03 - Little Talks

14.8K 531 17
                                        

Chapter 03

Seine Lippen hinterließen ein angenehmes Prickeln auf meinen, jedoch war ich viel zu überrascht und überrumpelt, sodass ich einfach nur steif da stand und er sich schließlich von mir löste. Noch immer völlig verwirrt sah ich ihn an und spürte sämtliche Blicke auf uns, aber das Einzige was meine Aufmerksamkeit auf sich zog war der hübsche Junge vor mir. Ein unglaublich attraktives Lächeln zierte seine Lippen und als er sah wie sehr er mich mit seinem plötzlichen Kuss überrumpelt hatte, lachte er leise. Mein kompletter Verstand war vernebelt, sodass ich zu keiner richtigen Reaktion fähig war, ich konnte mich nicht einmal regen.

„Hi", sagte er schließlich mit einer angenehmen tiefen und rauen Stimme. Ich wollte gerade meinen Mund aufmachen, um ihn irgendwas zu fragen, aber da mein Kopf nach wie vor wie leergefegt war, ließ ich es lieber. Ich würde nichts mehr als gestammelte, zusammenhangslose Wörter heraus bringen und ich wollte mich nicht blamieren. „Ich muss leider schon wieder los, aber wir werden uns bestimmt noch mal sehen."

Er zwinkerte mir kurz zu, bevor er auf den Absatz kehrt machte und auf einen anderen Tisch zu steuerte, wo bereits Schüler saßen und ihn ebenfalls neugierig beäugten, so wie die ganze Mensa. Ich konnte einen Blick auf seine Rückseite erhaschen und natürlich wurde ich nicht enttäuscht. Es schien so, als würde er die Perfektion in Person sein.

Während ich einen Moment brauchte um mich zu sammeln, hatte er sich bereits elegant auf einen Stuhl fallen lassen. Kurz schüttelte ich meinen Kopf und lief mit wackligen Schritten zurück auf meinen Platz, vergessen war der Gedanke mir etwas zu essen zu holen. Um möglichst wenig Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen oder wenigstens den intensiven Blicken der Leute aus dem Weg zu gehen, richtete ich meinen Blick starr auf den verdreckten Boden und lief schnell zurück zu unserem Tisch. Sobald ich wieder saß, holte ich tief Luft und versuchte nicht daran zu denken, dass noch immer alle Blicke scharf auf meinen Rücken gerichtet waren, denn ich konnte mit allem umgehen – aber nicht mit Aufmerksamkeit.

Ich hob meinen Blick und sah, dass mich Kylie und Alec mit exakt den gleichen Blick ansahen, manchmal stellte sich mir die Frage, ob die beiden doch nicht irgendwie verwandt waren. Beide hatten einen entsetzten, aber fragenden Blick auf ihrem Gesicht und erwarteten von mir jetzt eine ausgiebige Erklärung, die ich ihnen aber nicht liefern konnte, schließlich wusste ich auch nicht was das gerade sollte.

„3 Wochen", sagte Kylie plötzlich und wand ihren Blick zu Alec, der nur wie wild seinen Kopf schüttelte und völlig entsetzt über ihre Aussage schien.

„2 Monate", gab er zurück und ich sah die beiden nur völlig verwirrt an, anscheinend hatte ich wieder irgendwas verpasst.

Die beiden nickten sich stumm zu und sahen dann wieder zu mir, weswegen ich meine Augen verdrehte und meinen Kopf auf die Tischplatte fallen ließ. Ein dumpfes Geräusch erklang und ich verzog leicht mein Gesicht, angesichts meiner Dummheit und des Schmerzes.

„Dir ist bewusst, dass du gerade in der Mitte der Mensa von dem neuen verdammt gutaussehenden Schüler geküsst worden bist oder?" Fragte Kylie und ich nickte leicht, während ich meinen Kopf noch immer versteckte. Ich zog in Erwägung die ganze Zeit so bleiben, so würde ich wenigstens keine neugierigen oder bösen Blicken begegnen. „Wie heißt er?"

„Ich habe absolut keine Ahnung", murmelte ich. „Er hat nur Hi gesagt und das er schon wieder weg muss."

„Wow", sagte Kylie anerkennend und widerstrebend hob ich meinen Blick, schließlich konnte ich mich nicht wie ein Kleinkind verhalten, auch wenn ich es gerne tun würde. „Wieso hat er das gemacht? Versteh mich nicht falsch, du bist verdammt heiß, aber trotzdem."

Schnaubend erwiderte ich nichts, da sie als beste Freundin verpflichtet war mir so etwas zu sagen. Kurz überlegte ich, ob ich ihn darauf ansprechen sollte – er konnte mich nicht einfach an sich ziehen und mich küssen, das ging nicht, egal wie gut er aussah. Jedoch verwarf ich diesen Gedanken schnell wieder, wahrscheinlich war es nur eine bescheuerte Wette oder sonst etwas, ich würde mich vor ihm bestimmt nicht blamieren. Diese Demütigung wollte ich mir ersparen.

„...das ist wirklich komisch", hörte ich Alec sagen und wurde somit aus meinen irren Gedanken gerissen.

„Was ist komisch?" Fragte ich direkt und Kylie lächelte mich strahlend an.

„Das er dich so leichtfertig anfassen konnte", erklärte sie und ich verdrehte noch ein weiteres Mal meine Augen.

Es war kein Geheimnis das ich es nicht mochte in Berührung mit anderen Menschen zu kommen, abgesehen von meiner Familie oder ihnen. Normalerweise schreckte ich zurück und mied so etwas, aber bei dem neuen war es nicht der Fall gewesen, bis eben hatte ich nicht einmal einen Gedanken daran verschwendet. Vielleicht war ich einfach zu geschockt gewesen um zu reagieren oder seine angenehme Körpertemperatur hatte mich dazu veranlasst mich wohlig zu fühlen und das hatte bis jetzt noch niemand geschafft, was vielleicht daran lag, dass meine kompletten Mitmenschen eine Eiseskälte besaßen und ich jedes Mal erschrocken zusammen zuckte, weil sie so kalt waren.

„Themawechsel", flötete Kylie, da sie bemerkte, dass ich mich dazu nicht weiter äußern wollte. „Am Freitag steigt eine riesen Party bei Daniel! Da müssen wir hingehen, ich hab gehört seine Eltern sind für einen Monat im Ausland und das will er natürlich direkt ausnutzen und feiern. Er hat ein riesiges Haus, ich bin mal mit im Ausgegangen wisst ihr noch? Vor einem Jahr, er hat wirklich ein gigantisches Haus, das wird super!"

Zweifelnd sah ich sie an und wollte gerade schon ansetzen, dass ich lieber zuhause bleiben wollte, anstatt auf eine Party zu gehen wo es nur so vor betrunkenen, kindlichen Jugendlichen wimmelte. Jedoch schob sie schmollend ihre Unterlippe vor und sah mich mit ihren großen blauen Augen bittend an. Mein Blick flog zu Alec, welchen ich eigentlich auf meiner Seite vermutet hätte, aber auch er sah mich mit den gleichen Gesichtsausdruck an, sodass ich mich zurücklehnte und stöhnend aufgab.

„Ist ja in Ordnung!" Rief ich und hob meine Hände. „Ich komme mit."

---------------
ich hoffe es gefällt euch (:
Emily Rudd als Kylie O'Malley

The Alpha's GirlGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt