Im Auto sitzend umgab mich beharrlich sein Schweigen. Draußen zog New York in einem Strom aus Licht und Bewegung an uns vorbei. Die Straßen waren noch belebt, obwohl die Nacht längst über der Stadt lag. Gelbe Taxis schoben sich zwischen dunklen Limousinen hindurch, Reklametafeln spiegelten sich in den nassen Fahrbahnen und aus offenen Türen von Bars drang gedämpfte Musik auf die Straße. Sein Fahrstil, war genauso Intensiv, wie sein Charakter und eine Grenzerfahrung. Er fuhr schnell, entschlossen, ohne ein Zögern aber sicher. Sein Fahrzeug hatte er genauso gut im Griff, wie die Menschen um sich herum.
»Sagst du mir jetzt, wo es hingehen soll? Ich könnte die ganze Nacht durch die Stadt fahren aber...« Stimmt, das hatte ich ganz vergessen ihm mitzuteilen.
»Ins Fitnessstudio, welches ist egal«, sagte ich abwesend.
Im Radio lief Smash Into Pieces mit Chackmate. Der Song war richtig gut. Ich machte ihn etwas lauter. Die Bässe füllten den Innenraum des Wagens und mischten sich mit dem tiefen Brummen des Motors. Das schwarze Leder unter mir fühlte sich glatt und kühl an, während die Lichter der Stadt in kurzen Abständen über Dimitris Gesicht glitten und seine Konturen immer wieder veränderten.
»Sicher«, grinste er beinah unauffällig. Ohne ein Geheimnis aus seinem Gefallen zu machen, trat er auf das Gaspedal und fuhr in das Fitnessstudio nach Brooklyn.
Obwohl sein Handy wiederholt und lange klingelte, ließ er es in der Tasche seines Jacketts, welches ich noch über meinen Schultern über einem königsblauen Top trug.
Das Gebäude des Fitnessstudios lag zwischen zwei älteren Backsteinhäusern und wirkte von außen eher unscheinbar. Hinter den großen Fenstern brannte helles, weißes Licht. Aufkleber mit verschiedenen Kursangeboten klebten an der Eingangstür und drinnen waren die dunklen Silhouetten einiger Geräte zu erkennen.
Im Gym gab ich ihm sein Jackett zurück und schielte hoch zu den Umkleidekabinen.
»Ich geh mich umziehen.«
»Womit willst du anfangen?«, deutete er auf den Fitnessbereich.
Ein gleichmäßiges Rattern von Laufbändern, das Klirren von Metall und das leise Dröhnen von Musik erfüllten den Raum. Der Geruch nach Gummi, Desinfektionsmittel und warmer Luft hing in der Halle. Große Spiegel zogen sich über mehrere Wände und vervielfachten die Reihen aus Geräten und Hantelbänken.
Schulterzuckend überlegte ich kurz und schaute mich um.
»Das Laufband zum Aufwärmen.«
»Da wüsste ich eine attraktive Alternative.«
Ich atmete ein. Wollte er bloß mitkommen, um mich hier zu verführen?
Er legte seine Hand auf meine Schulter und hielt mich zurück.
»Hey, ich rede vom Schwimmen.«
»Bestimmt redest du vom Schwimmen...« Seine Augen blitzten mich unverdrossen an, seine Hand zog lässig am Hosenbund meiner Jeans. Ich verschränkte schützend die Arme vor meiner Brust, als seine Finger, wie Federn über mein Dekolletee streichelten.
Hinter uns liefen zwei Männer an den Geräten vorbei, ohne uns weiter zu beachten. Irgendwo fiel eine Hantel auf eine Matte und rollte ein Stück über den Boden. Die Geräusche um uns herum wirkten plötzlich weit entfernt, als würde ich nur noch seine Stimme und die Wärme seiner Hand wahrnehmen.
Gereizt schaute ich zu ihm auf. Es machte mich völlig kirre.
»Bloß weil du mich küssen durftest, denkst du jetzt ich bin einfach so für mehr zu haben?«
»Einfach ist wohl der falsche Ausdruck, nach neun Monaten, die ich dich schon in meiner Nähe habe...«
Fast Mühelos, durchbrach er meine Abwehr, als seine Hände sich um meine Hüften legten und über meinen Rücken streichelten. Geschickt schob er sie unter mein Oberteil und berührte meine Haut.
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Loyalty - heart virus (Teil 1)
FantasiDie Tattoos auf seiner Haut spiegeln sein Leben wider. Seine so dunkle, verworrene Welt. Die Narben an seinem Körper und im Gesicht, machen seinen Weg unmissverständlich. Er ist ein Krieger auf dem Pfad seiner Feinde. Für dieses eine Ziel, verliert...
