Tooru Oikawa
Lexichanx3
Besorgt lief ich auf und ab, hielt mir dabei den Rücken und mit der anderen die schwere Kugel vor mir. Immer wieder spürte ich diese krampfartigen Schmerzen. Mal schwach, mal sehr stark und sie traten immer häufiger auf. Ich atmete tief ein und aus, was die Schmerzen etwas erträglicher machte, aber ich sagte niemandem etwas davon. Denn sonst müsste ich mich hinlegen und im Bett auf Hajimes Rückkehr warten, was mich nur noch verrückter machen würde. Ich war schon besorgt genug, da sie längst zurück sein sollten. Und Shirabu schien sich weniger Sorgen zu machen, oder er zeigte es zumindest nicht offen. Wahrscheinlich Letzteres. Immerhin ging es auch um den Vater des Kindes bei ihm und er wollte genauso wie ich, dass dieser unverletzt zurückkam.
Makki und Mattsun trafen am Morgen ein und leisteten uns seitdem Gesellschaft. Der Schwarzhaarige half Amisa beim Kochen und Makki hatte sich bis eben noch mit dem Ritter unterhalten. Als er plötzlich vor mir erschien und mich in meinem Tun stoppte.
"Setz dich hin, Tooru. Du machst einen ja wahnsinnig mit deiner herumlauferei", beschwerte sich der Rotbraunhaarige schwer seufzend. Es nervte alle, doch mir wiederum half es.
"Nein, das herumlaufen beruhigt mich... und es nimmt mir die-", ich hörte abrupt auf zu reden, als wieder dieser Schmerz durch meinen Unterleib zog. In wenigen Wochen wäre es soweit und das Baby würde kommen, aber diese Zeit machte es mir wirklich nicht leicht. Besonders heute war es unerträglich.
"Tooru, hast du regelmäßig Wehen? Kommt das Baby?", fragte er sichtlich besorgt und er könnte nicht ganz unrecht haben. Aber jetzt? Es wäre zu früh!
"N-Nein... unmöglich", schnaufte ich erschöpft.
"Für so unmöglich halte ich das nicht!", sagte er und rief daraufhin nach Hajimes Mutter.
Mit beiden Händen umfasste ich den Bauch und verzog schmerzlich das Gesicht, als meine Beine schlagartig klitschnass wurden. Nein, nein, nein! Es konnte jetzt nicht kommen! Hajime war nicht da und ohne ihn wollte ich nicht. Ich brauchte meinen Iwalein. Amisa und alle anderen standen um mich herum, beäugten mich besorgt, während ich vor Schmerzen heulen könnte.
"Matsukawa, bring Tooru nach oben. Hanamaki, du holst warmes Wasser und du holst ein paar Leinentücher aus dem Badezimmer, Shirabu", teilte Amisa jedem eine Aufgabe zu und begleitete mich und den Apotheker ins obere Stockwerk. Vorsichtig half er mir ins Bett und gemeinsam lagerten sie mich hoch und machten es mir so bequem wie möglich.
Die anderen zwei brachten die verlangten Sachen und wollten alle bis auf Hajimes Mutter das Zimmer verlassen.
"M-Makki, bleib", brachte ich gequält hervor. Solange Haji nicht da war, brauchte ich definitiv eine Hand, sonst würde ich das hier nicht überstehen. Er setzte sich neben mich und umschloss meine Hand mit beiden Händen.
Vor Schmerzen stöhnend und schreiend verweigerte ich die Anweisungen der ehemaligen Hebamme. Ohne Hajime wollte ich nicht anfangen, er sollte dabei sein, wenn unser Baby das Licht der Welt erblickte. Doch gefiel mein Vorhaben Amisa überhaupt nicht.
"Tooru, du musst pressen!", schimpfte sie halbwegs freundlich. Wahrscheinlich strapazierte ich ihre Nerven, wofür ich mich später entschuldigen würde, aber jetzt wollte ich meinen Dickkopf durchsetzen und auf meinen Partner warten.
"Nein...", jammerte ich und ignorierte die nächste Wehe. Ich biss fest die Zähne zusammen, um diesen Schmerz irgendwie zu ertragen. Der Rotbraunhaarige strich mir durchs Haar und sprach nun auch auf mich ein: "Komm schon. Du musst jetzt an das Baby denken, Hajime wird sicher gleich hier sein."
"Es... wird es aushalten!", schüttelte ich den Kopf.
"Tooru! Du gefährdest dein Baby, wenn du nicht mitmachst!"
Aber... Hajime. Ich wollte auf ihn warten, aber das Kind auch nicht gefährden. Daher legte ich meine Sturheit beiseite und folgte Amisas Anweisungen. Tief einatmen, Luft anhalten und pressen. Bei jeder Wehe wiederholte ich diese Reihenfolge. Bis die Schlafzimmertür nach innen aufsprang und Mattsun gefolgt von meinem Hajime den Raum betrat. Seine Mutter warf einen Blick über ihre Schulter und schimpfte erst einmal mit ihrem Sohn: "So blutverschmiert kommst du mir Tooru nicht zu nahe, zieh dich gefälligst um Hajime!"
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Die Geburt fühlte sich an wie eine endlose Ewigkeit, aber mit meinem Knappen an meiner Seite war es erträglicher. Er hatte sich schnell umgezogen und Makki abgelöst. Jetzt hielt er meine Hand und kuschelte sich an mich. Er war für mich da. Und nachdem ich viel gejammert hatte, durchfuhr mich nach meiner nächsten Wehe ein Gefühl der Erleichterung. Erschöpft fiel ich zurück ins Kissen und kurz darauf hörten wir das Babygeschrei. Mit zitternder Unterlippe schaute ich zu Amisa, die das kleine Wesen mit warmem Wasser wusch, in Leinentücher wickelte und mir übergab.
"Hier... eure kleine Prinzessin", sagte sie und drückte mir einen Kuss auf den Kopf, während sie sanft darüber strich. Danach ließ sie uns als frischgebackene Eltern alleine.
"Ich bin so stolz auf dich, Tooru", flüsterte Hajime an meine Schläfe, während ich sanft über die Wange unseres kleinen Engels strich. Wir hatten uns vor einiger Zeit für einen Mädchen- und einen Jungennamen entschieden, und da wir nun ein kleines Mädchen hatten, nannten wir sie Yuriko. Völlig verzaubert von diesem kleinen Wesen beobachtete ich, wie sie an ihrem Daumen nuckelte. Dabei bemerkte ich viel zu spät, dass Hajime zur Seite kippte. Erst als er mit einem lauten Knall auf den Boden fiel, erschrak ich und die Kleine fing furchtbar an zu weinen.
"Hajime?", rief ich ängstlich. Er musste nach dem Kampf völlig erschöpft sein, oder war er...? War mein Haji verletzt? Ich setzte mich auf und beruhigte dabei Yuriko. Und zu meinem Entsetzen musste ich feststellen, dass er tatsächlich verletzt war. Wie schlimm konnte ich nicht sagen, aber sein frisches Oberteil war im Bauchbereich mit Blut durchtränkt.
Mattsun, Makki und Amisa kamen auf einmal ins Zimmer gestürmt und der Schwarzhaarige ergriff das Wort: "Was ist los?"
"Haji ist aus dem Nichts umgekippt, er... er blutet!", wimmerte ich. Mattsun lief mit Amisa ums Bett herum und sie sahen nach meinem Liebsten. In der Zwischenzeit kam Makki auf mich zu und bewunderte das Mädchen in meinen Armen.
"So ein süßes kleines Wesen. Wie heißt die Kleine?", fragte er neugierig. Er wollte mich ablenken, und dafür war ich dankbar, aber meine Sorge war einfach größer.
"Yuriko. Was ist mit Haji?", wechselte ich sofort wieder das Thema. Doch Makki nahm mein Gesicht in seine Hände und versuchte es so: "Ich weiß, du bist besorgt, aber sie kümmern sich um Iwa. Und du solltest jetzt an dein kleines Wunder denken. Die Amme ist hier, denn Yuriko hat wahrscheinlich Hunger. Darf ich?", deutete er auf mein Baby und ich nickte, bevor ich sie ihm übergab.
Da ich nicht dazu in der Lage war zu stillen, hatte Makki sich während meiner Schwangerschaft nach einer Amme umgehört.
Mit meinem kleinen Engel verschwand der Rotbraunhaarige und nun konnte ich nach meinem Schatz sehen. Bewusstlos lag er am Boden, während der Apotheker seine Wunde versorgte. Ich entschloss mich, mich neben Amisa zu gesellen und nahm sie in meine Arme. Ihr Gesichtsausdruck verriet mir wie besorgt sie war. Sie unterdrückte sich ein Schluchzen, doch die Tränen liefen.
"Mattsun, ihm wird es doch wieder besser gehen, oder?", fragte ich um Gewissheit, denn der Schwarzhaarige war mir zu still das machte einen verrückt.
"Keine Sorge, er wird wieder. Iwaizumi war nach ihrer Rückkehr schon sehr erschöpft und als ich ihm sagte, dass das Baby kommt, hatte es ihn nochmal aufgerappelt. Der Blutverlust durch die nur nötige Versorgung der Wunde hatte ihm den Rest gegeben", erklärte er und hievte den Dunkelhaarigen aufs Bett. "Ich werde mich um Medizin kümmern, damit es ihm schnell besser geht", fügte er noch hinzu und strich Hajimes Mutter und mir beruhigend über die Schulter.
Wie Matsukawa sagte, Hajime ging es nach einigen Tagen wieder gut. Natürlich war seine Verletzung nicht vollständig verheilt, aber das kam mit der Zeit. Ich hatte mich ebenfalls von der Geburt erholt und wir genossen das friedliche Leben als glückliche Familie. Wir verließen die Waldhütte und lebten ein unbeschwertes Leben auf dem Hof der Iwaizumis. Hier wuchs unsere kleine Prinzessin auf und wir mussten uns nicht mehr vor Ushijima fürchten, denn Hajime hatte sich um ihn gekümmert und mit Hilfe der anderen Shiratorizawa gestürzt. König Sawamura und Sugawara würden es als das neue Karasuno wieder aufbauen und eine neue Mauer errichten, die selbst die Dörfer und unseren Hof mit einschloss, damit wir vor Gefahren geschützt wurden. Es freute mich ungemein, dass endlich den Kranken und Armen geholfen wurde. Was meinen Titel betraf, diesen legte ich ab, denn ich wollte als einfacher Bürger angesehen werden und den Adel hinter mir lassen. Das einzige, was ich brauchte, waren Hajime, unsere zweijährige Yuriko und unser noch ungeborenes zweites Kind. Meine eigene kleine Familie.
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Im Schatten des Thrones
Fiksi PenggemarAls schwacher Omega und Prinz hat Oikawa keine große Wahl und wird wegen einer Vereinbarung seines Vaters und dem König Shiratorizawas mit diesem zwangsverheiratet. Wenig begeistert von seiner Situation, hat Oikawa scheinbar keine große Wahl. Doch d...
