Tooru Oikawa
Lexichanx3
Heute fühlte ich mich besonders gut, denn Hajime würde zurückkommen und bald würde ich Gewissheit haben, was mein Baby betraf. Ich wollte nicht negativ denken, denn mein Bauchgefühl sagte mir, dass es gegen das Gift kämpfte. Und wir würden es bald gemeinsam überstanden haben. Lächelnd strich ich mir über den runden Bauch und seufzte dennoch frustriert, als ich mich im Spiegel sah. Ich war dicker geworden und fand mich alles andere als attraktiv, dann störten mich meine sonst so wundervollen Haare, die mittlerweile nervig lang waren und ins Gesicht hingen. Sicherlich konnte Amisa sich darum kümmern, dann könnte ich eine Sache von meiner Liste der Dinge, die mich unattraktiv machten, streichen. Es fehlte nur noch diese lästige Kugel. Ich wusste, dass sich dort ein kleines Lebewesen befand und ich liebte es, aber es nervte mich trotzdem.
"Kleines, ich liebe dich wirklich sehr, aber könntest du bitte aufhören zu wachsen? Mama wird furchtbar dick und gefällt Papa nicht mehr!", beschwerte ich mich. Ich hörte ein Kichern und sah im Spiegel, wie Makki hinter mir versuchte, sein Lachen zu unterdrücken, aber es gelang ihm nicht.
"Warum lachst du so blöd?"
"Schimpfst du immer so viel mit deinem ungeborenen Kind? Außerdem denke ich, dass du andere Probleme hast als dass du zugenommen hast. Was übrigens völlig normal ist, Tooru", grinste er breit und klopfte mir aufmunternd auf die Schulter. Mir war bewusst, dass Gewichtszunahme in der Schwangerschaft dazugehörte, aber wusste ich, dass sie mich so unattraktiv machte? Nein, das wusste ich nicht!
"Was du nicht sagst! Trotzdem findet Iwa mich nicht mehr schön!", beschwerte ich mich beleidigt und betrachtete mich weiterhin im Spiegel.
"Und warum denkst du das?", fragte er nach und setzte sich auf das Bett, bereit, mir zuzuhören. Langsam schlenderte ich zu ihm und nahm neben ihm Platz, da ich merkte, wie unsicher meine Beine wurden.
"Schau mich doch an, Makki..."
"Ja, du bist schwanger und was ist daran so schlimm? Ich verstehe dein Problem nicht", zuckte er mit den Achseln.
"Lass gut sein, Makki, ich verstehe ihn genauso wenig."
Freudig drehte ich mich zu der vertrauten Stimme um, die sich gerade in unser Gespräch eingemischt hatte.
"Haji!", rief ich und stand auf, ohne meine wackeligen Beine zu beachten, und fiel meinem Knappen buchstäblich um den Hals.
"Ich habe dich vermisst!", küsste ich ihn über das Gesicht.
"Ich dich auch, Tooru. Sogar schrecklich", schmiegte er sich fester an mich. "Und rede dir nicht immer ein, dass ich dich unattraktiv finde, das stimmt nicht. Ich liebe dich und deinen Babybauch sehr", verband Hajime zärtlich unsere Lippen. Als ich sah, wie Amisa mit einem Lächeln das Zimmer betrat, löste ich mich von Haji und umarmte sie. Ich wollte nicht länger warten und fragte sie deshalb: "Kannst du nach dem Baby sehen?" Natürlich sollte sie erst einmal ankommen und meine Aufdringlichkeit war unhöflich, aber ich musste endlich Gewissheit haben. "Ja, dafür bin ich hier."
Makki verabschiedete sich daraufhin kurz und knapp und ließ uns drei alleine. Ich stieg ins Bett und lehnte mich gegen die Kopfstütze, während Haji sich auf meine rechte Seite setzte und unsere Finger verschränkte. Mit einem flatternden Herzen und schwitzigen Händen versuchte ich, meine Atmung ruhig zu halten. Ich hielt die Hand meines Partners fest, als Amisa mein Oberteil nach oben schob, um besser an meinen Bauch zu kommen. Mit geschickten Handgriffen drückte sie darauf herum und konzentrierte sich auf meinen Bauch. Es dauerte mir zu lange und machte mich wahnsinnig besorgt, dass meine Atmung und mein Herzschlag sich beschleunigten. Vielleicht wäre es besser gewesen, unwissend zu bleiben.
"Bitte hör auf, Amisa", bat ich sie mit zittriger Stimme. Sie schüttelte jedoch den Kopf: "Hab Geduld, Tooru. Das Kleine könnte schlafen, deshalb-", plötzlich hellte sich ihr Gesicht auf und sie schaute zu uns auf.
"Mutter, was ist?", fragte der Dunkelhaarige selbst mit den Nerven am Ende.
In diesem Moment spürte ich einen sanften Tritt. Meine Schultern sanken erleichtert nach unten und begannen zu zittern. Ich hielt eine Hand vor meinen Mund, um mein Schluchzen zu unterdrücken. Ich war froh, endlich wieder eine Bewegung zu spüren. Es war viel besser als der erste Tritt, denn ich wusste, dass mein Bauchgefühl richtig lag und das Kleine tapfer mit mir kämpfte.
"Kann mich bitte jemand aufklären?", sagte er verzweifelt und sah immer wieder zwischen seiner Mutter und mir hin und her. Er war völlig überfordert mit der Situation. Anstatt es ihm mit Worten zu erklären, legte ich seine Hand auf meinen Bauch, an der Stelle, wo das Baby hin und wieder trat. In seinem Gesicht breitete sich dieselbe Erleichterung aus wie bei Amisa und mir. Unser Baby war ein kleiner Kämpfer oder eine Kämpferin, aber egal was es war, ich konnte es kaum erwarten, wenn wir es überstanden hatten und ich mein Kind in den Armen halten konnte.
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Ein paar Tage vergingen und ich war beruhigt, dass auch mein Iwalein etwas Schlaf bekommen konnte. Auch ich fühlte mich immer besser, obwohl es Tage gab, an denen ich noch ein wenig schwächelte. Makki sagte, dass dies mehr mit der Schwangerschaft als mit dem Gift zusammenhing. Meine Freunde sagten mir, dass mein Körper noch eine Weile brauchen würde, um das Gift vollständig abzubauen, daher bekam ich weiterhin Medizin von ihnen. Bis dahin sollte ich natürlich vorsichtig sein und mich nicht überanstrengen.
Es war etwa zur Mittagszeit, als ich beschloss, mich noch eine Weile hinzulegen, während Amisa und Hajime das Essen zubereiteten. Nachdem ich hartnäckig darauf bestanden hatte, bei der Hausarbeit zu helfen, war ich nun erschöpft und wollte mich entspannen. Ich kuschelte mich in die Decke, strich wie immer über meinen Bauch und sprach mit meinem Baby, bis ich einschlief. Doch wurde ich sofort durch gedämpftes Geschrei geweckt und setzte mich auf. Was ist da unten los?, fragte ich mich und stieg vorsichtig aus dem Bett. Vom oberen Stockwerk aus hörte ich nur lautes Gemurmel und verstand nicht, worüber sie stritten, also schlich ich leise aus dem Schlafzimmer. Je näher ich der Küche kam, desto mehr verstand ich. Und das Thema gefiel mir überhaupt nicht. Ich schnaubte wütend, bevor ich auf Hajime zustampfte, um ihn zur Rede zu stellen.
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Im Schatten des Thrones
FanfictionAls schwacher Omega und Prinz hat Oikawa keine große Wahl und wird wegen einer Vereinbarung seines Vaters und dem König Shiratorizawas mit diesem zwangsverheiratet. Wenig begeistert von seiner Situation, hat Oikawa scheinbar keine große Wahl. Doch d...
