Hajime Iwaizumi
Mitzunex3
Völlig überrumpelt saß ich da, als ich Toorus Worte hörte. Ich konnte es einfach nicht glauben und war sprachlos, als ich ihn fluchtartig das Haus verlassen sah.
"Hajime", sagte meine Mutter und rüttelte an meiner Schulter, aber ich war so geschockt, dass ich es anfangs kaum bemerkte, bis sie mich schließlich doch zurück in die Realität holte und ich sie ansah.
"S-Stimmt das?", begann meine Stimme zu zittern. Die Erkenntnis traf mich wie ein Schlag ins Gesicht. Ich würde Vater werden? Das hätte ich niemals gedacht. Der Gedanke, mit Tooru eine Familie zu gründen, war ein Traum, der nun zur Realität wurde. Das erklärte auch, warum es ihm in den letzten Wochen immer wieder schlecht ging.
"Dein Verhalten ihm gegenüber war wirklich nicht angemessen, Hajime", tadelte sie mich und ignorierte vorerst meine Frage.
"Aber Mutter, er hat mich wochenlang weggeschickt und mir nie erklärt, was wirklich los ist! Und jetzt erfahre ich, dass ich möglicherweise Vater werde?", regte ich mich weiterhin darüber auf. Ich war einfach überfordert und all meine Sorgen fielen mir gleichzeitig von den Schultern, weil ich endlich wusste, was ihn belastete. Warum hatte er es mir nicht schon viel früher gesagt? Er konnte mir alles erzählen, ich dachte, das hätte ich deutlich gemacht.
"Schatz, er hat dich weggeschickt, weil er den Gedanken nicht ertragen konnte, dass er Ushijimas Kind in sich trägt und nicht deins", sagte sie nach einer kurzen Pause. Mein Kopf begann langsam zu pochen, weshalb ich mir die Schläfen massierte. Es war zu viel auf einmal. Ich freute mich wirklich über die Nachricht, aber der Schock saß noch tief und dann hatte ich mich auch so dumm verhalten.
"Er hatte Angst, dass du ihn ablehnst, wenn du es wüsstest."
Schweigend sah ich an ihr vorbei.
"Aber das würde ich doch niemals tun! Ich liebe ihn so sehr, warum sollte ich ihn von mir stoßen? Sei es meines oder nicht. Er... bedeutet mir die Welt und das wird dieses Kind genauso", seufzte ich schwer verliebt, was meine Mutter zum Lächeln brachte. Liebevoll setzte sie sich neben mich, um mich in ihre Arme zu ziehen und zu trösten.
"Dann sag es ihm und zeig ihm, dass du für ihn und das Kleine da bist", meinte sie ruhig. Ich nickte und stand auf, um dem Braunhaarigen zu folgen.
Ich musste nicht lange nach Tooru suchen, denn er saß im Stall bei Masumi, auf einem Strohballen und streichelte ihr über die Schnauze. Langsam ging ich auf ihn zu und je näher ich kam, desto mehr sah ich, wie seine Schultern zitterten und leises Schluchzen drang in meine Ohren. Dieser Anblick ließ mein Herz schwer werden. Die Stute stupste ihn gegen den Bauch und Tooru lächelte traurig: "Du spürst es auch, hm?"
Vorsichtig setzte ich mich hinter dem König auf den Heuballen und legte sanft meine Hände auf seine Schultern.
"Tooru, ich... es tut mir leid. Mein Verhalten dir gegenüber war nicht richtig...", sagte ich sanft und vorsichtig, strichen meine Finger seine Arme hinab. Er schwieg, aber er ließ die Berührung zu. "Du hättest mit mir sprechen sollen. Ich hätte dich nie abgewiesen, wenn du es mir erzählt hättest."
"Auch wenn es von Ushijima ist?", flüsterte er leise und kaum hörbar.
"Auch wenn es von ihm ist", versicherte ich ihm mit Nachdruck. "Ohne dich kann ich nicht mehr, Tooru. Ich möchte dich und das Kind an meiner Seite wissen, egal von wem es ist." Er schluchzte gerührt und zog meine Hände nach vorn, sodass ich ihn von hinten umarmte. Es war ein emotionaler Moment, der mein Herz rasen ließ. Ich wollte ihn am liebsten für immer so in meinen Armen halten.
Tooru drehte seinen Kopf zu mir, um unsere Lippen zu vereinen. Ein zärtlicher Kuss, voller Liebe und Sicherheit.
"Ich werde immer an deiner Seite bleiben, egal was passiert. Wir schaffen das gemeinsam, hörst du?", flüsterte ich leise, bevor ich mich erhob und vor ihm auf die Knie ging. Meine Finger streichelten über seinen mit Stoff bedeckten Bauch und ich konnte es kaum erwarten, zu sehen, wie er wachsen würde. "Tooru? Ich...", näherte ich mich langsam seinen Lippen. "Ich liebe dich", daraufhin küsste ich ihn erneut.
"Iwa...", kam es zärtlich von Kawa, als ich den Kuss löste, meine Arme um seinen Bauch schlang und ihm einen Kuss darauf gab. Er vergrub seine Finger in meinem Haar und kraulte sanft meinen Kopf.
"Ich liebe dich auch, Hajime", flüsterte er mit weinerlicher Stimme und küsste meinen Haaransatz. Wir blieben eine Weile so, ließen alles auf uns wirken. Mein Alpha genoss die Nähe genauso sehr wie ich, und das sollte mir eigentlich Hoffnung geben, dass das Kind nur von mir sein könnte, aber... vielleicht täuschte er sich auch?
Ich hatte keine Ahnung, wie viel Zeit vergangen war, als Masumi uns anstupste und wir kurz zu ihr aufschauten.
"Wir sollten zurückgehen, Tooru. Ich mache dir einen Tee und du legst dich hin", sagte ich und strich ihm sanft die Haare aus der Stirn. Liebevoll blickte ich in seine geröteten Augen.
"Ja...", nickte er. Mit diesen Worten standen wir auf und gingen zurück ins Haus, wo meine Eltern immer noch am Küchentisch saßen und uns ansahen. Meine Mutter wandte sich an Tooru und sah die Zweifel in seinen Augen, ob das Kind nicht doch von Ushijima sein könnte.
"Tooru, wie oft hast du während deiner Hitze mit Hajime geschlafen?", fragte sie ihn, ohne zu zögern, was mich erröten ließ.
"I-Ist das wichtig?", stotterte ich verlegen. Das konnte sie doch nicht einfach so fragen! Diese Frau ließ es sich aber auch nicht entgehen, mich in solch peinliche Situationen zu bringen.
"Ja", antwortete sie und ihr Blick wandte sich mir zu. Tooru meldete sich zu Wort und lehnte sich an mich: "In den vier Tagen ziemlich oft. Am fünften Tag einmal mit... Ushijima", gab er unsicher zu. Mein Alpha knurrte innerlich bei diesem Namen, aber ich hielt ihn zurück. Plötzlich fing meine Mutter an, wissend zu lächeln.
"Als ehemalige Hebamme kann ich dich beruhigen, Tooru", sagte sie leicht schmunzelnd. "Soll heißen?", fragte ich ungeduldig.
"Das bedeutet, dass das Kind unmöglich von Ushijima sein kann", erklärte sie und beseitigte damit die letzten Zweifel und Sorgen. Sie schaute abwechselnd zu uns beiden. "Die fruchtbarsten Tage eines Omegas sind in der Mitte und nicht am letzten Tag."
Bei uns beiden hat es endlich Klick gemacht. Es war wirklich von mir und ich fühlte eine Welle des Glücks. Also hätte ich meinem Alpha vorhin vertrauen können, er hatte es gespürt! Tooru fing erleichtert an zu weinen, ich zog ihn in meine Arme und drückte ihn überglücklich an mich. Ich lachte vor Freude und sah ihn mit funkelnden und erleichterten Augen an.
"W-Wir werden Eltern, Tooru!" sagte ich aufrichtig, doch Tränen der Freude stiegen in mir auf und ich küsste ihn liebevoll über das ganze Gesicht. Ich wusste nicht, wohin mit all meinen Gefühlen.
Meine Eltern kicherten und waren ebenfalls froh über diese Nachricht. Sie standen auf und legten ihre Arme um uns, sodass es zu einer großen Gruppenumarmung wurde. Sie wurden Großeltern, natürlich freuten sie sich genauso wie wir.
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Im Schatten des Thrones
FanfictionAls schwacher Omega und Prinz hat Oikawa keine große Wahl und wird wegen einer Vereinbarung seines Vaters und dem König Shiratorizawas mit diesem zwangsverheiratet. Wenig begeistert von seiner Situation, hat Oikawa scheinbar keine große Wahl. Doch d...
