Magdalena schien ihr Zögern zu spüren, hob den Kopf und lächelte matt.
„Ihr zwei...“, setzte sie an.
Einen Moment lang dachte Clary, die Eiserne Schwester würde nun etwas sagen wie:
Sie könne gar nicht verstehen, warum Sebastian und Clary überhaupt zusammen bei ihr aufgetaucht waren;
sie habe doch gehört, dass sie einander hassen würden.
Und dass Jocelyns Tochter eine Schattenjägerin sei,
während Valentins Sohn ein Verbrecher war.
Doch Magdalena schüttelte nur den Kopf. „Mon Dieu“, stieß sie hervor,
„ihr zwei seid euren Eltern wirklich wie aus dem Gesicht geschnitten.“
~City of Lost Souls~
Zoey
Liebes Tagebuch,
heute ist wieder ein sehr lebendiger Tag für meine Kleine. Sie tritt ständig gegen meine Bauchdecke, also würde sie Stepptanz machen. Ich kann ihr kaum böse sein. Es muss furchtbar langweilig in dieser ‚Dunkelkammer‘ sein.
Den ganzen Tag schwimmt man in Flüssigkeit und schläft, oder wenn man nicht schläft, ja was macht man dann?
Schon komisch, dass die Erinnerungen eines Kindes erst nach der Geburt kommen und selbst an die ersten Jahre kann man sich kaum erinnern. Oder vergessen wir es einfach wieder?
Nun auf jeden Fall scheint ihr langweilig zu sein.
Richard hat sie schon Trotzkopf getauft. Denn immer wenn er mir nahe kommt und wir uns küssen, fängt sie an mit treten. Ich muss jedes Mal lächeln, wenn ich daran denke, wie sie sich später ein mal störrisch auf den Boden wirft, um unsere Aufmerksamkeit zu bekommen.
Ich hoffe, dass sie eine starke Persönlichkeit wird. Dass sie nicht jeden x-beliebigen Mann hinterher läuft, um danach mit gebrochenen Herzen da zu sitzen. Vielleicht wird sie einmal in die Politik gehen? Oder sie wird eine Tänzerin, wild und frei auf einer Bühne eins mit der Musik und den Bewegungen ihres Körpers.
All diese Vorstellungen lenken mich ab. Sie lassen mich vergessen, dass ich meine Krankheit an sie weitergeben könnte oder dass meine Diagnosen vom Arzt nicht so gut aussehen.
Mein Gesundheitszustand verbessert sich natürlich nicht, aber leider wurde er in den letzten Tagen immer schlechter. Richard lässt mich gar nicht mehr aus dem Haus.
Er ist der festen Meinung, dass es mein Herz nur zu sehr belastet.
In der Wohnung zu sitzen ist furchtbar langweilig und nun ja momentan langweilen mein Baby und ich uns wohl beide.
~ Ellie ~
Das Erste was ich wahrnahm, waren die vorbeifahrenden Autos. Es klang kurzzeitig, wie das Rauschen des Meeres, jedoch waren immer wieder Lärmspitzen, von anfahrenden Autos zu hören.
Noch ehe ich richtig wach war, wusste ich, dass wir nicht in London waren.
Klar, auch da gab es vermehrt Verkehrslärm, aber er hörte sich anders an und als nun auch noch eine Sirene aufheulte, kam ich mir seltsam fremd vor.
Mein Körper rutschte näher an eine Wärmequelle heran und mein vom Schlaf vernebeltes Gehirn, schien gar nicht aufwachen zu wollen.
Ich schwirrte in einer angenehmen dösigen Wolke von nicht fassbaren Gedanken.
Es war fast schon beflügelnd und ich wäre fast wieder eingeschlafen.
Dazu kam es natürlich nicht, denn die Hupe eines Autos ertönte. Der Lautstärke nach zu urteilen, musste das Fahrzeug direkt vor dem Hotel stehen.
Müde blinzelte ich und blickte direkt in die schwarzen Augen von Jonathan.
Alle Erinnerungen stürmten auf mich ein, als würden sie in seinen schwarzen Augen abgespielt werden, wie ein Fernseher. Erschreckt fuhr ich zusammen, denn nun bemerkte ich auch, dass die Wärmequelle Jonathan selbst war und dass mein Kopf auf seinem Schoß gebettet war.
Schnell setzte mich auf und bemerkte, wie sein Blick sich ein Stück weit verdüsterte.
Man konnte fast meinen, dass das gar nicht mehr möglich war. Er strahlte schon solch eine Finsternis aus, das ich augenblicklich eine Gänsehaut bekam.
Hastig rutschte ich nach hinten, dabei fielen einige Kissen vom Sofa. Wir saßen uns direkt gegenüber, er auf der einen Seite des Sofas und ich auf der Anderen.
Schweigend starrte ich in seine Augen und er beobachtete mich ebenfalls.
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Das zweite Gesicht
FanfictionZoey hatte sich immer als gutes Mittelmaß betrachtet. Doch seit einigen Wochen war sie nur noch diejenige mit der Krankheit. Nachdem sie an einem regnerischen Tag in London erst einen riesigen blutrünstigen Hund begegnet und dann auch noch ein blond...
