Wir fahren zu einem schicken Restaurant und ich freue mich tatsächlich darauf, mal etwas gescheites zwischen die Zähne zu bekommen, nachdem ich ja die letzten Tag fast nichts gegessen habe.
Olivia und ich steigen aus dem Wagen und laufen auf den Eingang zu. "Wartet Jack innen?", frage ich Olivia. Sie nickt. "Ja, er ist schon da." Irgendetwas an ihrem Ton ist komisch und suspekt. Naja, vielleicht bilde ich mir das auch einfach nur ein. Ich hatte ja wirklich nicht sehr viel Kontakt mit anderen Menschen.
Innen angekommen, sehe ich Jack und.. Josh an einem der vielen Tisch sitzen. Josh lacht. Als er mich erblickt, erstirbt sein Lachen auf einmal und er räuspert sich, bevor er etwas zu Jack sagt. Er sieht nicht gerade begeistert aus, mich zu sehen.
"Ist das euer Ernst?", flüstere ich Olivia zu. Sie schaut mich mit einem kleinen Lächeln an. "Es tut mir leid, aber so kann es nicht weitergehen. Ihr müsst unbedingt reden, und da ihr das von selbst niemals gemacht hättet, mussten wir etwas unternehmen. Hör dir an, was er zu sagen hat", drückt sie meine Hand und ich schlucke. Ich weiß nicht, ob ich dazu bereit bin.
Wir laufen zu den beiden an den Tisch und Josh rutscht ans Fenster, sodass ich neben ihm Platz nehmen kann. Die Stimmung ist irgendwie komisch aufgeladen und niemand sagt etwas. "Leute", schaut Jack uns abwechselnd an. "Geht raus. Redet miteinander verdammt nochmal."
Josh und ich sehen uns an und stehen dann auf, um nach draußen zu gehen.
Es regnet und wir gehen zu Joshs Auto hinüber, da wir uns hier sonst nirgends unterstellen können. Als ich mich auf den Beifahrersitz setze, bekomme ich Flashbacks und ich glaube, Josh geht es ganz ähnlich, denn er schluckt schwer. "Also?", frage ich mit zitternder Stimme.
Josh wischt seine Hände an seiner grauen Anzugshose ab und sieht mich nicht an. "Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was das hier soll", sagt er trocken. Ich schüttle den Kopf. "Ich auch nicht." Ich werde etwas sauer und mache mich schon bereit, das Auto wieder zu verlassen. Doch Josh legt sofort eine Hand auf mein Bein und hindert mich am Aussteigen. "Bleib bitte hier."
"Wozu? Es ist doch alles gesagt. Das haben wir doch schon im Krankenhaus besprochen. Du und ich, das ist vorbei", rolle ich mit den Augen und blinzle eine Träne weg. Er sieht mich verwirrt an. "Das willst du?"
Ich wedle mit den Händen vor mir herum. "Es ist scheißegal, was ich will, aber Fakt ist nun mal, dass du dich gegen mich entschieden hast, als du das beschissene Geld von meinem Vater genommen hast", sage ich resigniert.
Er atmet ein paar Mal tief ein und aus. Ich habe keine Ahnung, was gerade in seinem Kopf vorgeht.
Josh dreht sich langsam zu mir um und blickt mir tief in die Augen. "Ich habe das Geld nicht genommen." Seine Stimme ist rau und klingt etwas tiefer als normalweise. Ich bin verwirrt. "Was?", schüttle ich mit dem Kopf.
Er greift nach meiner Hand und ich bin wie in Trance. "Ich habe das Geld von deinem Vater nie genommen. Er hat mir zwar gedroht, aber das war mir egal. Bis zu dem Zeitpunkt als er angefangen hat, dich ins Spiel zu bringen und dir sämtlich Sachen zu verbauen, wenn das mit Uns weitergehen sollte. Ich hatte keine Wahl, als dich freizugeben. Ich könnte mir niemals verzeihen, wenn du etwas in deinem Leben nicht bekommst nur wegen mir. Das ist auch der Grund, warum ich dich im Krankenhaus belogen habe. Ich dachte, dass es mir nicht so wehtun würde, denn so lange kennen wir uns ja noch nicht, aber, verdammt", fährt er sich durch die Haare, "ich kann nicht ohne dich sein und das will ich auch nicht. Ich habe noch nie jemanden so sehr geliebt wie dich und die letzten Tage und Wochen waren für mich der Horror. Ich habe nicht viel mit Jack gesprochen außer ab und zu, wenn ich mal reden wollte."
Es ist so viel Information auf einmal und ich bin komplett überfordert mit der ganzen Situation. "W-w-was?", stottere ich. Er fährt sich erneut durch die Haare und blickt mich dann wieder an. Sein Blick ist jetzt noch viel tiefgründiger als vorher. "Ich liebe dich, Florence Allmond und es gibt nichts auf dieser Welt, das das jemals ändern könnte", gibt er zu und in seinem Blick liegt nichts außer Ehrlichkeit. Er schenkt mir gerade sein Herz und ich bin sprachlos.
Wir sitzen eine Weile so da, bevor ich über die Mittelkonsole klettere und auf seinem Schoß sitze. Ich nehme sein Gesicht in beide Hände und blicke ihn an.
Im nächsten Augenblick presse ich meine Lippen so hart auf seine, dass es beinahe wehtut. Doch es ist ein wunderschöner Schmerz. Ich löse mich von ihm und lächle ihn an. "Verdammt, Lancaster", murmle ich, „ich liebe dich auch." Mehr muss ich nicht sagen, dass Josh wieder seine Lippen auf meine legt und wir uns hitzig küssen. Wir sitzen einfach nur eine Viertelstunde da und küssen uns. Wir saugen uns aus und es fühlt sich verdammt gut an.
DU LIEST GERADE
Schweigsames Verlangen
RomanceFlorence genießt in ihrem Leben und auch an ihrer neuen Schule eine Menge Aufmerksamkeit vor allem von Seiten der Jungs. Sie war noch nie wirklich interessiert an irgendwelchen Bekanntschaften. Doch dann trifft sie diesen einen Typen, der sie zum Sc...
