Tooru Oikawa
Lexichanx3
Ich schmiegte mich an Iwaizumis Rücken und schloss die Augen. Mir wurde während der Reise ziemlich übel. Seit Wochen ging es mir nicht besonders gut und ich bemerkte immer wieder, wie mir schlecht wurde, sei es nach dem Essen oder einfach so. Ein paar Mal musste ich mich sogar übergeben. Trotz der Kräuter, die mir Shimizu oder Yachi brachten, verbesserte sich mein Zustand nicht. Ich hatte eine schlimme Vorahnung, die ich in letzter Zeit verdrängt und nicht wahrhaben wollte. In etwa einer Woche würde meine Hitze kommen und das würde meine Angst lindern, da war ich mir sicher. Ich war einfach krank! Das musste der Grund sein.
Als wir ankamen, half der Knappe mir von Kiyoshi herunter. Seine Eltern bemerkten unser Eintreffen und kamen hinaus. Es zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht, als er seine Mutter so liebevoll in den Arm nahm. Es hatte mich sehr beruhigt, dass es ihr besser ging und die Kräuter ihre Wirkung zeigten. Aber lange konnte ich ihre Wiedervereinigung nicht genießen, da mir schlagartig schlecht wurde und ich an den Iwaizumis vorbei ins Haus eilte. Ich hielt mir die Hand vor dem Mund, bis ich mich über die Toilette beugte und mich übergab.
Mit dem Kopf auf meinen Armen gebettet hörte ich, wie die Tür aufgeschoben wurde. Hajime setzte sich neben mich und strich mir behutsam über den Rücken.
"Mutter bereitet dir Tee zu und du sollst dich gleich was hinlegen."
"Verschreibst du mir etwa Bettruhe, Iwalein~", scherzte ich, bevor mir wieder übel wurde.
"Eigentlich meine Mutter, aber sie hat Recht. Hier kannst du dich in Ruhe erholen, ohne dass Ushijima dich belästigt", brummte er. Sobald er nur seinen Namen erwähnte, konnte ich die Wutader an seiner Schläfe deutlich erkennen. Mir ging es genauso wie ihm, ich hasste es, wie eine Art Sexsklave vom König behandelt zu werden. Und jetzt... hastig schüttelte ich den Kopf, was keine gute Idee war, aber ich konnte die Gedanken abschütteln.
"Dich beschäftigt irgendetwas, Tooru. Und jetzt komm mir nicht wieder damit, dass es dir nicht gut geht. Da ist noch etwas anderes, etwas, was dir den Schlaf raubt."
"Es ist nichts, versteh das endlich!", fuhr ich den Dunkelhaarigen an.
"Jetzt hör aber auf zu lügen! Du kannst mit mir über alles reden!"
"Ich will aber jetzt nicht mit dir reden!", brüllte ich ihn an und bereute es sofort. Aber ich gab es nicht zu. Wütend stand er auf und mit einem "Na schön!" verließ Iwa den Raum.
Seufzend stand ich auf, meine Knie zitterten, und ich wusch mir das Gesicht, bevor ich beschloss, mich auszuruhen. Hajime wollte ich vorerst nicht begegnen, er würde mir eher den Kopf abreißen, als sich meine Entschuldigung anzuhören. Meine momentanen Stimmungsschwankungen beunruhigten mich und bestätigten meine Vermutung, aber dennoch fühlte ich mich schlecht, wenn ich jemanden grundlos anschrie. Das war erst vor ein paar Tagen mit Yachi passiert, sie hatte weinend mein Gemach verlassen. Am Abend hatte ich mich sofort bei ihr entschuldigt und ihr meine Gefühlslage erklärt.
Eingemummelt in Iwas Bett, nahm ich noch seinen leichten Duft wahr, der langsam verblasste, so selten wie er in diesem noch schlief. Jetzt fühlte ich mich wegen meines kleinen Ausrasters noch schlechter. Sicherlich würde er jetzt neben mir liegen und mir sanft durch die Haare streichen, bis ich einschlief. Hoffnungsvoll setzte ich mich im Bett auf, als es an der Tür klopfte. Ein wenig enttäuscht war ich, als nicht Hajime durch die Tür trat, sondern Amisa - seine Mutter.
"Ich bringe dir Tee", lächelte sie sanft und stellte ihn auf dem Nachttisch ab. Neben mir setzte sie sich auf den Bettrand und ergriff meine Hand.
"Ihr hattet wohl einen kleinen Streit?"
"... ja", gab ich zögerlich zu. "Ich wollte ihn nicht so anschreien, das war nicht meine Absicht. In letzter Zeit bin ich oft launisch, das hängt sicher mit meiner Übelkeit zusammen. Bald komme ich in Hitze und-"
"Bist du dir da sicher?", unterbrach Amisa mich und sah mich wissend an. War das der sogenannte Mutterinstinkt? Nicht das ich ihr leibliches Kind wäre, aber... sie hatte eine Vermutung, was mit mir los war. Die gleiche wie ich? Nein... ich wollte nicht von ihr hören, dass... dass ich...
"J-Ja, ziemlich sicher! Da kann man doch auch mal schlecht drauf sein, oder nicht?", streitete ich es beleidigt ab und verschränkte die Arme, um das Thema zu wechseln.
"Tooru... warum versuchst du es zu verdrängen? Es... ist doch etwas Schönes", sagte sie und strich mir über die Wange.
"Aber das ist es eben nicht! Ich möchte nicht schwanger von Ushijima sein!!", zischte ich leise. Iwa sollte es nicht hören. Er sollte nicht wissen, dass ich möglicherweise ein Kind von diesem Abschaum in mir trug.
"Und warum denkst du, es könnte von ihm und nicht von Hajime sein?"
"Weil... nun ja, weil..." Ja, warum eigentlich? Ich hatte selbst keine Ahnung.
"Hör zu, Tooru. Du brauchst dringend etwas Schlaf. Ruh dich aus und denke dann noch einmal darüber nach", sagte sie liebevoll und küsste mich auf die Stirn. Ich hätte vor Freude weinen können. Bei Iwas Eltern bekam ich das, was mir in meiner eigenen Familie fehlte. Liebe, Zuneigung und Geborgenheit.
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Ich streckte mich ausgiebig und gähnte. Ich hatte bis zur frühen Mittagsstunde geschlafen. Ich hatte wirklich viel Schlaf gebraucht, aber trotzdem fühlte ich mich immer noch unwohl. Ich dachte über die Worte von Amisa nach und überlegte, ob ich wirklich glaubte, dass Ushijima der Vater sein könnte oder vielleicht doch Hajime. Natürlich wäre es mir lieber, wenn es mein Iwalein wäre, aber ich wusste es einfach nicht. Denn ich konnte nicht länger leugnen, dass ich schwanger war, besonders wenn Iwas Mutter es wusste und Iwa einmal erwähnte, dass sie Hebamme war. Also konnte ich auf ihr Urteilsvermögen vertrauen, denn wenn jemand Ahnung hatte, dann sie. Und wenn ich so darüber nachdachte, hatte ich einmal am letzten Tag der Hitze mit Ushijima geschlafen und da es beim ersten Mal aus unerklärlichen Gründen nicht geklappt hatte, war ich zuversichtlich, dass es wirklich von meinem Hajime sein könnte.
"Morgen...", murmelte ich, als ich leise in die Küche schlich. Iwa beachtete mich nicht, aber seine Eltern begrüßten mich freundlich. Ich setzte mich auf den Stuhl neben Iwa und legte meine Hand auf seine, nur um für einen kurzen Moment seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Doch er zog seine Hand weg und ließ mich schmollen. Dann würde ich es gleich nochmal probieren, ich wollte mich für mein Verhalten die Nacht entschuldigen.
Wir aßen schweigend unser Frühstück, hin und wieder versuchte ich nach Iwas Hand zugreifen, doch jedes Mal zog er sie genervt weg, bis Amisa die Stille durchbrach.
"Ich kann das nicht länger mit ansehen. Hajime, hör auf, dich wie ein kleines Kind zu benehmen, wenn Oikawa versucht, deine Aufmerksamkeit zu bekommen!", schimpfte sie mit ihrem Sohn.
"N-Nein, ist schon gut. Ich habe es gestern übertrieben."
"Nur gestern?"
Ach, so kam er mir jetzt! Nur weil ich ihn die letzten Wochen oft wegschickte, weil es mir nicht gut ging? Dieser...!
"Hajime, es tut mir leid, okay! Du... du bist so ein..."
"Ein was?", knurrte er und sah vom Teller auf.
"Ein Hitzkopf!", sprang ich auf, bereit, aus der Haustüre zu flüchten.
"Tooru, beruhige dich. Es ist nicht gut für's...", Amisa stoppte sich selbst, ehe sie mehr verriet, als sie wollte.
"Nicht gut für was?", fragte er seine Mutter, während er mich weiterhin ansah. Er sollte mich nicht so ansehen! Sein wütender Blick brachte meine Wut nur so zum Überkochen, weshalb ich mit einem Fuß auf den Boden stampfte und meine Hände zu Fäusten ballte.
"Für das Baby, Hajime! Für dein verfluchtes Kind!", brüllte ich und stürmte aus dem Haus.
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Im Schatten des Thrones
FanficAls schwacher Omega und Prinz hat Oikawa keine große Wahl und wird wegen einer Vereinbarung seines Vaters und dem König Shiratorizawas mit diesem zwangsverheiratet. Wenig begeistert von seiner Situation, hat Oikawa scheinbar keine große Wahl. Doch d...
