Die Tattoos auf seiner Haut spiegeln sein Leben wider. Seine so dunkle, verworrene Welt macht es ihm unmöglich zu lieben. Die Menschen in seinem Umfeld fürchteten ihn und seine Aura. Die Narben an seinem Körper und im Gesicht, machen seinen Weg unmi...
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In der Nacht stand ich hinter der Bar vom Kiss. Eigentlich sollte ich auf einem Date mit Henry sein aber er hatte mich hier nach einer Fahrstunde mit ihm abgesetzt. Bei ihm fuhr ich besser. Dimitri wusste nichts von den Stunden. Auf der einen Seite freute ich mich auf die Zeit mit Dimitri im Wagen. Dann war da die andere Seite. Die Kalte. Doch ich kam irgendwie damit klar. Ich hoffte, dass er auf diese Weise nicht komplett entgleiste und fuhr absichtlich etwas schlechter. Ich dachte grade an ihn und lauschte der Playlist die im Hintergrund lief. Es waren einfach ein paar meiner Lieblingssongs. House- und Rocksongs. Ich träumte so vor mich hin und wusch Gläser für die nächsten Gäste an der Bar ab. Im VIP Bereich sah ich zur späteren Stunde nur Dante und High. Da sie wie kleine Hunde Dimitris Befehlen folgten, hielten sie sich außerhalb der Arbeit von mir fern. An der Bar tauchte plötzlich Iris auf. Ihre Augen waren ganz gerötet und sie wirkte irgendwie abwesend. Erst als ich sie ansprach und fragte, was sie trinken wollte, bemerkte sie mich. Sie trug ein Bauch- und Schulterfreies Top mit schwarzroten Streifen. Darüber trug sie eine kurze, schwarze Weste und dazu einen kurzen, schwarzen Rock. »Du, ich hab dich hier um die Zeit gar nicht erwartet...« »Ich habe meistens die Nachtschichten aber eher am Freitag und Samstag...«, merkte ich an. »Verstehe, da bin ich unten am Lords bei den Rennen oder außerhalb der Stadt. Ich nehme eine Schwarze Fee und ein Wodka pur.« Sie seufzte und schaute auf ihr Handy. »Alles okay...«, fragte ich sie beiläufig als ich ihr den Wodka und ein paar Snacks hinstellte. »Stress mit meinem Alten. Der dreht völlig am Rad. Er weiß schulisch alles und privat nichts. Na ja und er stellt mir ständig irgendwelche Ultimaten. Ganz ehrlich, wenn ich eine Bleibe hätte, wäre ich längst ausgezogen aber alleine kann ich mir das nie leisten.« Während sie von ihrem Vater sprach, dachte ich an Tom. Auch er hatte mir ein Ultimatum gestellt. Da bereits ein Brief am Morgen vom Gericht eingegangen war, wusste ich das bald Kontrollen anstanden. Im Internat hatte ich erzählt ich währe nach Hause gegangen. Das kam sicher nicht gut. Die Auflage galt nur noch bis zu meinem Abschluss. Es wusste ja keiner, dass ich versuchte ihn vorzuverlegen. Ich hatte keinem davon erzählen. Dann war der Druck nicht so groß. Wenn es nicht klappte, würde ich die Schule abbrechen müssen. »Seltsam, dass du das sagst. Mein Stiefvater ist auch so...« Iris erinnerte sich wohl, an die eine oder andere Szene vor dem Internat. Sagte aber nichts. Tom war hin und wieder dort aufgetaucht, um mich zu kontrollieren, ob ich zum Unterricht ging. Da er von den geänderten Zeiten scheinbar nichts wusste, hatte ich lieber den Anpfiff in Kauf genommen. Irgendwie hatte es auch seinen Witz ihn zu ärgern.
»Magst du Hunde?...«, fragte ich sie. »Soll das ein Scherz sein? Du hast doch gesehen, wie ich die Fellschnuten damals angehimmelt habe. Aber mein Vater erlaubt keine Tiere.« Ich stellte ihr eine Schwarze Fee hin und wagte dann einen Versuch. »Dann hätte ich vielleicht eine Lösung für dein Problem.« Ihre Haltung richtete sich und sie saß aufrecht. »Ich höre meine Dame...« Ich musste lachen. »Ich wohne grade nicht zuhause. Um ehrlich zu sein, habe ich eine eigene Wohnung. Mein Stiefvater erpresst mich damit. Er will mich bei Gericht anschwärzen, wenn ich nicht bis zu meinem Abschluss zurück nach Hause komme. Das heißt ich kann Loki und Odin dann nicht mitnehmen. Hast du Lust solange bei mir zu wohnen. Wenn ich mein Abschluss habe, können wir die Wohnung teilen.« Als sie die Stirn runzelte und mich so ernst ansah, befürchtete ich schon, dass sie ablehnte. »Dein Stiefvater ist also auch ein richtiges Ekel. Und ich dachte schon mein Vater wäre übel... Das tut mir Leid. Unter den Umständen, würde ich eigentlich nicht gern Ja sagen. Weil das ist echt Scheiße für dich. Doch das Angebot ist einfach zu gut, um es abzulehnen. Also, ja ich will das unbedingt. Wo wohnst du?« »Die Wände haben hier im Club Ohren, ich schreib es dir auf.« Iris lehnte sich über die Bar und griff nach einem Stift. Sie schrieb mir etwas aufs Dekolletee. »Das ist meine Handynummer. Du kannst mir die Adresse einfach schicken. Also haben wir einen Deal?« Wir tauschten nachdenkliche Blicke aus und lächelten dann beide. Wir reichten uns die Hand und nickten. »Deal...« Ich erzählte ihr an dem Abend von meinen Plänen bezüglich des Abschlusses und sie fand die Idee gut. Wenn wir beide zusammen für die Prüfung lernen würden, hätten wir unsere Ruhe und könnten uns dem widmen, was wir liebten.