Als ich mich gerade auf den Weg zu meinem Deutschkurs mache, den ich jetzt schon hasse, laufe ich Tyler über den Weg. Er nickt mir einmal unauffällig zu und wendet sich dann wieder seinen Freunden oder sollte ich eher sagen seinen Hunden, die ihm hinterherlaufen, zu.
Ich würdige ihn keines Blickes. Auf so einen Vollidioten mehr kann ich ganz gut verzichten.
Deutsch vergeht zum Glück wie im Flug und ich bin froh, als Mrs. Low uns endlich entlässt und ich hier rauskomme.
Im Physikkurs stoße ich sofort auf Cleo, die mich mitleidig anschaut. Als ich meinen Platz erreiche, kommt sie auf mich zugelaufen. "Weißt du, ich hab..", fängt sie an, doch ich unterbreche sie. "Jaja, ich hab's dir gesagt. Danke, Cleo." Ich setze mich auf meinen Stuhl und Cleo stellt sich demonstrativ vor mich hin. "Eigentlich wollte ich dir gerade sagen, dass ich ein Stück Schokokuchen für dich dabei habe, aber wenn du es nicht willst.."
"Gib schon her." Jetzt muss ich lachen und Cleo stimmt sofort in mein Lachen ein. "Danke. Das ist genau das, was ich jetzt brauche nach Tyler und dem Matheunterricht."
Cleo verschluckt sich an ihrem Stück Kuchen und sieht mich erwartungsvoll an. "Nach dem Matheunterricht? Bei Mr. Ultimativ-Sexy?" Sie hebt eine Augenbraue und ich versuche, sie unter meinem Tisch hindurch zu treten. "Ja, Mr. Lancaster macht mich fertig mit seinen ständigen Stimmungsschwankungen", genervt rolle ich mit den Augen. "Ach ja? Ich habe gehört, dass er relativ chillig sein soll. Du musst ja einen ganz schönen Nerv bei ihm getroffen haben, dass er dir gegenüber so streng ist." Cleo weiß nichts von meinem Zusammenstoß mit ihm an meinem allerersten Schultag und ich plane auch, sie vorerst nicht einzuweihen. Es war ja auch schließlich nicht weiter wild, oder?
Mr. Crown versucht mit aller Kraft, den Physikkurs spannend zu gestalten. Doch ich kann mich weder auf ihn noch sein Gesagtes konzentrieren.
In meinem Kopf dreht sich alles um Mr. Lancaster, Tyler und mein abgefucktes Leben. "So, das wäre es für heute. Vergessen Sie nicht, mir morgen Ihre Hausaufgabe abzugeben. Sie fließt in Ihre Benotung mit ein. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Schultag." Mit diesen Worten entlässt uns Mr. Crown und Cleo und ich schlürfen in die Mensa.
Bevor wir an unseren Tisch treten, sehe ich Tyler, der an seinem gewöhnlichen Platz neben mir sitzt. "Also ich kann mich auch heute auf deinen Platz setzen, wenn du willst", beäugt mich Cleo von der Seite. Ich winke nur ab und schüttle den Kopf. Diese Genugtuung werde ich diesem Arschloch nicht geben.
Fröhlich ziehe ich den Stuhl heraus und widme mich sofort unseren Freunden. Alle widmen sich ihrem Essen und ich bin sehr froh darüber, dass Tyler kein großes Ding daraus macht.
Genau in diesem Moment spüre ich wieder eine Hand auf meinem Bein. Tyler kneift mir in meinen Oberschenkel, aber sieht mich nicht an. Ich weiß genau, dass das nur ein weiterer Versuch ist, mich herumzukriegen. Nicht mit mir.
Als ich lache, schlage ich Tylers Hand von meinem Oberschenkel, tue aber so, als hätte ich nichts getan. Tyler schaut mich verdutzt von der Seite an. Also tue ich das Einzige, was mir gerade einfällt. Ich kratze mich am Kopf mit meinem Mittelfinger.
Seine Atmung wird schneller und mit einem Ruck ist er auf den Beinen und zerrt mich mit nach oben. "Tyler, verdammte Scheiße, was machst du?", höre ich Cleo neben mir rufen. Ich winke ab und folge Tyler nach draußen. Wir lassen einen Tisch mit verdutzten Gesichtern zurück.
Bei den Schließfächern angekommen, winde ich mich aus Tylers Griff. "Sag mal, hast du noch alle Latten am Zaun?" Meine Augen werde groß und ich werde wütend. Sehr wütend.
"Ach komm schon. Ich habe einige Sachen über dich gehört. Vielleicht sollten wir irgendwo hingehen, wo wir ungestört sind. Dann können wir entspannt da weitermachen, wo wir aufgehört haben", flüstert er mir ins Ohr. Sein Atem ist warm und ich glaube, dass ich mich gleich übergeben muss. "Tyler, lass die Scheiße", schreie ich beinahe, als Tyler mit der einen Hand meinen Rock nach oben schiebt.
Ich kann mich nicht wehren. Ich bin wie geschockt und ein Schauer fährt meinen Rücken entlang. "Ich will das nicht", versuche ich es jetzt mit Schreien.
Bevor Tyler noch weiter nach oben gehen kann, sehe ich eine starke Hand, die ihn davon abhält. Sie gehört zu ihm.
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Schweigsames Verlangen
RomansaFlorence genießt in ihrem Leben und auch an ihrer neuen Schule eine Menge Aufmerksamkeit vor allem von Seiten der Jungs. Sie war noch nie wirklich interessiert an irgendwelchen Bekanntschaften. Doch dann trifft sie diesen einen Typen, der sie zum Sc...
