Kapitel 29 ~ * bittersweet angel*

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Als es an der Tür meines Hotelzimmers klopfte, murmelte ich in die Kissen

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Als es an der Tür meines Hotelzimmers klopfte, murmelte ich in die Kissen. Es musste für den jemanden wohl eine Aufforderung gewesen sein reinzukommen, denn kurz darauf klappte die Tür erst ein Mal und dann ein zweites Mal.
»Morgen.« Angel. Das hatte ich völlig vergessen. Es gestaltete sich schwierig einzuschätzen, wie sie reagierte. »Ich sollte dich wecken aber ich komme besser später wieder.« Obwohl ich es absichtlich gemacht hatte, fühlte ich mich jetzt unwohl. Sie sollte mich mit Jessica sehen. Mit dieser Rassefrau neben mir, ihr bewusst machen, dass ich genauso wenig auf sie angewiesen war, wie sie auf mich und keinen Grund hatte ihr etwas vorzuspielen. Wenn ich etwas wollte, wenn mir etwas gefiel, dann nahm ich es mir.
»Dimitri, ich will noch schlafen, schick das Zimmermädchen einfach wieder raus«, nörgelte Jes. Noch in der Nacht war ich von der Vorstellung begeistert, wie Angel uns zusammen sah, doch jetzt. Ich versuchte die Augen zu öffnen, um festzustellen, ob ich wieder sehen konnte. »Du liebe Güte, Mädchen... wie siehst du denn aus?«, stutzte Jes und fuhr hoch. Sie konnte nur Angel meinen. So erschrocken wie sie war, musste irgendwas passiert sein. Angel seufzte und legte irgendwas auf dem Schreibtisch ab.
»Ich bin kein Zimmermädchen aber schon Okay. An Ihrer Stelle Ma'am, würde ich wohl auch so denken. Ich lege Ihnen die Unterlagen auf den Tresen Dimitri.«
»Hast du mich grade Ma'am genannt, wie alt sehe ich denn aus du kleines...« Als ich die Augen versuchte zu öffnete und wie durch einen Schleier zu ihr sah, drehte sie sich weg. Ich musste sie sehen. Es ging aber noch nicht. Jessicas Ton ihr gegenüber gefiel mir nicht und das machte ich auch deutlich.
»Hör auf mit dem Theater... Mir dröhnt der Schädel. Nimm deine Sachen und hau ab«, warf ich der hitzigen Mexikanerin Klamotten zu und stieg in meine Boxershorts.
»Wieso? Ist sie schon die nächste und steht hier an? Oder, ist das etwa die Kleine...«, wurde sie wütend. Ich setzte mich an die Bettkante.
»So viel zu der Aussage, du würdest keine Besitzansprüche stellen. Damit haben wir uns vorerst das letzte Mal gesehen. Jetzt verpiss dich...« Meine Augen waren ganz heiß und gereizt. Ich wischte mir über die Lider.
»Keine Sorge Lady. Ich gehe ebenfalls«, entgegnete Angel meinem Besuch sehr abgeklärt. Sie reichte mir dabei einen kalten Lappen und hatte wohl bemerkt, dass ich Schwierigkeiten mit den Augen hatte.
»Nein Angel, Du bleibst!«, befahl ich.
»Dimitri? Ist das dein Ernst? Du schmeißt mich für die Kleine raus?«
»Wirklich Boss, ich kann einfach wieder gehen. Auf sowas habe ich keine Lust.«
»Angel, du arbeitest für mich und ich habe dich herbestellt. Es interessiert mich nicht, was ihr wollt. Ich will das du gehst Jes.«
»Dimitri komm schon...«
»Was ist an, Verpiss dich, missverständlich? Verschwinde... Mehr als ficken ist nicht drin. Du hattest deinen Spaß...«, wurde ich deutlicher.

Während Jessica aufgebracht das Zimmer verließ, wurde meine Sicht klarer. Erneut seufzte Angel, als die Tür laut ins Schloss knallte.
»Alles Okay mit Ihnen?«, fragte sie besorgt.
»Dir...«, erinnerte ich sie. »Denke schon.«
»Die Augentropfen gab mir dein Hausarzt mit. Vielleicht helfen die.«
»Na schön. Dann mach...«
»Ich?«
»Wer denn sonst...?« Sie atmete schwer. Sie hatte Angst. Zögerlich aber schon wenige Sekunden später, tropfte sie mir etwas von der Lösung in die Augen.
Für eine Weile schloss ich die Lider und bemerkte, wie sie neben mir, neben meinem Kopfkissen etwas auf dem Nachttisch abstellte.
Ihre Nähe war mir grade Willkommen. Der Geruch von heißem, schwarzen Röstkaffee kam mir entgegen und ich roch noch etwas Frisches. Zitrusfrüchte und Heidelbeeren. Frühstück. Mein Hunger war schon da, weil sie im Raum war. Und es war verlockend, dass sie für mich Essen machte. Müde von den letzten Tagen, schlief ich noch mal für eine Weile ein.

Loyalty - heart virus (Teil 1)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt