Kapitel 38

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Hajime Iwaizumi
Mitzunex3

Wir verbrachten bis spät in die Nacht auf der Wiese am See und kuschelten. Wir sprachen über verschiedene Dinge und ich bemerkte, dass Tooru immer wieder seinen Bauch hielt. Obwohl er sein Gesicht nicht verzog und es ihm gerade gut ging, spürte ich, dass er Angst hatte, dass die Schmerzen wieder auftraten. Das hatte ich tatsächlich auch, es beunruhigte mich sehr.
Langsam sollten wir jedoch zurückgehen, denn es war nicht ganz ungefährlich in der Nacht und ich wollte meinen Partner und unser Kind in Sicherheit wissen. Deshalb stiegen wir auf das Pferd und ritten sofort los.

Der Brünette schlang seine Arme um meinen Bauch, legte seinen Kopf auf meine Schulter und schaute verträumt in die Ferne. Ich beobachtete ihn lächelnd aus den Augenwinkeln, während wir den Weg entlang ritten. In der Ferne konnte ich bereits den Hof erkennen und ein warmes Gefühl der Geborgenheit breitete sich in mir aus. Ich stellte mir vor, wie Tooru und ich gemeinsam hier leben und den Alltag meistern würden. Dabei würden wir unser Kind beim Wachsen beobachten, wie es laufen lernte, vor sich hin brabbelte, bis es sprechen konnte und viele weitere schöne Momente erleben. Ein warmes Kribbeln erfüllte mich bei dem Gedanken und ich seufzte zufrieden. Eine Hand löste ich vom Zügel, um sie auf Toorus Hände zu legen. Sanft strich ich darüber, was er mit einem sanften Lächeln und einem Kuss auf die Bissnarbe in meinem Nacken erwiderte.

"Mutter?", rief ich, als wir durch die Tür kamen und sie hinter mir schloss.
"Hajime? Was machst du denn hier? Mit dir habe ich gar nicht gerechnet", hörten wir meine Mutter aus dem Wohnzimmer zu uns kommen und sie sah dann noch überraschter aus, als sie Tooru neben mir entdeckte. "Tooru! Du bist ja auch da, wie schön!", freute sie sich und nahm ihn lächelnd in den Arm, drückte ihn leicht. Tooru freute sich ebenfalls und erwiderte die Umarmung. Das brachte mich zum Schmunzeln, bis ich beleidigt schmollte: "Und was ist mit mir? Freust du dich etwa nicht, mich zu sehen?", was mir von beiden mit einem belustigten Kichern quittiert wurde.
"Oww, mein Baby ist eifersüchtig", neckte mich meine Mutter, weshalb ich empört nach Luft schnappte. Frechheit!

"Ich bin überhaupt nicht eifersüchtig!", beschwerte ich mich beleidigt und verschränkte meine Arme vor der Brust. Tooru lachte amüsiert: "Oh, Iwalein~" Meine Mutter zog skeptisch eine Augenbraue hoch.
"Oh nein?", fragte sie lauernd und sah mich an, was mich etwas ängstigte, man wusste nie, was sie vorhatte. Sie schnappte sich Tooru, der kurz überrascht quietschte. "Dann ist es also in Ordnung, wenn ich ihn mir mal für einen Tag ausleihe?", grinste sie und schmiegte ihre Wange an Toorus, während sie durch sein lockiges Haar kraulte. Entsetzt schaute ich sie an, Tooru gehörte mir! Aber ich hatte jetzt keine große Lust auf solche Spielereien, denn mir kamen Toorus Schmerzen wieder in den Sinn, was viel wichtiger war.
"Nein, ist es nicht, aber wichtiger: Du musst nach dem Baby sehen!"
"Iwa, es geht uns gut!", rollte Kawa genervt die Augen. Meine Mutter wechselte den Blickkontakt zwischen dem König und mir, fragte nach, als keiner von uns weiter sprach: "Was ist mit dem Baby?", hörte ich den besorgten Unterton heraus.

"Tooru hatte vorhin plötzliche Schmerzen während des Abendessens mit seiner Familie", bei dem Wort Familie verzog Kawa das Gesicht. "Nun ja... was passiert ist, können wir morgen klären, aber es lief nicht gut. Und später, nachdem wir- ", hielt ich abrupt den Mund. Das Thema war mir vor meinen Eltern sehr unangenehm und das bemerkten sowohl Tooru als auch meine Eltern.
"Hajime~, du kannst deinen Eltern ruhig sagen, dass wir Se-" - "Halt den Mund, Kawa!", hielt ich ihm die Hand vor den Mund. Was für ein Plappermaul!
"Mutter, ich glaube, Tooru hat zu viel Stress. Aber angesichts dessen, was er alles durchmacht, ist das kein Wunder!", teilte ich meine Vermutung mit und ignorierte das von davor.
"Unsinn...", jammerte der Brünette beleidigt. Meine Mutter legte beide Hände auf seine Schultern, um seine volle Aufmerksamkeit zu bekommen.
"Hajime hat recht, Liebling. Das ist nicht gut, du solltest dich schonen und versuchen, Stress zu vermeiden."
Stress vermeiden? Dafür würde ich sorgen. Ich wusste, es könnte riskant sein, aber ihn weiterhin all dem Mist auszusetzen? Nicht, wenn ich es verhindern konnte!

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Am nächsten Morgen wurde ich durch sanftes Streicheln meiner Brust geweckt. Müde blinzelte ich und sah verschlafen zu Tooru, der meine Brust sanft küsste und kleine Kreise mit dem Finger zog, was mich zufrieden lächeln ließ. "Guten Morgen... schon so früh wach?", murmelte ich mit meiner rauen morgendlichen Stimme. "Früh wach? Es ist schon Mittag", kicherte er belustigt und ich sah ihn ungläubig an. Wie konnte es schon so spät sein? Daraufhin setzte ich mich aufrecht, rieb mir übers Gesicht und warf einen Blick aus dem Fenster. Tatsächlich.
"Warum hast du mich nicht geweckt?", fragte ich ihn und sah ihn an, während er den Kopf leicht schräg hielt, was unfassbar süß war.
"Habe ich doch", schmollte er. Wahrscheinlich war er selbst erst vor kurzer Zeit aufgewacht.
"Schon gut, ich dachte nur, du wärst vielleicht schon etwas länger wach. Es... war ein anstrengender Tag gestern."

Wir standen auf und zogen uns um. Als Tooru oberkörperfrei vor dem Spiegel stand, nutzte ich die Gelegenheit und schlang meine Arme um seinen kleinen runden Bauch und schmiegte mich von hinten an ihn. Küsste von seiner Schulter den Hals hinauf bis zu seiner Wange, auf welcher ich ebenfalls einen Kuss platzierte und ihn dann mit Schwung umdrehte.
"Ich liebe dich, Tooru", hauchte ich gegen seine rötlichen Lippen, bevor ich sie mit meinen verband. Von unseren Küssen bekam ich nie genug. Nach einem kichernden erwiderten "Ich dich auch", von Tooru zogen wir uns weiter um und gingen dann ins untere Stockwerk, wo wir gleich von meiner Mutter begrüßt wurden.
"Guten Morgen ihr zwei oder sollte ich guten Mittag sagen?", neckte sie uns, was mich seufzen ließ. Sie konnte es einfach nicht sein lassen, erst gestern wollte sie mir meinen Tooru wegnehmen!
"Wieso schmollst du, Hajime?", lachte sie und kniff mir in die Wange. Diese Frau konnte echt peinlich sein und das vor meinem Partner!
"Tu ich gar nicht!", meckerte ich und legte meinen Arm schützend um Tooru. Sie bemerkte es sofort und ließ es nicht unkommentiert: "Keine Angst, ich klau dir deinen Schatz nicht. Noch nicht", zwinkerte sie und streckte verspielt die Zunge raus. Was hieß hier noch nicht?
"Ich möchte lieber wissen, was gestern vorgefallen ist. Deine Familie hat sich doch sicher gefreut dich wiederzusehen, oder nicht?"
"Pah! Familie. Sie sind alles andere als das!", schnaufte er wütend und fing daraufhin an zu erzählen, was sein Vater ihm alles an den Kopf warf.

Meinen Eltern fiel beinahe die Kinnlade auf den Tisch, als Tooru seine Erzählung beendete. Es hatte ihnen die Sprache verschlagen, weshalb Mutter aufsprang und den König in die Arme nahm.
"Tooru, das ist furchtbar! Aber", sie sah ihm tief in die Augen und setzte ihr typisches Mutter Lächeln auf "du hast ja noch Hajime, Shizuma und mich. Wir sind für dich da und wenn du etwas auf dem Herzen hast, kannst du gerne zu mir kommen, ok?" Der Brünette nickte nur und kämpfte mit den Tränen, das konnte ich sehen, denn seine Unterlippe zitterte verdächtig.
"Jetzt frühstücken wir und dann machen wir uns einen entspannten Tag, während unsere Männer arbeiten. Was hältst du davon, Tooru?", schlug sie vor und gleichzeitig drehten mein Vater und ich unsere Köpfe zu ihr. Sie lächelte mich neckisch an und zog meinen Freund fester in ihre Arme.
"Vater, sie nimmt mir Tooru weg!", sagte ich entsetzt zu ihm. "Tu etwas!"
Alle drei begannen herzlich zu lachen, aber ich fand es überhaupt nicht lustig. Ich wollte mich um Tooru kümmern, schließlich war er mein Partner!

"Ich denke, es ist eine gute Idee, Hajime. Oikawa braucht Ruhe und ich deine Hilfe auf dem Hof."
"Wa- Nein! Also doch schon, aber-", sanft legten sich die Hände des Königs auf meine Wange.
"Schatz~, es ist doch nur für ein paar Stunden. Du willst doch, dass es mir und dem Baby gut geht."
"Natürlich, will ich das!", ich seufzte und stahl mir einen kurzen Kuss. "Na gut, für ein paar Stunden! Danach gehörst du für den Rest des Tages mir!"












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