Kapitel 13

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Ich fahre uns zu unserer Schule und der Parkplatz ist fast voll, sodass ich erst ein paar Probleme habe, überhaupt einen Parkplatz zu finden.
Endlich habe ich einen gefunden und wir steigen aus meinem Auto. Unbeabsichtigt scanne ich den Platz nach einem schwarzen Mercedes ab und ich bekomme direkt Schmetterlinge im Bauch, als ich sein Auto sehe.
Cleo entgeht mein Blick nicht und sie stupst mich leicht in die Seite. "Komm schon, träumen kannst du innen auch", lächelt sie und wir gehen die Treppe zur Schule hinauf.

Innen ist alles wunderschön und angemessen geschmückt. Das Licht ist etwas gedämmt, aber dennoch ist es hell genug, um alles und jeden zu erkennen. Wir gehen durch die riesige Aula und suchen unsere Freundinnen.
Als wir sie entdecken, gehen wir direkt zu ihnen hinüber und setzen uns zu ihnen. Natürlich sitzt Tyler auch an unserem Tisch. Leider gehört er irgendwie zu unserer Freundesgruppe dazu. Er scannt meinen Körper ab, als ich mich hinsetze. Wieso nicht ein bisschen mit ihm spielen, so wie er es mit mir gemacht hat.
Ich laufe auf ihn zu und lasse meine kleine Handtasche fallen. Ich merke, wie sein Blick auf meinem Arsch ist, als ich mich bücke, um sie wieder aufzuheben. Schmunzelnd ertappe ich ihn dabei und ziehe eine Augenbraue nach oben.
Ich setze mich zwei Stühle weiter weg von ihm hin und Cleo setzt sich direkt neben mich. Wir reden ein bisschen und lachen über die Outfits von manchen Leuten hier.
"Habt ihr schon Mr. Lancaster gesehen? Er sieht heute noch heißer aus, als sonst", flüstert uns Ashley zu. Das kann ich mir nur zu gut vorstellen, Ashley.
Wie gerufen, betritt er die Aula und ich weiß nicht, ob ich es mir einbilde, aber auf einmal ist es still und alle schauen auf ihn. Er lässt sich nicht beirren und steuert auf die Bar zu. Dort begrüßt er einen anderen Mann und gibt ihm einen Handschlag. Das muss also ein Kumpel von ihm sein.
Während die beiden reden, schaut er durch den Raum und seine Augen bleiben auf mir haften. Ein leichtes Schmunzeln umgibt seine Lippen, ehe er sich wieder wegdreht und sich weiter mit seinem Kumpel unterhält. "Willst du ein bisschen was davon haben?", fragt Logan mich, der fast gegenüber von mir sitzt. "Ich glaube, das ist keine so gute Idee. Ich bin ein ziemliches Leichtgewicht, was Trinken angeht", lache ich. "Außerdem bin ich mit dem Auto hier."
Tyler lacht in sich hinein und das stachelt mich sofort an. "Ach, ich kann das Auto auch einfach über Nacht hier lassen und meinen Fahrer später anrufen." Bei diesem Satz blicke ich ihm missbilligend in die Augen und nehme einen Schluck aus meinem Glas. Es brennt und schmeckt widerlich. "Fuck, Logan. Was ist das?" Ich verziehe das Gesicht, aber nehme noch einen großen Schluck, bevor ich das Glas an Cleo weitergebe, die es dankend annimmt. "Whiskey Cola." Widerlich.

Eine halbe Stunde später bin ich schon etwas angetrunken und die Mädels und ich unterhalten uns über alles Mögliche. Sie sind auch schon angetrunken und lachen die ganze Zeit. "Ich geh mal schnell auf die Toilette", schreie ich über die Musik hinweg.
Ich weiß genau, dass Tyler es gehört hat, aber ich warne ihn mit einem Blick, der ihn töten würde, wenn er könnte. Er lacht nur schelmisch.
Ich stehe auf und merke, dass ich nicht mehr so ganz stabil auf den Beinen bin, aber dennoch schaffe ich es irgendwie, durch die Tür auf den Flur zu gelangen. Kurz lehne ich mich an die Spinde und warte, bis sich der Raum aufhört, zu drehen.
Es wird langsam besser und ich beschließe, in Richtung der Toilette zu gehen. Ich schaue auf den Boden, aus Angst, dass ich gleich über meine eigene Füße stolpere.
Plötzlich merke ich einen Widerstand, der mich am Weitergehen hindert. "Oh, sorry", sage ich.
In dem Moment als ich aufsehe, blicke ich in zwei eisblaue Augen, die mir mittlerweile sehr bekannt sind. "Ms Almond, schön Sie zu sehen." Ms Almond? Jetzt sind wir anscheinend wieder beim Formalen angekommen. "Ja, unerwartet hier in der Schule eine Schülerin zu sehen", spaße ich und sein Blick verdunkelt sich. Ups. "Tut mir leid. Manchmal rede ich schneller, als ich denken kann." Ich schaue beschämt auf unsere Schuhe.
Er trägt schwarze glänzende Anzugschuhe und den dazu passenden Anzug, der ihm zu gut passt. Vorsichtig hebt er mein Kinn an und schaut mir tief in die Augen. Für einen kurzen Moment vergesse ich, zu atmen und verliere mich in seinen Augen. Seine schwarzen Haare fallen ihm ins Gesicht, als er mein Gesicht studiert.
Der Moment hält nicht lange an, denn als ein paar andere Schüler aus dem Klo kommen, lässt er mich abrupt los und geht ein paar Schritte zurück. Was war das? "Sie sollten wieder reingehen. Nicht, dass Sie alles verpassen."
Ich nicke. Doch dann schüttle ich den Kopf. "Nein, ich wollte gerade auf die Toilette gehen", bringe ich geradeso heraus.
Schnell setze ich mich in Bewegung und gehe durch die Tür auf die Toilette. Innen stemme ich mich am Waschbecken ab und sehe, dass meine Augen etwas gerötet sind. Was zum Teufel war das?
Nachdem ich fertig bin, checke ich nochmal kurz meine Haare und trete dann wieder hinaus auf den Flur. Zu meiner Überraschung lehnt Mr. Lancaster immer noch gegenüber an der Wand und schaut auf sein Handy.
Ich beschließe, zurück in den Saal zu gehen. Doch dann spüre ich eine starke Hand, die mich schon ein paar Mal berührt hat. Mit einem Ruck dreht mich Mr. Lancaster in seine Richtung und bringt seinen Mund nahe an mein Ohr. "Sie sehen heute übrigens bezaubernd aus, bambola", flüstert er mir ins Ohr und meine Beine drohen unter mir nachzugeben. Ich finde meine Stimme wieder und bin auf einmal selbstbewusster als vorher. Also bringe ich meinen Mund ebenso nahe an sein Ohr. "Sie sehen auch nicht gerade übel aus, Mr. Lancaster." Ich beiße mir auf die Lippen, bevor ich mich umdrehe und wieder zurückgehe.

Schweigsames VerlangenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt