Chapter 44
Vorsichtig ließ ich mich auf die abgenutzte, völlig zerstörte Bank der Tribüne fallen und richtete meinen Blick auf das Footballfeld. Gerade waren die Jungs erst dabei sich aufzuwärmen, während der Coach sie anschrie – typischer Footballcoach. Ich wollte gar nicht wissen, was sie als Strafe aufgetragen bekamen, wenn irgendwas nicht nach seiner Vorstellung verlief.
Natürlich fiel mir direkt Davin auf, welcher gerade dabei war sich aufzuwärmen und sich zu strecken. Sein Shirt rutschte deswegen hoch und ich biss mir auf die Lippen und wand schnell meinen Blick ab und sah zu Andrew, welcher mich grinsend ansah. Er winkte mir zu und schnitt eine blöde Grimasse, was dazu führte, dass der Couch ihm einen Schlag auf den Hinterkopf verpasste.
„Aufpassen Brooks, du bist der Captain, lass dich nicht ablenken!" Rief er und ich zuckte lachend mit der Schulter, als Andrew mich ein letztes Mal ansah.
Davin warf mir ebenfalls einen Blick zu, er war eindeutig verwirrt mich hier zu sehen, aber Andrew würde ihm schon noch mitteilen, dass ich hier war um mit ihm zu reden. Oder ich konnte es ihm selbst sagen – über die Entfernung hinweg. Da der Couch gerade mit Andrew beschäftigt war, sah ich wieder zu Davin, welcher immer noch zu mir sah.
„Kannst du mich hören?" Fragte ich leise und vernahm ein leichtes Nicken seinerseits, mit einem Lächeln auf dem Gesicht. „Hat Andrew dir gesagt, warum ich hier bin?"
Er schüttelte seinen Kopf, weswegen ich meine Hand vor dem Mund platzierte, damit es nicht völlig idiotisch aussah, wenn ich mit mir selbst redete.
„Ich möchte nach dem Training mit dir reden, geht das?"
Er nickte und auf sein Gesicht zeichnete sich ein nervöses Lächeln, was mich grinsen ließ, schließlich war es neu, dass Davin nervös war.
„Genug aufgewärmt, Aufmerksamkeit auf mich!" Schrie der Coach und widerwillig sah Davin weg. Ich stützte mein Kinn auf meine Hand ab und sah mit großen Augen dem folgenden Spektakel zu.
Der Coach scheuchte alle aufs Spielfeld und verdonnerte sie dazu ein paar Pässe zu werfen und welche abzuwehren, weswegen alle in zwei Teams aufgeteilt wurden. Andrew und Ethan waren in einem Team und standen somit Davin gegenüber. Dieser hatte jedoch seinen Blick wieder auf mich gerichtet und bekam somit nicht mit, wie Ethan angerannt kam und ihn zu Boden rang.
Ich verzog leicht mein Gesicht und konnte mir nicht vorstellen, wie Davin sich einfach so wieder aufrappeln konnte, wahrscheinlich wäre ich vor Schmerzen liegen geblieben und wäre nicht aufgestanden. Jedoch erinnerte ich mich daran, dass er ein Werwolf war, wahrscheinlich legte ihn nichts so schnell flach.
Immer wieder sah ich mit an, wie Davin von den beiden Jungs zu Boden gerungen wurde und ich verzog das ein oder andere Mal mein Gesicht, da es teilweise wirklich böse aussah. Irgendwann hatte der Coach dann genug und schrie herum und beendete somit das Training – natürlich nicht ohne Strafen zu verteilen. Während sich die Jungs alle murrend auf den Weg in die Duschen machten, steuerte Davin die Richtung zur Tribüne an und stieg diese ohne Probleme hoch.
Er ließ sich mit einem gewissen Abstand zu mir auf der Bank nieder und fing an mit seinen Fingern nervös zu spielen, jedoch riss er sich kurz darauf zusammen und verschränkte diese und legte sie in seinen Schoß.
„Wie wurdest du zum Werwolf?" Fragte ich leise und sah mich darauf um, schließlich wolle ich nicht, dass irgendwer unsere Unterhaltung belauschte.
„Ich wurde so geboren, ich habe mich mit 12 Jahren das erste Mal verwandelt", antwortete er und fuhr sich durch seine braunen Haare, die ihm völlig nass vom Training im Gesicht lagen.
„Was bedeutet das überhaupt alles?"
„Ich bin ein Alpha, ich hab meine Kraft niemanden gestohlen, ich wurde so geboren und hab mir mit der Zeit mein Rudel aufgebaut, beziehungsweise habe sie sich mir angeschlossen. Als Alpha leite ich das Rudel und die anderen hören auf mich. Andrew wurde gebissen, weswegen er es schwieriger hat sich unter Kontrolle zu halten, insbesondere an Vollmond, wenn unsere Kraft am stärksten ist. Ich verwandele mich in keinen ganzen Werwolf wenn ich das nicht möchte. Zudem sind wir stark, schnell, sehen besser, unser Geruchssinn ist verbessert und wir heilen viel leichter als Menschen. Wenn man nicht ausgerechnet ein Jäger ist merkt man überhaupt nicht dass wir übernatürlich sind, weil wir sehr menschlich sind. Wir sind keine Monster, wir beschützen die Leute."
„Das hat mir Andrew bereits gesagt, also das mit dem beschützen", murmelte ich und sah auf meinen Schoß, während ich versuchte, das Gesagte zu verarbeiten. „Was meinst du mit hineingeboren? Was ist wirklich mit deinen Eltern passiert?"
„Sie sind wirklich gestorben und ich wohne wirklich bei meiner Tante – aber sie sind nicht einfach so gestorben, sie wurden umgebracht, von Jägern. Meine Eltern haben mich verteidigt, damit ich abhauen konnte, sie haben ihr Leben geopfert damit sie mich retten konnten. Sie sind gestorben für mich. Sie waren ebenfalls Werwölfe, deswegen bin ich einer und ich habe mir geschworen niemanden mehr sterben zu lassen durch die Hand eines Jägers. Und jetzt schwebst du in Gefahr, ich weiß nicht wie Bryan tickt – aber wenn er nur halbwegs so skrupellos ist wie seine Eltern, dann sollten wir uns auf etwas gefasst machen. Ich will dich nur beschützen Isabelle wirklich, ich wünschte ich hätte dich in das Ganze hier nicht mit hinein gezogen, aber ich hatte die absurde Idee gehabt, dass du ja nichts davon wissen müsstest, dass ich ein Werwolf bin."
„Du hättest es mir verschwiegen dass du ein Werwolf bist?"
„Wenn es zu deinem Schutz gewesen wäre, was eindeutig der Fall gewesen wäre – dann ja."
Ich biss mir auf die Lippe und rutschte letztendlich zu Davin, denn plötzlich stiegen Bilder in meinen Kopf auf. Ein kleiner Davin, der mit ansehen musste, wie seine Eltern angegriffen wurden und ihm sagten, dass er verschwinden sollte. Und wie er letztendlich herausfand, dass sie tot waren und sich für ihn geopfert haben. Ohne groß nachzudenken verschränkte ich unsere Hände miteinander und setzte auf seinen Handrücken einen kleinen, sanften Kuss.
„Das tut mir alles so leid, wirklich", hauchte ich und er schlang seinen Arm um meine Hüfte, um mich noch ein Stückchen näher zu sich zu ziehen.
„Ist es ein Problem dass ich ein Werwolf bin?"
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ich hoffe es gefällt euch (: xx
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The Alpha's Girl
Loup-garouEin Kuss und alles veränderte sich. - Der beliebteste Anfang einer wunderschönen, friedlichen Liebesgeschichte. Als Isabelle Jenkins ohne jegliche Vorwarnung von dem neuen Jungen ihrer High School geküsst wurde, ging ihr dieser Satz als erstes durc...
