Normalerweise rauche ich nicht, aber der heutige Tag verlangt das einfach von mir.
Ich setze mich auf die Stufen vor der Schule und zünde mir eine Zigarette an. Noch bevor ich den ersten Zug nehmen kann, höre ich ein Räuspern hinter mir. Mr. Lancaster setzt sich neben mich und fährt sich durch die Haare.
"Falls du mir jetzt sagen willst, dass Rauchen schlecht für meine Gesundheit ist, dann kannst du gleich wieder gehen. Ich habe bereits einen Hausarzt", lache ich beinahe und ziehe an der Zigarette.
Er beäugt mich von der Seite. "Kann ich auch mal?" Diese Frage haut mich komplett um und ich starre ihn mit offenem Mund an. "Schau nicht so. Denkst du nicht, dass ich mal so jung war wie du und irgendwas zu mir genommen habe, dass vielleicht schädlich oder illegal war?", lacht er und greift nach meiner Zigarette, um selbst daran zu ziehen. Damit habe ich jetzt wirklich nicht gerechnet.
"Es tut mir leid", flüstert er beinahe.
"Was tut dir leid?", starre ich auf meine Hände. "Dass ich dein Leben und deine Karriere zerstört habe, weil ich einfach nur egoistisch bin und ich mit dir geschlafen habe, weil ich..", bricht er ab.
Jetzt schaue ich ihn an. "Weil du was?", frage ich neugierig. Ich weiß nicht, ob ich die Antwort momentan verkraften kann, aber ich will es trotzdem hören.
"Weil ich.. dich nicht aus meinem Kopf kriege und ständig an dich denken muss", sagt er leise. So leise, dass ich es fast nicht verstehe. "Mir geht es genauso", gebe ich zu.
"Vielleicht sollten wir uns aus dem Weg gehen", sagt er nach einer Weile und fährt sich mal wieder durch die Haare.
Alle verlassen mich. Ich habe keine Freunde mehr, da ich James betrogen habe und selbst Josh will nichts mehr mit mir zu tun haben. Super.
"Verlass mich, denn das tun schließlich alle, sobald es mit mir etwas schwieriger wird", gebe ich fast lautlos von mir.
Josh hat es dennoch verstanden und dreht mich an der Schulter zu sich herum. "Was ist los?", fragt er besorgt und legt eine Hand auf meine Wange.
"Das solltest du besser nicht hier in der Schule tun." Er zieht die Hand wieder zurück, aber sieht mich nach wie vor an. "Die Anderen wissen nicht, dass ich James mit dir betrogen habe. Sie wissen lediglich, dass ich ihn betrogen habe, deshalb wusste auch Mrs. Johnson nichts davon."
"Das heißt, dass James also kein komplettes Arschloch, sondern nur ein halbes ist?", lacht er und ich muss tatsächlich in sein Lachen einsteigen. "Könnte man so sagen, ja."
Er rückt ein Stückchen näher zu mir und drückt mir etwas in meine Hand. Ich blicke auf den kleinen Zettel und schaue ihn an.
"Meine Nummer. Falls du mal jemanden zum Reden brauchst." Er drückt mein Knie nochmal kurz, bevor er aufsteht und wieder ins Gebäude geht. Ich werde von allen wie Luft behandelt und fühle mich von Minute zu Minute schlimmer.
Keiner spricht mit mir und alle versuchen, mir aus dem Weg zu gehen. So geht das schließlich den ganzen restlichen Tag.
Endlich bin ich wieder zuhause und gehe hoch in mein Zimmer. Ich krame den Zettel aus meiner Tasche und tippe die Nummer in mein Handy. Noch bevor ich realisieren kann, was passiert, rufe ich auch schon an.
Es hebt niemand ab und ich lege enttäuscht mein Handy zur Seite.
Es sind mittlerweile fünf Stunden seit dem misslungenen Anruf vergangen und er hat noch nicht zurück gerufen.
Es ist jetzt 22 Uhr und ich mache mich bettfertig. Als ich gerade wieder unter die Decke kriechen will und meine Tonerde-Maske einwirken lassen will, klingelt mein Handy. Ich gehe sofort ran. Es ist Josh. "Hey", sage ich neutral.
"Mach die Tür auf."
"Was?", frage ich.
"Mach einfach. Es ist kalt draußen", mit diesem Satz legt er auf und ich renne schnell und leise nach unten.
Josh steht tatsächlich vor der Tür und hat Wein und Schokolade dabei. Lächelnd bitte ich ihn herein und wir schleichen uns in mein Zimmer nach oben.
Innen angekommen, sieht sich Josh um und lacht etwas in sich hinein. "Was ist so witzig?", frage ich.
"Naja, es ist ganz anders, als ich mir dein Zimmer vorgestellt habe", gibt er schulterzuckend zu und setzt sich auf mein Bett.
"Du hast dir also mein Zimmer vorgestellt, hm?", necke ich ihn.
Er rollt mit den Augen und zieht mich an einem Bein zu sich. "Hey", boxe ich ihn und er lässt sich mit mir zusammen nach hinten auf die Matratze fallen. "Du denkst wohl, dass du stärker bist als ich?"
Unsere Gesichter sind jetzt nur noch ein paar Zentimeter voneinander entfernt. "Ich weiß nicht, ob wir das tun sollten", hauche ich ihn an und presse meine Schenkel aufeinander.
Er platziert mich so, dass ich direkt auf seinem besten Stück sitze. Ich spüre seine Errektion und mir entfährt ein Seufzer. "Wieso tust du das?"
"Weil ich es will", sagt er ehrlich. Verdammt ehrlich.
DU LIEST GERADE
Schweigsames Verlangen
Roman d'amourFlorence genießt in ihrem Leben und auch an ihrer neuen Schule eine Menge Aufmerksamkeit vor allem von Seiten der Jungs. Sie war noch nie wirklich interessiert an irgendwelchen Bekanntschaften. Doch dann trifft sie diesen einen Typen, der sie zum Sc...
