27-Entschuldigung angenommen

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Bryan und Jayden liegen auf dem Boden und prügeln sich, die beiden sehen schon ziemlich mitgenommen aus...ich weiß nicht, was mich eher schockt, die Tatsache, dass sich Jayden, dem ich eigentlich ein ruhiges Gemüt zugeschrieben hätte, sich mit Bryan prügelt, oder die Tatsache, dass alle bloß außen herum stehen und freudig zuschauen, ohne jegliche Versuche die beiden auseinander zu bringen. ,,Was wird das?", schreie ich, doch die beiden hören mich nicht. Ich überlege, ob ich dazwischen gehen soll, wahrscheinlich bekomme ich dann auch noch etwas ab, weshalb ich verzweifelt nach einer Lösung suche. Wenn die sich weiter so prügel schlagen und boxen, würgen und sonst was, dann kann das nicht gut ausgehen. ,,Bryan! Jayden!", Schreie ich so laut ich kann und alle Blicke richten sich auf mich. Ein Gemurmel geht durch die Reihe, und die beiden halten tatsächlich inne. Ich nutze den Moment und dränge mich zwischen sie. ,,Haut ab!", Schreie ich die Anderen an und sie verziehen sich langsam. ,,Sag mal was soll das?", schreie ich nun die beiden wütend an. ,,Das geht dich ein Dreck an!", schnauzt Bryan. ,,Er soll dich in Ruhe lassen!", sagt Jay mehr an Bryan gewandt  als an mich. Fragend blicke ich ihn an. ,,Was soll das denn jetzt heißen?", ich ziehe eine Augenbraue in die Höhe. ,,Immer kommt er dir dumm, er ist eine Last und soll sich endlich mal verpissen! Er hat hier nichts zu sagen und das muss er mal kapieren!", zischt Jay. Bryan lacht auf. ,,Pass auf was du sagst, sonst fängst du dir noch ein paar." ,,Jungs hört auf jetzt!", versuche ich sie zu beruhigen. Bryan schnaubt bloß und zischt ab zu seinem Auto. ,,Bryan! Bleib da!", schreie ich ihm hinter her, doch er ignoriert mich. Das habe ich ja mal wieder toll hinbekommen! ,,Jay, Bryan ist ein Freund von mir, genauso wie ihr, seht das ein, ihr müsst ja nicht zusammen im Sandkasten spielen, aber verprügeln müsst ihr euch auch nicht!" ,,Wir spielen nicht im Sandkasten. Das ist ernster Philine!", mit diesen Worten dreht sich auch Jayden um und fährt mit seinem Auto davon. Und ich stehe mal wieder als die Blöde alleine da. Und laufen darf ich auch noch, da Bryan, der mich ja heute Morgen mit genommen hat, schon gefahren ist. Ich schnaube wütend und mache mich demotiviert auf den Weg nach Hause. Als ich nach einer Dreiviertelstunde schnaufend vor der Haustür stehe, muss ich fest stellen, dass ich meinen Schlüssel bei Bryan liegen gelassen habe...kann der Tag eigentlich überhaupt schlimmer verlaufen...wohl er kaum. Ich seufze genervt auf. Da ich keine Lust habe, jetzt auch noch zu Bryan zu gehen, da ich erstens laufen müsste, und zweitens mich mit ihm unterhalten müsste, was ich nicht hinbekommen werde, da mich der Junge gerade auf hundertachtzig bringt, beschließe ich mich in die Einfahrt zu setzen und zu warten...also warte ich und warte und warte und warte und warte nochmal und warte ewig und warte...bis endlich Levy kommt. ,,Was machst du da?!", schnauzt er mich direkt an. ,,Chill.", sage ich genervt. Ich habe nämlich jetzt noch weniger Lust als sonst, auf sein dummes Getue. ,,Pass auf wie du mit mir redest! Also was machst du da?" ,,Nerv mich jetzt nicht und schließ auf, ich warte hier schon eine gute Stunde, bis mal endlich einer kommt!", mir ist es gerade sowas von egal, dass Levy mich vermutlich gleich Köpfen wird. ,,Und wo ist dein Schlüssel?", fragt er mich plötzlich ganz normal. Na also geht doch, man muss ihm nur ein paar mal frech die Stirn bieten und schon kann der Junge freundlichen sein. ,,Hab ihn vergessen." ,,Aha.", kommt es von ihm bloß, bevor er die Tür aufschließt. Drinnen schmeiße ich meine Tasche an die Wand und laufe ihn die Küche, wo ich mir gleich zwei meiner noch übrig gebliebenen Blaubeermuffins schnappe. ,,Die sind übrigens wirklich gut.", ertönt Levy's Stimme hinter mit. Ich drehe mich langsam um und nicke. ,,Ich weiß, danke.", antworte ich. ,,Philine?" Ich nicke wieder. Was ist bloß gerade mit ihm passiert, dass er jetzt doch plötzlich so nett ist? Irgendetwas läuft doch hier schief oder ist er einfach mal so lieb zu mir? ,,Was war heute in der Schule zwischen Bryan und Jayden?", fragt er mich. Ah er ist wahrscheinlich so nett, da er Informationen möchte. Ich zucke mit den Schultern. ,,Keine Ahnung." ,,Jetzt tu nicht so, du hast die beiden auseinander geholt,also was war da.", seine Stimme ist jetzt schon etwas energischer. Wieder zucke ich mit den Schultern. ,,Ich will es dir nicht sagen, nicht dass Jayden Ärger beko....", ich stoppe mitten im Satz. Vielleicht hätte ich das nicht sagen sollen. ,,Wieso sollte er Ärger bekommen?", Levy schaut mich verdutzt an. ,,Ähm egal.", sage ich und quetsche mich an ihm vorbei die Treppen hoch in mein Zimmer. Ich sollte Levy vielleicht nicht gerade auf die Nase binden, dass die Jungs mich eingeweiht haben, wie Levy so tickt und was er so mit den Jungs macht. Wobei ich immer noch nicht verstehe, wieso sie sich von ihm schlagen lassen, sie sind alle so groß, dass sie sich verteidigen können, das hat man ja heute wieder gesehen, wie sich Jay geprügelt hat. In meinem Zimmer, widme ich mich meinen Hausaufgaben und wiederhole den Stoff für Morgen. Danach schnappe ich mir kurze Sporthosen und ein Top, sowie meine Boxhandschuhe und meine Bandagen. Ich ziehe mich um und wickle die Bandagen um mein Handgelenk, bevor ich in die Handschuhe rein schlüpfe und in den Fitnessraum laufe, in dem ich mich mal wieder richtig auspowern möchte. Ich bin ein Mensch, der immer an seine äußerste Schmerzensgrenze geht und da ich lange schon nicht mehr trainiert habe, hat sich in mir eine enorme Power und Aggressivität angestaut, die ich jetzt auf einmal entlade. Nach zwei guten Stunden lasse ich mich müde auf den Boden gleiten und dehne mich zum Abschluss nochmal etwas. Ich bin ganz schön ungelenkig, dafür dass ich in Deutschland drei mal die Woche Ballettrainig hatte. Vielleicht sollte ich mir hier auch eine Ballettschule suchen und wieder trainieren gehen. Ich halte an der Idee fest und beschließe gleich heute Abend mit meinem Vater darüber zu reden. Langsam stehe ich auf und schleppe mich müde in mein Bad, wo ich mir Wasser in die Badewanne laufen lasse. Ich krame in meinem Wandschrank, bis ich ein Päckchen Schaumbad in der Hand halte, dass nach Erdbeeren riechen soll. Ich kippe die Packung in das dampfende Wasser und lasse noch etwas kaltes Wasser nach laufen. Vorsichtig gleite ich in das rosane Nass und genieße den Duft, den das Wasser im Raum verteilt. Ich schnappe mir mein Handy von der Anrichte neben der Badewanne, mache Musik an und schließe die Augen.

Ich öffne ruckartig die Augen, als ich ein lautes Klopfen höre. Verwundert schaue ich mich um, bis ich realisiere, dass ich immer noch in der Badewanne liege. Ich bin wohl eingeschlafen und jetzt versucht jemand ins Bad zu kommen. Ich schalte die Musik ab. ,,Ich komme!", rufe ich der Person vor der Badezimmertür zu und das Hämmern hört auf. Schnell schnappe ich mir ein Handtuch trockne mich ab und schlüpfe in frische Kleidung. Bevor ich die Tür öffne binde ich die Haare in einen Dutt. Vor mir steht Sam, der mich verwundert anblickt. ,,Ich soll dich zum Essen rufen!", sagt er genervt. Ich nicke bloß und ziehe mir noch flauschige Socken und einen Pullover an, bevor ich die Treppen nach unten in die Küche laufe. Meine Familie sitzt am Tisch und scheint auf mich zu warten. Ich setze mich dazu und meine Brüder stürzen sich wie wild auf die Pfannkuchen, die Sahne und das Obst, dass in der Mitte des Tisches steht. Ich schnappe mir auch einen Pfannkuchen, klatsche mir eine gefühlte Tonne Sahne drauf und schütte zur Krönung noch Blaubeeren auf die Sahne. ,,Dad?", frage ich mit vollem Mund und mein Vater, der mir gegenüber sitzt schaut mich mahnend an. Ich kaue fertig, bevor ich weiter rede. ,,Ich habe in Deutschland Ballett getanzt, kann ich vielleicht wieder Unterricht nehmen?" Mich schauen alle verwundert an. ,,Ballet...du?", rutscht es Conner raus, was ihn einen wütenden Blick von mir und einen strafenden Blick von Dad und Faya kostet. ,,Ja klar, wenn du das möchtest, wir können direkt heute schauen, was es für Balletschulen gibt, und welche raus suchen, die wir morgen besichtigen gehen werden.", er lächelt mich an und ich nicke begeistert. Wir essen alle fertig und danach schaue ich mit meinem Dad nach Ballettschulen. Ethan sitzt auf meinem Schoß und regt sich über die abstehenden Kleider der Ballerinas auf, man würde ja alles sehen können. Faya steht in der Küche und backt einen Kuchen und meine Brüder sind irgendwo hin verschwunden. Als wir uns drei Ballettschulen rausgesucht haben, gehe ich hoch in mein Zimmer, aber nicht ohne mir vorher noch ein Stück von Fayas leckerem noch warmen Kuchen zu stibitzen. Beim Treppen laufen merke ich den sich anbahnenden Muskelkater von meinem Training vorhin. Seufzend öffne ich die Tür zu meinem Zimmer und lasse mich auf mein Bett fallen. Ich habe keinen Plan, was ich machen soll und wie ich das Problem mit Bryan und Jayden lösen könnte. Ich starre an die Decke, bis sich meine Zimmertür leise öffnet. ,,Philine?" Ich schaue auf und blicke in die haselnussbraunen Augen von Jayden. ,,Mhmm.", mache ich. ,,Es tut mir leid wegen vorhin, ich hätte mich von Bryan nicht provozieren lassen dürfen.", er blickt auf den Boden. ,,Mach die Tür zu.", weise ich ihn an und er kommt meiner Aufforderung nach. Ich klopfe neben mich auf mein Bett und Jay setzt sich zu mir. ,,Was sollte das?", harke ich nun nach. ,,Er hat mich provoziert, meinte wir hätten deine Freundschaft nicht verdient und dass du zu ihm gehören würdest. Ich war sowieso schon gereizt, weil mir Ian auf die Nerven gegangen ist, wegen seiner kaputten Beziehung, die wenn du mich fragst, nie ganz war, und Bryan hat meiner Laune den Rest gegeben. Er hat die ganze Zeit so dumm gelacht und dann habe ich ihm halt eine rein gezogen...da war dann der Spaß zu Ende..." Ich blicke ihn wütend an. ,,Wieso lässt du dich so provozieren, du weist doch dass es Bryans Absicht ist, dich zur Weißglut zu bringen." Jay schnaubt. ,,Er ist ein Arsch und der einzige, der deine Freundschaft nicht verdient hat ist ja wohl er selbst.", regt er sich auf. ,,Das stimmt nicht, du kennst nur den Bryan, aus der Schule, den wirklichen Bryan habt ihr alle noch nie zu Gesicht bekommen...er ist ganz anders und er hat meine Freundschaft genauso verdient wie ihr alle. Ich bin keine Heilige und schon gar nicht irgendein Eigentum, dass es zu erwerben gilt.", sage ich aufgebracht. ,,Es tut mir wirklich leid.", sagt er nochmal und ich seufze. ,,Ja ist ok. Aber ich hätte einfach gerne, dass ihr besser mit einander auskommt. Ihr müsst euch doch nicht bei jeder Gelegenheit die Köpfe einschlagen oder?! Wenigstens aus dem Weg gehen könntet ihr euch...ihr müsst ja nicht die besten Sandkastenfreunde werden." Jay lacht auf. ,,Ja das würde denke ich auch in den nächsten hundert Jahren nicht passieren." Ich schenke ihm einen bösen Blick. ,,Ohne Vorurteile bitte. Du kannst doch garnicht wissen, ob ihr euch verstehen würdet." ,,Doch kann ich, wir würden uns bei näherem Kontakt umbringen, aber ich werde für dich versuchen ihm aus dem Weg zu gehen." Ich nicke zufrieden und Jay nimmt mich in den Arm. ,,Wie bist du eigentlich rein gekommen?", wechsle ich das Thema. ,,Dein Dad hat mich rein gelassen.", ich nicke. ,,Ich geh dann mal wieder.", Jay steht auf und ich nicke wieder. ,,Bis morgen.", ich stehe auf und schließe ihn nochmals in eine kurze Umarmung, bevor er geht und ich mich müde zurück in mein Kissenmeer fallen und schlafe kurz darauf ein.

Hier wieder ein Kapitel von mir das nächste Kapitel kommt schon morgen :) ich hoffe es gefällt und ich würde mich mal wieder über Kritik freuen egal ob positiv oder negativ und wie immer freue ich mich über ein paar Sternchen von euch....schönen Abend/Nacht noch.

Lg fluffyunicorn

From hell to paradise Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt