Hajime Iwaizumi
Mitzunex3
Ich ließ die beiden alleine, damit sie sich endlich aussprechen konnten, denn so konnte es nicht weitergehen. Obwohl Tooru es nicht zugeben wollte, litten beide. Er war alles andere als begeistert, aber in seinen rehbraunen Augen blitzte immer wieder etwas auf, was mir zeigte, dass Takanori ihm wichtig war. Natürlich war ich überrascht, dass Toorus Bruder hier war, aber als ich den traurigen Blick sah, wie sehr er Tooru vermisste und bei ihm sein wollte, konnte ich ihn nicht einfach wegschicken. Inzwischen hatten sie alles geklärt und unterhielten sich lebhaft. Währenddessen bereitete ich das Abendessen vor, schnitt Gemüse und briet etwas Fisch. Mit drei gefüllten Tellern ging ich ins Schlafzimmer und öffnete die Tür vorsichtig mit meinem Fuß.
"Das Essen ist fertig", kündigte ich an. Der jüngere Oikawa stand vom Bett auf und half mir. Begeistert nahm er sich einen Teller und lobte mein zubereitetes Essen: "Das sieht köstlich aus."
"Natürlich sieht es lecker aus! Alles, was mein Iwalein kocht, ist fabelhaft!", erklärte er beleidigt seinem kleinen Bruder, was mir verlegen die Röte ins Gesicht trieb.
"Ach so besonders ist es nun auch nicht. Und dafür, dass du mein Essen so lobst, isst du zuwenig", tadelte ich ihn und er schmollte direkt, aber seufzte daraufhin und nahm mir den Teller ab. "Wenigstens ein bisschen", strich meine Hand sanft durch sein Haar und ich widmete mich meinem Essen. Tooru musste mehr essen, aber das restliche Gift schien zum größten Teil seinen Appetit zu blockieren. Makki sagte, dass er auf einem guten Weg war, bald alles abgebaut zu haben, dennoch schwächelte sein Körper noch zu sehr. Daher war ich wirklich stolz, als ich sah, dass sein Teller beinahe leer war. Das war auch der Zeitpunkt für Takanori, sich zu verabschieden und zum Schloss zurückzukehren. Er umarmte noch einmal seinen großen Bruder und versprach, bald wieder zu kommen.
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Ein paar Tage später erhielt ich einen Brief von meiner Mutter, in dem sie zustimmte, sich um Tooru zu kümmern und auf meine Ankunft wartete. Nachdem ich den Brief gelesen hatte, packte ich sofort einen kleinen Beutel mit Proviant.
"Haji, was machst du da?", erschrocken sah ich nach hinten, Tooru lehnte sich am Türrahmen und nickte zur Ledertasche. Dass er gestützt an der Wand oder am Türrahmen durch die Hütte lief, daran musste ich mich erst wieder gewöhnen. Wochenlang hatte er geschwächt im Bett gelegen, konnte sich weder aufsetzen noch aufstehen und herumlaufen. Ich freute mich, dass es ihm von Tag zu Tag besser ging. Dafür hatte ich viel zurückgesteckt und war völlig erschöpft, denn Tooru war im Moment wichtiger als ich.
"Erschreck mich nicht so. Ich packe sieht man doch", sagte ich grummelnd und wandte mich wieder dem Beutel zu, den ich verschloss.
"W-Wie du packst?" Panik war in seinen Augen zu sehen. Belustigt schnaufte ich. Das war doch nicht so gemeint.
"Ich habe dir doch erzählt, dass ich meine Mutter hierherhole. Dass sie mich unterstützt und nach dem Baby schaut."
Wir waren beide sehr besorgt, aber Tooru versuchte oft, stark zu sein und weinte, sobald er alleine war. Ich kannte ihn gut genug, um zu wissen, dass er mir keine Sorgen bereiten wollte.
"...ja", murmelte er und strich sich über den Bauch. Ein Seufzer entkam mir, während ich meine Tasche auf die Schulter nahm und auf ihn zukam. Vorsichtig sorgte ich dafür, dass er mich ansah und wischte eine einzelne Träne aus seinem Augenwinkel. Dann strich ich ihm die Haare hinter das Ohr und lächelte leicht, denn seine Haare waren gewachsen und hingen ihm nun öfter im Gesicht.
"Ich weiß, es ist unpassend, das zu sagen, aber... mach dir keine Sorgen, okay? Makki wird jeden Moment da sein, damit du nicht allein bist." Zärtlich küsste ich ihn und wir gingen gemeinsam nach draußen.
"Ich beeile mich und in zwei Tagen bin ich schon wieder hier", versprach ich ihm und stahl mir einen weiteren Kuss. "Ich liebe dich."
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Die Hälfte des Weges war ich gut vorangekommen und hatte nur eine kleine Pause eingelegt. Ich wollte so schnell wie möglich zurück zu Tooru und unserem ungeborenen Baby, weswegen ich Kiyoshi anspornte, etwas schneller zu laufen. Er schnaubte, aber nahm es hin. Die Sonne ging langsam am Horizont auf und ihr Licht erhellte alles. Ich würde erst am Nachmittag bei meinen Eltern ankommen. Meine Gedanken waren immer bei Kawa, hoffte, dass es ihm gut ginge. Aber ich merkte auch meine Müdigkeit, die sich bemerkbar machte, doch ich drängte sie weg. Dafür war keine Zeit.
Endlich sah ich den Hof und war froh, wieder hier zu sein. Ich band Kiyoshi vor der Tür fest, sprang herunter und klopfte an. Kurz darauf öffnete mein Vater die Tür und sah mich überrascht an, lächelte dann aber liebevoll.
"Hajime! Es ist schön, dich unversehrt zu sehen!", sagte er und umarmte mich direkt, was ich ohne zu zögern erwiderte.
"Ich freue mich auch, wieder hier zu sein. Wo ist Mutter?", fragte ich sofort. Ich wäre gerne für eine Nacht hier geblieben, aber ich wollte und musste heute zurück, denn die Ritter suchten sicher immer noch nach uns. Außerdem wollte ich zu Tooru zurück, ich vermisste ihn. Mein Vater ließ mich hinein und deutete auf die Küche, wo wir hingingen. Erleichtert warf sich meine Mutter in meine Arme und riss mich fast zu Boden.
"Ich habe dich so vermisst, mein Schatz, was machst du nur für Sachen!", schluchzte sie, und es brachte mich fast selbst zum Weinen, aber jetzt war keine Zeit dafür.
"Es tut mir leid, aber ich konnte es nicht länger ertragen. Später in der Hütte erzähle ich dir alles in Ruhe", sagte ich müde und rieb mir die Schläfen. Einen Tag musste ich noch durchhalten. Morgen konnte ich in den Armen meines Brünetten schlafen.
"Du siehst müde aus, schläfst du überhaupt?", fragte sie besorgt und ich verneinte.
"Schlecht bis gar nicht... ich muss mich um Tooru kümmern."
Ihre Hände umfassten meine Wangen und sie gab mir einen Kuss auf die linke.
"Sobald wir an eurem Versteck sind, musst du unbedingt schlafen! Wie willst du Tooru beschützen, wenn du übermüdet bist?"
Ja, sie hatte Recht. Für meine Liebsten brauchte ich einen klaren Kopf und den hatte ich momentan nicht. "Na los, du willst sicher zu deinem Omega zurück."
Unbedingt! Weswegen wir ihr Gepäck an Kiyoshi befestigten und uns von meinem Vater verabschiedeten.
"Bitte passt auf euch auf", sagte er, woraufhin ich nickte. Besonders auf meine Mutter natürlich.
Sie kuschelte sich an ihn und küsste ihn liebevoll, bevor sie hinter mir auf das Pferd stieg. Meine Eltern waren immer zusammen gewesen und jetzt würden sie eine Weile getrennt sein, das war sicherlich schwer für beide.
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Im Schatten des Thrones
FanfictionAls schwacher Omega und Prinz hat Oikawa keine große Wahl und wird wegen einer Vereinbarung seines Vaters und dem König Shiratorizawas mit diesem zwangsverheiratet. Wenig begeistert von seiner Situation, hat Oikawa scheinbar keine große Wahl. Doch d...
