Hajime Iwaizumi
Mitzunex3
Nachdem Semi und Shirabu mich gefangen genommen hatten, brachten sie mich sofort in den Thronsaal, wo die Leibwache mich in die Knie zwang. Überall standen Ritter, neben König Ushijima, sein Berater Tendou und... Tooru! Der Olivbraunhaarige hatte es herausgefunden. Er wusste, dass Tooru nicht sein Kind in sich trug, sondern meines. Dieser rothaarige Mistkerl! So wie er über beide Ohren strahlte, war er es, der uns verraten hatte. Wer auch sonst?
Semi ging mit einem gleichgültigen Blick, aber mit einem Hauch von Reue in den Augen auf meinen Partner zu und half ihm auf die Beine, nachdem Ushijima es gewagt hatte, ihn zu Boden zu stoßen. Ängstlich beobachtete Tooru den König, der ein Schwert eines Ritters ergriff und mit wütenden Ausdruck im Gesicht auf mich zukam. Mein Blick suchte hastig nach einem Ausweg. Ich wusste, dass ich ruhig bleiben musste, denn in Panik zu verfallen, würde mir nicht weiterhelfen. Daher zwang ich mich zur Gelassenheit.
Hajime, denk nach!
Die Augen Ushijimas fingen vor Zorn und durch seinen Alpha an rot aufzuleuchten, was mich warnend knurren ließ. Seine starken Pheromone erfüllten den Raum und machten es schwer zu atmen. Jeder spürte in diesem Moment seine Macht und er zeigte sie, um mich zu brechen, um mich zu unterdrücken. Doch ich gab nicht so leicht auf. Kawa und ich würden entkommen und fliehen. Der König lachte düster, was anderen Angst einjagen konnte, aber nicht mir. Ich hatte keine Angst vor diesem Monster!
Meine Aufmerksamkeit richtete sich erneut auf Tooru. Er weinte und schrie hilflos, flehte darum, mich am Leben zu lassen. Das entfachte meine Wut und der Alpha in mir kämpfte um die Kontrolle. Er knurrte gefährlich, als Ushijima mit erhobenem Schwert näher kam. Shirabu, der mich festhielt, griff nach meinen Haaren, riss meinen Kopf brutal nach hinten und präsentierte dem König meine Kehle. Der König sah auf mich herab und hielt die Klinge an meine Kehle. "Irgendwelche letzten Worte?", sprach er emotionslos und herablassend. Oh, ich hatte ihm einiges zu sagen! In diesem Moment ließ ich meinen Alpha los, der es kaum erwarten konnte, Ushijima für das zu bestrafen, was er Tooru angetan hatte. Meine Augen leuchteten rot, meine Pupillen verengten sich zu schmalen Schlitzen und ein dunkles, aggressives Knurren entkam meiner Kehle. Mein Körper spannte sich äußerlich an, alles geschah so schnell, dass niemand rechtzeitig reagieren konnte.
Zuerst befreite ich mich von Shirabu, indem ich meinen Kopf ruckartig nach hinten warf und ihn direkt auf die Nase traf, während ich ihm die Beine unter seinem Körper wegtrat, sodass er das Gleichgewicht verlor und zu Boden fiel. Er stöhnte schmerzhaft und hielt sich die blutende Nase, aber ich kümmerte mich nicht weiter um ihn, sondern befreite meine Hände mit einem starken Ruck von den Fesseln. Schnell zog ich einen Dolch unter meinem Hemd hervor. Mein Vater sagte, es sei sicherer, einen bei sich zu tragen, und er hatte recht behalten. Mein Alpha brüllte so laut, dass es einem das Blut gefrieren ließ, und stürmte auf den König zu. Ich versuchte mit aller Kraft, ihn zu Boden zu ringen, aber er konnte sich halten und versuchte, mir den Dolch aus der Hand zu schlagen.
"Du kriegst meinen Kopf nicht! Und du wirst es bereuen, was du Tooru angetan hast, Ushijima!", schrie ich voller Wut und drängte ihn fast zu Boden. Seine Augen weiteten sich vor Schock, als ich den Dolch mit voller Kraft in seine Schulter rammte. Mit einem kräftigen Stoß stieß ich mich von ihm ab, so dass er weit nach hinten rutschte und sich mit einer Hand abstützen musste. Sein Blick wurde düster, als er sich aufrichtete und den Dolch mit einem Ruck herauszog: "Ich lasse mich nicht von einem Bauernjungen wie dir niederstrecken!", knurrte er. Die Ritter im Saal bewegten sich keinen Millimeter, zum Glück für mich, was mir die Situation erleichterte.
"Ich lasse nicht zu, dass du meiner Familie etwas antust", knurrte ich, als er mit großen Schritten wieder auf mich zukam und mich am Hals packte, um mich mit voller Wucht gegen eine Säule zu stoßen. Schmerzhaft stöhnte ich, bevor mir kurz schwarz vor Augen wurde. Ich musste durchhalten... für Tooru!
"Iwa!", schrie er entsetzt in diesem Moment. Als ich wieder ganz bei mir war, packte ich Ushijimas Handgelenke und gab ihm einen kräftigen Tritt in die Magengrube. Er taumelte zurück und ließ mich los. Ich nutzte die Gelegenheit, um zu meinem Omega zu rennen und ihn von Semi zu befreien, der vor meiner erdrückenden Aura zurückwich. Er ließ Tooru los und ich konnte seine Hand ergreifen.
"Lauf!", rief ich hastig und wir rannten los. Wir verließen den Saal durch die Gänge, hinter uns hörten wir die Schritte der Ritter, die uns verfolgten. Es war zu erwarten, dass sie uns schnappen sollten, ob tot oder lebendig, war König Ushijima sicher egal.
Wir liefen buchstäblich um unser Leben. Wir durchquerten die Tore des Schlosses und liefen weiter auf den Hofplatz. Schwer atmend blieben wir stehen.
"Iwa... was jetzt?", fragte er mich ängstlich.
"Keine Sorge, Kawa. Ich werde uns hier lebend herausbringen", versicherte ich ihm mit ernster, aber dennoch liebevoller Stimme, bevor ich laut pfiff. Kiyoshi kam kurz darauf wiehernd um die Ecke und hielt vor uns an, damit wir aufsteigen konnten. Ich gab ihm die Sporen, während Tooru sich fest an meinem Rücken festhielt, um nicht herunterzufallen.
Im vollen Galopp passierten wir die Mauern, während mehrere Pfeile an uns vorbeiflogen.
Verdammter Mist!
Das kam mir überhaupt nicht gelegen, denn wenn sie Kiyoshi trafen, waren wir verloren. Plötzlich schrie der Brünette schmerzhaft auf und ich wandte mich ihm sofort zu.
"Tooru wa-", wollte ich fragen, als ich einen Pfeil in seinem Oberschenkel entdeckte. Ohne zu zögern zog ich ihn heraus, was ihm Schmerzen bereitete. Es tat mir furchtbar leid, aber er konnte nicht dort stecken bleiben!
Zuerst wollte ich den Pfeil wegwerfen, aber dann bemerkte ich, dass es kein gewöhnlicher Pfeil war. Das konnte nicht sein... ein mit Gift getränkter Pfeil? Das war überhaupt nicht gut! Es brachte Tooru und das Baby in Gefahr. Mit meinen Gedanken nur bei meinen beiden Liebsten befahl ich Kiyoshi, schneller zu laufen.
"Hajime, was ist los?", fragte er, aber ich sagte ihm nichts über das Gift. Er hatte schon genug Sorgen und würde völlig durchdrehen. Das konnte ich nicht riskieren, wir mussten hier weg.
Jetzt war Eile geboten, die Zeit drängte. Für ihn und besonders für das Baby. Mein Alpha war besorgt und das machte mich noch nervöser.
Nach Hause konnte ich nicht, sonst würde ich das Leben meiner Eltern aufs Spiel setzen. Ich dachte fieberhaft nach, bis mir die Freunde von Tooru im Königreich Seijoh einfielen.
"Tooru, du musst durchhalten...", murmelte ich und erhöhte noch einmal Kiyoshis Tempo.
Bitte, bitte lass es kein starkes Gift sein..., betete ich. Ich wollte die beiden nicht verlieren...
Wir ritten ununterbrochen bis nach Seijoh, was einen ganzen Tag dauerte, da wir keine Zeit für Pausen hatten. Besonders weil ich bemerkte, wie Tooru immer schwächer wurde, was kein gutes Zeichen war. Aus der Ferne konnte ich sehen, dass wir den Mauern immer näher kamen.
Was für ein Glück...
"Noch ein kleines Stück, wir haben es gleich geschafft, Tooru", sagte ich leicht erschöpft, während ich spürte, wie sich sein Griff an meiner Jacke langsam löste. Sein Kopf lag auf meiner Schulter und er versuchte, die Augen offen zu halten. Besorgt tastete ich seinen schwachen Puls, während ich zum Tor ritt, wo zwei Ritter standen und uns skeptisch beäugten, bis sie Kawa erkannten.
"Das ist doch..."
"Prinz Oikawa!"
Die beiden kamen auf mich zu: "Was ist passiert?", fragte einer der beiden sofort und ich sah besorgt zu Tooru.
"Er wurde von einem Giftpfeil getroffen und ich muss dringend zu seinen Freunden!", sagte ich leicht genervt. Plötzlich begannen sie dumme Fragen zu stellen, was mich zur Weißglut brachte. "Lasst mich durch verdammt!", brüllte ich und vor Schreck zuckten sie zusammen, bevor sie uns passieren ließen. Verzweifelt trabten wir durch die Gassen und ich hielt Ausschau nach den beiden Männern, die Tooru mir kurz beschrieben hatte. Sie sollten eine Apotheke führen, aber wo konnte ich sie finden? Ich musste wohl oder übel jede Straße durchqueren, denn Kawa war viel zu schwach, um etwas zu sagen.
Kurz darauf war ich fast vorbeigeritten und ließ Kiyoshi abrupt stehen. In diesem Moment verließen zwei junge Männer, die Kawas Beschreibung entsprachen, die Apotheke. Flehend sah ich zu ihnen, aber bevor ich mich erklären konnte, rutschte Tooru völlig entkräftet und bewusstlos vom Pferd.
"Tooru!"
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Im Schatten des Thrones
FanfictionAls schwacher Omega und Prinz hat Oikawa keine große Wahl und wird wegen einer Vereinbarung seines Vaters und dem König Shiratorizawas mit diesem zwangsverheiratet. Wenig begeistert von seiner Situation, hat Oikawa scheinbar keine große Wahl. Doch d...
