfte mir nie wieder passieren. Dabei hatte ich zu Beginn nur versucht, sie damit auf Abstand zu bringen und davor zu beschützen, was nicht passieren sollte. Alles war wegen meiner Eifersucht aus den Fugen geraten, einschließlich mir und ich hatte nicht mit solch einer Reaktion und Gegenwehr von diesem kleinen Menschen gerechnet. Ich hasste es diese Bilder von ihr und meinen Partnern in der Presse zu sehen. Jeder einzelne von ihnen sprach nur in höchsten Tönen von ihr. Normalerweise ergaben sich die Menschen mir gegenüber, meinen Launen. Und sie.... Wenn wir nicht grade stritten, taten wir uns auf eine verschrobene Weise gut. Als sie nicht hinsah, warf ich einen Blick durch die angelehnte Badezimmertür. Sie saß in der Wanne und hatte sich darin zusammengekauert. Tief in Gedanken versunken, hing sie irgendwelchen Erinnerungen nach und hörte Musik. Das Telefon lenkte mich ab und ich ging ran.
* Viel redeten wir nicht mehr, nach dem ich aus dem Badezimmer zurück war. Er arbeitete und ich zog mich auf den Balkon mit meiner Musik zurück. Das tat gut. Ruhe. Ich kam nach Wochen, wenigstens etwas an. Wo auch immer das war. Nach dem Dimitri mich am Abend nach Hause gefahren hatte, war ich im Central Park Zoo noch eine Runde joggen gewesen, um mich zu versichern, dass Tom nicht zu Hause war. Ich schaute nach den Tieren meiner Mam, ins Gehege der Löwen und fragte den Pfleger danach. Sie kamen sobald möglich nach Afrika in ein Naturschutzgebiet. Eine Weile half ich Oskar mit den Tieren und ging dann zu Arbeit. Anschließend vergrub ich mich in der Lagerhalle, meiner Trainingsgrotte neben der Akademie und stellte die Musik an. Fast vier Stunden trainierte und tanzte ich an der Waterbowl und vergas meine Umwelt.
Wach in meinem Bett liegend, starrte ich auf den Sternenhimmel an der Decke des Trainingsraums. Aus den Kopfhörern meines iPods drang Musik. Leise krochen die Erinnerungen an Tom hoch, die ich so sehr verdrängte, dass ich Kopf- und Bauchschmerzen bekam. Manchmal zuckte ich zusammen, wenn draußen etwas laut knallte oder polterte. Aus dem Augenwinkel bemerkte ich das Aufleuchten meines Handys und in derselben Sekunde fing mein Herz an zu klopfen. Außer ihm, rief kaum jemand an. Ich nahm die Kopfhörer ab und ging ran, noch bevor es ein zweites Mal klingeln konnte. Schon wieder ein Videoanruf. »Hey«, flüsterte ich. »Du warst schnell am Telefon, ich habe schon befürchtet dich zu wecken.« Er war in seinem Hotelzimmer und saß auf der Couch, ich konnte es an dem New York Gemälde hinter ihm an der Wand erkennen. »Nein, hast du nicht. Bis eben war ich beim Training«, antwortete ich. »Kannst du nicht schlafen?«, fragte er nachdenklich. »Schon seit Wochen nicht. Obwohl ich müde bin.« Er wirkte angenehm ruhig und seine Stimme klang auch ein wenig müde. Seine Augen aber waren hellwach. »Während der ganzen letzten Monate, hast du dich nie mit jemandem getroffen. Warum nicht?« »Na ja außer deinen Partnern, will mich niemand daten, ganz einfach.« »Angel du bist bezaubernd, welcher Mann würde dich nicht Daten wollen?« »Einige. Die, die noch klar bei Verstand sind. Schon vergessen für die bin ich das Mädchen, das für Geld mit jedem ins Bett geht. Wieso willst du wissen, ob ich jemanden außer dir in der Zeit gesehen habe? Denkst du für die gilt nicht dasselbe. Solange du Spaß mit Ivanka und Co. hast, bekommst du keinen Spaß mit mir.« »Das hatten wir schon... Du hast niemanden wirklich getroffen, das weiß ich. Ich will wissen warum nicht? Außer diesem Joel und die Jungs aber das auch nur flüchtig. Meine Partner hatte ich tatsächlich auch unter Verdacht bei den Fotos die mir zugetragen wurden aber sie haben mittlerweile alle Stellungnahme bezogen. Du wolltest nur das ich glaube, du hättest. Weil du weißt, dass du gekonnt hättest.« Ich atmete schwer auf, setzte mich auf und zog die Knie noch dichter an mich, um diese unangenehmen Bauchschmerzen ertragen zu können. »Es gab genug Gelegenheit ja. Na und. Nur weil ich jemanden mag, muss ich nicht mit ihm intim werden. Jedes Mal, wenn mich jemand anspricht, würde ich am liebsten die Flucht ergreifen und so schnell wie möglich das Weite suchen. Schon aus Angst sie bieten mir wieder Geld an. Ganz zu schweigen vom Körperkontakt, den ich versuche zu vermeiden und den offiziellen Geldangeboten für schnellen, unkomplizierten Sex«, gab ich zu und verfolgte seine Mimik. Sie regte sich aber kaum. Keine Ahnung was er dachte. »Ist auch egal... was willst du? Dich über mich lustig machen?«, unterstellte ich ihm aber wir wussten beide, dass es nicht so war. Er wollte von mir hören, dass da nichts war. »Vor mir läufst du nicht weg. Ich verstehe nicht warum. Du hättest jeden Grund dazu.« »Dimitri, es ist unmöglich an jemandem wie dir vorbeizulaufen. Wenn du etwas willst, rennst du mit dem Kopf durch die Wand, um es zu bekommen. Ich habe Angst, auch vor dir aber im Gegensatz zu anderen Menschen, kannst du irgendwie damit umgehen. Es schreckt dich nicht ab, es trotzdem zu versuchen.« Lange nach dieser Antwort, schwiegen wir uns an. »Wir sollten schlafen gehen. Ich melde mich morgen«, brach er das Gespräch ab und legte auf. Hatte ich was Falsches gesagt? Mir war schlecht und ich fühlte mich schwach. Ein paar Mal musste ich mich noch übergeben und hatte Mühe Schlaf zu finden, obwohl ich nach dem Telefonat viel ruhiger war.