Kapitel 63 ~ * heart journey *

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Dimitri dachte anders

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Dimitri dachte anders. Sein Kopf war geschaffen worden, analytisch zu denken und zu kämpfen. Er war intelligent auf einem anderen Level. Da ich mein Umfeld, so weit von ihm fern hielt konnte er es nicht beobachten. Es blieben ihm nur die wenigen Informationen, die seine Leute ihm liefern konnten. In einem Raum voller Menschen konnte er jeden lesen. Er beobachtete. Er wartete. Er webte sein Netz bis es sicher genug war zu handeln oder Loszulassen. Doch da seine Umgebung sich ständig veränderte und auch die Menschen kamen und gingen, war er nie fertig damit. Je mehr Zeit ich mit ihm verbrachte, umso mehr erkannte ich das. Da ich viel Zeit mit Iris verbrachte hatte er den Moment genutzt sie näher in seinen Wirkungskreis zu holen. Jetzt wo Paola da war mit einem 5 Jährigen Kind, handelte er sofort und schickte seinen zuverlässigsten Mann an ihre Seite. In der Zeit passte er selbst auf mich auf, weil es sonst gerade niemand konnte. Auf dem Weg in den Fahrstuhl sprach er mit 3 verschiedenen Männern. Er erkundigte sich ob alles geklappt hatte und ich dachte erst jetzt darüber nach, was für eine gewaltige Organisationsmacht dahinter stand, mich und mein Umfeld zu sichern. Jeder Mensch der mir nah war, musste ebenfalls geschützt werden. Hier war fast schon traurig, dass seine Befürchtungen mich in sein Leben zu lassen, keine einfache Entscheidung war. Diese Art zu denken, hatte nur er. Es entschied über Leben. 
Als der Fahrstuhl oben ankam, liefen wir schweigend nebeneinander her. Mir kam erst jetzt in den Sinn, dass die Verlobung mit Ivanka so öffentlich war, damit wir uns auf der Ebene bewegen konnten, auf der wir uns gerade bewegten. Ich war viel in seiner Nähe. Damit seine Feinde kein konkretes Ziel hatten, spann er dieses Netz.

Er nahm mich mit rauf ins Hotelzimmer. Wie so oft in letzter Zeit, ließ er mir den Vortritt. Seine Welt war nicht wie die eines normalen Mannes. Sich zu verlieben hieß für ihn nicht, auch automatisch eine Beziehung in Erwägung zu ziehen. Zu wissen das er Gefühle für mich hatte änderte vermutlich nichts an seiner Einstellung, sie hinten anzustellen und nach außen den Schein zu wahren. Für ein bisschen mehr Schutz. 
Die Spannung zwischen uns, war nicht auszuhalten, kaum das er die Tür geschlossen hatte. »Ich muss kurz rangehen«, deutete er auf sein Telefon. Indessen setzte ich mich an seinen Laptop und kümmerte mich um den Bürokram, der liegen geblieben war. Ich erledigte seine geschäftlichen Anrufe. Machte seine Termine und beantwortete E-Mails. Als er sich ins Badezimmer zurückgezogen hatte, klopfte es an der Tür.

»Guten Abend Miss«, grüßte mich das Zimmermädchen und schob einen Servicewagen ins Zimmer. Sie deckte den runden Tisch in der Ecke des Zimmers mit Gläsern, einer Flasche Likör und Erdbeeren ein. Mit viel Liebe zum Detail, verzierte und dekorierte sie den Tisch, wie für ein Liebespaar. Als sie fertig war, zog ich ein paar Geldscheine aus meinem Rucksack und gab ihr ein gutes Trinkgeld.
»Danke, das sieht wirklich sehr gut aus. Nehmen Sie sich doch eine Beere, ich bestehe darauf.« Verlegen schaute sie zum Teller und nickte.
»Einen schönen Abend«, wünschte sie mir und verließ dann das Zimmer.

Irgendwie bekam ich das Gefühl, dass dieses Essen einem bestimmten Zweck dienen sollte. Das war die Uhrzeit, in der er sich meistens mit einer Frau verabredete. Da ich an den Anruf dachte und schon damit rechnete gleich aus dem Raum geschickt zu werden, weil er es sich anders überlegt hatte, packte ich gar nicht erst aus und ließ das Essen unberührt.
»Der Service ist schnell«, stellte Dimitri fest, als er zurückkam. Ich stand am Faxgerät und lächelte, als er nach einer der Erdbeeren griff und in die knackige Schokolade biss.
»Ja und immer freundlich.« Nachdenklich starrte er mich an. »Ich bin gleich weg. Ich schicke bloß noch die Unterlagen los.«
»Willst du weglaufen?« Sein Blick war amüsiert.
»Weglaufen? Nein. An der Stelle schickst du mich sonst auch nach hause. Ehe ich mich versehe, hast du Jessica oder eines deiner Mädchen eingeplant. Wäre ja nicht das erste mal und als ich das Essen sah, der Anruf... Ich dachte du hättest dich vielleicht umentschieden und Jessica oder Ivanka eingeladen.« Er zuckte mit der Braue.
»Was wenn ich euch drei eingeplant hätte?«
»Mein Rucksack, liegt schon bereit...«
»Du teilst nicht gern.«
»Was hat denn das damit zu tun? Ich will nicht neben oder zwischen anderen Frauen und dir sein. Du kannst ja Dante und High gleich dazu laden, dann wird das hier ne Party...« Ein freches Blitzen in seinen Iriden warnte mich vor, doch als er vor mir stehen blieb und mich in seine Arme zog, war ich alles andere als gewarnt oder gefasst. Nicht darauf, was plötzlich passierte. Er war so warm. Lauter kleine Glühwürmchen schlüpften aus ihren Löchern und brachten dieses pulsierende, warme Gefühl in meinen Brustkorb zum Leuchten- durchzogen mich mit dieser wärmenden Gefühlswelle. Verdammt. Ich war unheilbar in ihn verliebt. Da war ich mir sicher.

Loyalty - heart virus (Teil 1)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt