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Kapitel 43

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Clary holte tief Luft.
Sie erinnerte sich wieder an ein Café in Paris, 
wo sie Sebastian an einem kleinem Tisch gegenübergesessen und er gesagt hatte:
Denkst du, das du mir verzeihen kannst?
Ich meine, glaubst du, dass für jemanden wie mich Vergebung überhaupt möglich ist?
Was glaubst du, wie es wohl wäre, wenn Valentin dich zusammen mit mir aufgezogen hätte?
Hättest du mich dann geliebt?
"Ich hasse dich nicht", sagte sie schließlich. "Ich hasse Sebastian. Dich kenne ich nicht."
~City Of Heavenly Fire~


Irgendwann hatten wir uns doch hingesetzt. In diesem Moment kam gerade einer der Wachen wieder und zog seine Stele hervor. Ich hörte Magnus nur genervt aufseufzen und schaute fragend zu Clary, die mir leise flüsternd erklärte, dass sie das taten damit Magnus uns nicht alle frei zaubern konnte. „Nicht, dass ich darauf scharf wäre mir noch mehr Ärger einzuhandeln“, setzte er noch hinzu und kaute gelangweilt auf seinen Nägeln herum. 
„Kannst du mir alle vorstellen?“, fragte ich Clary unsicher. „Ja, ja sicher, und ähm... du kannst dich wirklich an gar nichts erinnern?“, hakte sie nochmals verwundert nach. „Nur an meinen Namen“, lächelte ich bitter und zuckte mit den Schultern. „Ich versteh das nicht. Irgendwas muss ich falsch gemacht haben.“ „Clarissa, es ist nicht deine Schuld“, murmelte Jonathan neben mir erschöpft. „Ja, aber, sowas passiert doch normalerweise nicht.“ „Es kann alles mögliche dabei passieren. Zoey hätte es auch einfach nicht überleben können“, erwiderte er ernst und warf uns einen musternden Blick zu. 

Clary biss sich auf die Unterlippe und schien mit sich zu hadern, ob sie noch etwas sagen sollte. Dann seufzte sie nach einigen Minuten auf und beugte sich näher zu mir. „Also das ist Magnus Bane, daneben sitzt sein Freund Alec Lightwood und neben ihm Isabelle Lightwood. Das...“ Sie zögerte kurz, schüttelte ihren Kopf, als wollte sie einen unangenehmen Gedanken loswerden und fuhr dann fort. „Das ist Jace Herondale, er...“, wieder stockte sie und sah unsicher auf ihre Hände. Mir kam plötzlich ein Bild der Beiden in meinen Kopf, wo sie Händchen hielten. „Er ist dein Freund, oder?“, fragte ich leise. „Wo... woher, weißt du das?“, fragte sie erschrocken. Ich wollte nicht sagen, dass ich mich genau an das erinnert hatte, deswegen murmelte ich nur: „War geraten. Er schaut dich auch andauernd an, wenn du gerade nicht hinsiehst.“ Was nicht einmal gelogen war, Jace Blick glitt tatsächlich ständig zu uns. Clary sah mich nur verwirrt an, während Jonathans Blick mich förmlich zu durchbohren versuchte.
„Tja und ähm Simon ist mein bester Freund und Jonathan mein Bruder“, fuhr sie stockend fort und kratzte sich fahrig am Oberschenkel. 
Dann schwiegen wir wieder. 

Nach einer Weile hörte ich Alec und Magnus leise miteinander reden. Das Gemurmel war so beruhigend, dass ich immer müder wurde und mich wunderte, dass die Anderen nicht mal die Anstalten machten ihre Augen zu schließen. 
„Ich hätte jetzt gern ein Latte Machiato“, murmelte Simon. „Und ein paar Scones. Was würdest nehmen, Clare?“ Sie zuckte mit den Schultern. „Eher ein Schnitzel, dass was sie uns bisher aufgetischt haben, sah aus wie Porridge und schmeckte wie Graupensuppe.“ „Wie widerlich. Ich hab eine bessere Unterkunft bekommen.Vermutlich der Undschuldige-Mundie-Bonus“, grinste er und stieß Clary an. „Unschuldig?“, spielte sie mit und grinste ebenfalls. „Hast du etwa im 5-Sterne Hotel genächtigt?“ „Ganz so gut war‘s dann doch nicht. Ich war bei Jocy und Luke.“ Sie stöhnte frustriert auf und rieb sich die Augen. „Oh, bitte nicht. Sie sind ausgerastet, oder?“, fragte sie mit einem bitteren Ton in ihrer Stimme. „Sie schienen eher damit überfordert zu sein und deine Mom hatte Luke ebenfalls nichts verraten. Keine Ahnung, ob sie wenigstens jetzt mit der Sprache rausrückt.“ „Oh man...“ „Schnitzel also? Was gibt‘s dazu Champignons?“ Clary verzog ihren Mund und schlug ihm gegen den Oberarm. „Du weißt doch, wie sehr ich Pilze hasse.“ Dann brach eine hitzige Diskussion über die Vor- und Nachteile von Pilzen aus.

„Du hast gelogen, oder?“, murmelte Jonathan leise. Er lehnte mit dem Kopf an der dreckigen, feuchten Mauer hinter ihm und hatte seine Augen geschlossen. Seine hellen Haare bildeten einen seltsamen Kontrast zu dem dunklen Kerker. Ich rückte ein wenig näher an ihn heran und legte meinen Kopf auf seine Schulter ab. Kurz versteifte er sich, ehe er behutsam seinen Arm um meine Schultern legte. Er war warm und dass ich sein Herz ruhig schlagen hören konnte, beruhigte mich ungemein. 
„Ja, aber ich weiß nicht, ob es eine einmalige Sache war. Ich möchte keine falschen Hoffnungen machen“, flüsterte ich leise.
Bevor meine Augen zufielen, konnte ich noch sehen, wie Jace mich anstarrte. Vielleicht starrte er auch uns Beide an, weil er nicht damit rechnete, dass Jonathan jemanden umarmen könnte. Und bevor ich einschlief, hatte ich genau dieses Bild vor Augen, wie Jonathan mich umarmte, während ich scheinbar wegen irgendetwas weinte. 

Das zweite GesichtGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt