Meine Mutter hat Maultaschen gemacht (oder besser gesagt gekauft) und Brooklyn beäugt die Dinger ein wenig komisch.
"Was ist das?"
"Das kannst du essen, keine Sorge." Ich lache, als er sich skeptisch einen winzigen Teil abschneidet und dann in den Mund schiebt.
"Und?", fragen die Zwillinge nach und für einen Moment sind alle Blicke auf Brooklyn gerichtet. Er kaut und sieht dabei höchstkonzentriert aus. Ich kann nicht anders, als loszulachen.
"Schmeckt's dir nicht?"
"Doch, doch. Hey, das ist sogar echt lecker." Brooklyn lächelt mich an und schiebt sich die nächste Gabel in den Mund.
Nach dem Abendessen beschließe ich, Brooklyn ein wenig draußen rumzuführen, auch wenn in unserer Gegend nicht viel los ist und man in die Stadt reinfahren müsste, um irgendwas zu erleben. Aber zum einen will ich nicht, dass Brooklyn vielleicht doch erkannt wird und zum anderen möchte ich lieber die Zeit genießen, wo wir alleine sind, ohne Menschen um uns herum.
"Weiß eigentlich jemand, dass du hier bist, also hat das jemand mitbekommen? Fans, meine ich jetzt.", erkundige ich mich, während wir in unsere Jacken schlüpfen.
"Ich glaube nicht, ich bin ja allein geflogen. Bis ich ins Flugzeug bin, waren immer Security mit dabei, aber mich hat auch in London keiner erkannt."
Erst jetzt fällt mir ein, dass er ja sonst immer mit seinen Eltern unterwegs ist und wahrscheinlich auch im Privatjet. Und jedes Mal, wenn die Beckhams irgendwo hin fliegen, sind Fotografen am Flughafen. Deshalb wundert es mich auch, dass es anscheinend noch niemand mitbekommen hat, dass Brooklyn jetzt in Deutschland ist.
Ich rufe noch "Wir sind jetzt draußen!" ins Wohnzimmer, bevor ich die Haustür hinter mir zuziehe.
"Wo lang?", fragt Brooklyn und deutet nach links und rechts.
"Hier lang." Wir gehen nach rechts, denn irgendwann stehen wir dann nicht mehr in dem Wohngebiet, sondern sind umgeben von Feldern.
"Sagen deine Eltern eigentlich nichts dazu, dass du hier bist? So ganz ohne Bodyguards oder so." Ich vergrabe die Hände in den Taschen meiner Jeansjacke.
Brooklyn zuckt mit den Schultern. "Also so schlimm ist es zum Glück noch nicht, wenn ich alleine mit Freunden draußen bin."
Die Art, wie er sagt 'noch nicht' macht mir bewusst, dass er sein ganzes Leben im Rampenlicht steht und bestimmt auch immer stehen wird. Selbst wenn er 'nur' der Sohn von David und Victoria ist und nie irgendwie Fußballspieler werden möchte, er wird nie wissen, wie es ist, wenn dich niemand kennt, wenn du im Supermarkt einkaufst. Ich kann mir vorstellen, dass es im Ausland, also hier, nicht so viele sind, die ihn erkennen, vor allem nicht, ohne Eltern oder Geschwister. Trotzdem wollte ich das nicht.
"Deutschland sieht so anders aus als England.", bemerkt Brooklyn, nachdem wir eine Weile schweigend nebeneinander hergelaufen sind. Er dreht sich während dem Laufen einmal im Kreis und deutet lachend auf die kleinen Gartenzwerge, die im Vorgarten eines Hauses stehen.
Die Sonne geht langsam unter und ich bedauere es ein bisschen, dass wir hier nicht so schöne Sonnenuntergänge haben. Trotzdem bleiben wir kurz stehen, als Brooklyn ein paar Fotos schießt. Zu spät bemerke ich, dass er auch mich fotografiert und meine Versuche mein Gesicht zu verstecken sind nutzlos, also gebe ich auf und probiere auf ein paar Bildern wenigstens einigermaßen gut auszusehen.
"Ich hätte meine Kamera mitnehmen sollen, aber das Handy muss es jetzt auch tun.", meint Brooklyn und streckt den Arm aus. "Komm, ein schönes Bild von uns beiden."
Ich verdrehe nur die Augen, stelle mich dann aber neben ihn, wobei man nur meine Stirn und Augen im Bild sehen kann.
"Sag mal, wie groß bist du eigentlich?" Brooklyn geht demonstrativ in die Knie, sodass er mir grad bis zur Schulter geht.
Ich stütze meinen Arm auf seinem Kopf ab und strecke ihm die Zunge raus. Er macht ein Bild und richtet sich wieder auf, diesmal legt er den Arm um meine Hüfte.
"Okay, jetzt ein wirklich schönes Bild. Wer weiß, wann wir uns das nächste Mal sehen?"
Diese Aussage verschafft mir ein unglaublich seltsames Gefühl im Magen. Brooklyn ist zwar erst seit heute hier, aber genauso schnell wie er hier war, wird er auch wieder in London sein. Ich versuche, die ganzen Gedanken auf Sonntag zu verschieben. Ich weiß, dass ich jetzt nur ziemlich gequält lächeln kann, also stelle ich mich auf Zehenspitzen und drücke ihm einen Kuss auf die Wange. Verdammt, warum ist er auch so groß? Gut, ich bin vielleicht auch nur klein.
Brooklyn steckt das Handy zurück in seine Hosentasche und seine Hand legt sich auf meine Taille. Vorsichtig kommt er mir näher und ich lege meine Hand in seinen Nacken und ziehe ihn ungeduldig zu mir runter. Ich hätte mir keinen schöneren Kuss vorstellen können und bin so unglaublich glücklich.
Wärme strömt von meinen Lippen ausgehend durch den ganzen Körper und ich fühle mich, als stünde ich unter Strom. Dieses angenehme Kitzeln von seinen weichen Lippen und mein Herz schlägt bis zum Hals. Am liebsten würde ich jetzt ein Foto von uns machen, so wie wir beide eng umschlungen da stehen.
Als er sich schließlich von mir löst, spüre ich, dass meine Hände inzwischen eiskalt sind. Verdammtes Aprilwetter, dabei ist es gerade mal acht Uhr abends.
"Das war schön." Brooklyn schenkt mir ein Lächeln und mit seinen leicht geröteten Wangen sieht er nur unglaublich süß aus. Ich nicke und meine Mundwinkel ziehen sich automatisch nach oben.
"Sollen wir zurück gehen? Hier ist nicht wirklich viel mehr zu sehen.", schlage ich vor. Brooklyn nickt und fährt sich durch die Haare.
Das macht er tausend Mal am Tag, obwohl seine Haare immer perfekt aussehen. Ich liebe es, wenn er das macht, wie er seinen Kopf ein wenig schrägt legt und somit bisschen schüchtern wirkt. Ich wünschte, ich könnte mit meinen Augen Momente einfangen, dann würde ich diese ständig anschauen. Wie seine Zunge in die Innenseite seiner Wange sticht und wie er sich immer mal wieder umdreht, während wir zurücklaufen. So, als ob uns jemand verfolgt, dabei ist das wahrscheinlich nur, weil er das von London und den Paparazzi gewöhnt ist.
"Was machen wir morgen?", fragt er mich. Ich zucke mit den Schultern.
"Wenn du möchtest, können wir in die Stadt gehen, so bisschen Sightseeing." Obwohl ich ihn am liebsten den ganzen Tag ganz für mich hätte, kann ich es Brooklyn ja nicht vorenthalten, auch was anderes zu sehen als unser Haus.
"Ist dir kalt?", fragt er dann nochmal nach und greift nach meinen Fingern. Das sie inzwischen zu halben Eisklumpen mutiert sind, ist ihm Antwort genug und er umgreift sie mit seinen großen Händen.
Auch wenn meine andere Hand zwar immer noch friert, genieße ich die Momente in denen wir wirklich ganz unter uns sind, ohne Familie, ohne irgendwen.
"Mama, wo schläft Brooklyn eigentlich?", frage ich sie, als wir wieder zuhause sind.
Wir haben zwar ein Gästezimmer, allerdings ist das in letzter Zeit eher zur Abstellkammer geworden und das Bett war das letztes Mal, als ich drin war, eingedeckt von Büchern, Klamotten und anderem Krimskrams.
Zu meiner Überraschung sagt meine Mutter: "Ich dachte, er kann bei dir schlafen. Nicht in deinem Bett unbedingt, aber dein Sofa ist ja groß genug. Wenn es ihm nichts ausmacht, schläft er da." Nie, wirklich nie, hätte ich gedacht, dass meine Mutter mir sowas anbietet. Welche Mutter will schon, dass ihre 15-Jährige Tochter allein mit einem Jungen übernachtet? Aber okay, ich will ja nicht widersprechen.
"Echt? Also ich mein...Meinst du das ernst?"
"Ja klar, ich denke du weißt, dass ich dir vertraue..."
Während Brooklyn sich duscht, richte ich ihm sein "Bett" her und überziehe die Kissen. Dann gehe ich ins Bad von meiner Mutter und schminke mich ab. Als ich zurück ins Zimmer komme, liegt er schon mit geschlossenen Augen auf seinem Bett und ich kann nicht anders, als ihn zu beobachten.
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Head over Heels {Brooklyn Beckham}
FanfictionNiemals hätte ich gedacht, dass ein einziger Urlaub in London mein Leben von jetzt auf nachher so verändern könnte. Klar, zwei nervige Zwillingsschwestern ziehen das Chaos schon magisch an, aber seit wann passiert mir das auch mit braunäugigen Junge...
