Für euch! ("Outtakes")

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Zu Schoko-Augen, das erste Treffen im Café.

Brooklyn

"Ich finde es trotzdem unfair!", sage ich und verschränke die Arme vor der Brust. "Außerdem bin ich heute Abend sowieso auf einen Geburtstag eingeladen und-"

"Auf den du ja auch gehen kannst.", unterbricht mich mein Dad genervt, während er weiterhin konzentriert auf die befahrene Straße schaut.

"Dann bin ich aber zu müde, wenn ich heimkomme?"

Dad ignoriert mich und lässt sich nicht weiter auf unsere Diskussion ein. Ich kenne das, das machen meine Eltern immer, wenn sie kurz davor sind zu explodieren und sich gerade noch zurückhalten. Aber was ist an "Ich will nicht mehr arbeiten gehen" auch schon so schwer zu verstehen? Egal wie oft ich ihnen versuche, das zu erklären, meine Eltern verstehen es nicht oder wollen es gar nicht verstehen.

"Ich hätte genügend Geld von den Fotoshootings.", meine ich provozierend und werfe Dad einen seitlichen Blick zu.

Doch er schüttelt nur den Kopf und schaut mich nichtmal an. "Und an das Geld kommst du nur ran, solange wir dir den Zugang erlauben. Und wenn du dich weiterhin so verhältst, wirst du das vor deinem 18. Geburtstag nicht sehen."

Ich verdrehe die Augen. Was bringen mir Fotoshootings, wenn ich das Geld gar nicht behalten darf? Dabei geht es mir nicht einmal direkt darum, ich habe einfach nur keine Lust, jeden Samstag und manchmal auch noch Sonntag im Café zu verbringen. Meine Freunde sind immer unterwegs oder gehen skaten und was mache ich? Bediene irgendwelche Touristen, wasche Geschirr ab und muss mir Beschwerden anhören, wenn der Kaffee zu stark oder doch ausersehen keine Soja-Milch verwendet wurde. Sehr toll.

"Du hast gesagt, bis ich 16 bin muss ich den Job machen und ich wurde vor ein paar Tagen 16.", werfe ich nochmal ein.

"Herrgott Brooklyn!" Jetzt explodiert Dad und bremst ruckartig an einer roten Ampel. Doch ich zucke nichtmal zusammen, sondern starre stur aus dem Fenster.

Verdammt, ich hasse es. Nur weil meine Eltern wollen, dass ich weiß, dass man für sein Geld arbeiten muss, habe ich diesen Job überhaupt erst bekommen. Dabei weiß ich ja schon längst, dass es nicht selbstverständlich ist, dass es uns so gut geht und von nichts kommt ja bekanntlich nichts. Aber nein, das wollen sie ja nicht einsehen. Meine Eltern selbst haben Angst, dass wir, ihre Kinder, zu "verwöhnten Gören" erzogen werden.

Wir sind da und Dad hält den Wagen an, den ich mit einem "Bye" fast schon fluchtartig verlasse.

"Vergiss nicht, Isabella zu sagen, dass du nächste Woche in Los Angeles bist!", ruft mein Dad mir noch hinterher und fährt dann aus der Seitenstraße, in der sich der Hintereingang zum Café befindet, den nur Mitarbeiter benutzen.

Isabelle ist die Chefin und eigentlich total lieb, sie kann nichts dafür, dass ich bei dem Kaffeegeruch, der mich innen empfängt, schon den halben Brechreiz bekomme und am liebsten verschwinden würde.

Ich bin auf die Minute pünktlich, was gut ist, denn draußen sind schon alle Plätze belegt während innen vergleichsweise wenig los ist, liegt wahrscheinlich am guten Wetter. Ich stelle mich hinter die Theke und fange an, die Bestellungen der Kunden aufzunehmen.

"Brooklyn, könntest du kurz nachschauen, wie viel Sahne wir noch haben und Mary Bescheid geben? Ich übernehme solange die Kasse." Isabella taucht hinter mir auf und ich mache mich auf die Suche nach der Sahne.

Nachdem ich der Rothaarigen in der Küche gesagt habe, dass wir noch gefühlt genügend Sahne besitzen für ein ganzes Jahr, begebe ich mich wieder nach oben. Es stehen inzwischen viel mehr Leute an der Kasse an und Isabelle deutet hektisch auf einen Teller mit Schokokuchen.

Head over Heels {Brooklyn Beckham}Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt