Die Stadt die niemals schläft

6.6K 353 39
                                        

"Du willst uns also nichts über deinen mysteriösen Freund aus Deutschland erzählen?", fragt Leah nochmal augenzwinkernd nachdem der Gong das Ende der letzten Stunde ankündigt.

Ich schüttle nur grinsend den Kopf. Bevor ich irgendjemandem von Brooklyn erzählen kann, muss ich erstmal ihn fragen, ob das überhaupt okay ist. Auch wenn ich ihn nicht als so jemanden ansehe, ist er eben nicht irgendwer. Er ist nicht irgendein Junge, der mein Freund ist, auch wenn es mir in solchen Momenten lieber wäre, wie ich mir eingestehen muss. Zum ersten Mal spüre ich, dass es auch gewisse Auswirkungen auf mich hat, wenn auch keine schweren.

"Schade. Das ist ja fast so, als wäre er berühmt und ihr dürftet euch nicht zusammen zeige.", fährt Leah lachend fort und ich stimme schnell mit ein, obwohl es mir eiskalt den Rücken runterläuft.

Ich versuche mich normal zu verhalten, auch wenn sie mich mit ihrer Aussage kurz total erschrocken hat, und stopfe mein Mäppchen in meine Tasche, dann folge ich Leah nach draußen, die an der Tür auf mich wartet.

Leah streicht sich ihre Haare hinter die Ohren und stößt die schweren Eingangstüren auf. "Und, hast du heute noch was Spezielles vor? Immerhin ist es dein Geburstag!"

Ich zucke mit den Schultern, dass ich nachher noch zu Brooklyn wollte, verschweige ich lieber. "Ach, ich bleibe wahrscheinlich zuhause...vielleicht machen wir am Wochenende was, mal sehen."

Ich verabschiede mich von ihr und laufe zu meiner Mutter, die im Auto sitzt und auf ihrem Handy rumtippt. Als sie mich sieht, legt sie es zur Seite und beugt sich über den Beifahrersitz um mir die Tür zu öffnen. Selbst nach über vier Wochen habe ich mich noch nicht vollkommen an den Linksverkehr gewöhnt und nicht nur, dass ich schon ein paar Mal das Lenkrad vor der Nase hatte, es wäre auch nicht das erste Mal, dass ich blind auf die Straße laufe und fast angefahren werde. Was das angeht, hatte ich aber immer nochmal Glück.

"Und, wie war dein Schultag?", fragt Mama mich strahlend.

"Gut...und warum strahlst du so?" Ich ziehe eine Augenbraue nach oben, irgendwas stimmt hier nicht.

Anstatt mir zu antworten, schaltet sie das Radio an und wir machen uns auf den Weg nach Hause.

"People fall in love in mysterious ways...maybe it's all part of a plan.", singe ich leise (und völlig schief) die Zeile zu Ed Sheerans Song mit.

"Ich liebe Ed Sheeran.", seufze ich, als das Lied zu Ende ist. Und es ist nicht übertrieben, dieser rothaarige Zwerg ist sowas wie ein Gott.

Anstatt irgendwas zu erwidern grinst Mama nur ich steige kopschüttelnd aus.

~

In meinem Bauch habe ich dieses aufgeregte Kribbeln, als ich den Weg zur Haustür der Beckhams nach oben laufe. So, wie wenn man als kleines Kind hinter der Wohnzimmertür auf den Weihnachtsmann wartet oder wenn man früh morgens aufwacht und weiß, dass man Geburtstag hat. Bei mir liegt es aber wohl eher daran, dass ich gleich Brooklyn wiedersehen werde und er eher diese Auswirkung auf mich hat.

Gleich nachdem ich zuhause war habe ich mich schnell umgezogen und auf den Weg gemacht, auch wenn Brooklyn angeboten hat, dass er zur mir kommt. Aber 1. sind dort meine beiden nervigen Schwestern, 2. meine Mutter und 3. liebe ich es, einfach mit Brooklyn bei ihm in seinem Zimmer oder auf der großen Couch rumzuliegen.

"Happy Birthday Lisa!", ertönt es auf einmal und ich blicke mich suchend nach der Stimme um. Cruz steht direkt über mir am Fenster und winkt mir lächelnd runter.

"Danke. Warte, ich komme gleich hoch, okay?", rufe ich und dann wird plötzlich die Haustür aufgerissen.

Brooklyn steht da, die Haare verwuschelt und mit leuchtenden Augen. Ich falle ihm quasi in die Arme, aber nur, weil ich diesmal die Türschwelle übersehe. Irgendwie ist mir das wohl zur Angewohnheit hier geworden. Er fängt mich auf und bevor ich etwas sagen kann küsst er mich.

Head over Heels {Brooklyn Beckham}Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt