Du isst deine Eier ja gar nicht." Sebastian war um die Küchentheke herumgekommen
und musterte sie mit hochgezogenen Augenbrauen.
Ein schwacher Akzent färbte seine Worte, eine Mischung aus der
Sprachmelodie der Bewohner von Idris und einem eher britischen Akzent.
Clary fragte sich, ob er das bisher besser versteckt hatte
Oder ob es ihr einfach nur nicht aufgefallen war.
~City of Lost Souls~
Jemand rüttelte an meiner Schulter, vermutlich mein Vater, der wollte, dass ich endlich aufstand um ihm Frühstück zu machen. Gähnend murmelte ich im Halbschlaf: „Gleich, Vater. Oh man ich hatte so einen absurden Traum. Da war ein Dämon, der aussah wie ein Hund und dann diese Männer... Halbengel und..." Mir blieben meine Worte im Hals stecken, als ich meine Augen öffnete und in das Gesicht von Jonathan blickte, der mit hochgezogener Augenbraue und mit verschränkten Armen vor meiner Betthälfte stand. „Oh nein.", rutschte es mir heraus. Er war schon vollständig angezogen und mit seinen Waffen behangen, seine Miene war wie gestern kalt und unnahbar. „Hier, mach dich fertig und zieh das an. Wir müssen in einer Stunde weiter." Er warf mir ein Bündel Klamotten entgegen und verschwand dann aus dem Zimmer.
Ich seufzte. Als erstes brauchte ich meine Tabletten.
Unsicher blickte ich, nachdem ich meine halbtägliche Dosis genommen hatte, in die beiden Dosen und zählte.
Noch ein paar Tage würde ich damit hinreichen.
‚Wird die Herzinsuffizienz dauerhaft behandelt und passen die Patienten ihren Lebensstil an die Empfehlungen ihres Arztes an, besteht generell eine gute Prognose.'
Mit Lebensstil anpassen, war sicherlich nicht gemeint, dass ich von einem Halbengel entführt wurde und anfing Dämonen zu sehen. Mal abgesehen davon, dass wir von anderen Halbengeln verfolgt worden, wie hießen die nochmal Nephilim? Könnte eigentlich ein Name für eine Modemarke sein.
Unachtsam ließ ich die Klamotten auf dem Bett liegen und begutachtete diese erst nach der Dusche UND nachdem ich meine alten Klamotten wohl oder übel in den Mülleimer geworfen hatte.
Am liebsten hätte ich sie gleich wieder herausgeholt.
Diese Bluse und dieser Rock sahen irgendwie stark nach Hotelpersonal aus.
Aber das wirklich Schlimme daran war, dass die Kleidung so figurbetont war und ich mittlerweile durch die Ernährungsumstellung und Medikamente dürr geworden war. Wo wir schon beim Thema waren, suchend blickte ich mich um. Eigentlich musste ich mich jeden Tag wiegen, damit ich rechtzeitig bemerkte, wenn sich Wasser in meiner Lunge, Beine oder auch Bauch ansammelte.
Aber die meisten Gäste waren ja hier um Urlaub zu machen und nicht um sich zu wiegen, dementsprechend konnte ich auch keine Waage entdecken.
Gerade als ich mir die weiße leicht durchscheinende Bluse überstreifte, kam der Blonde wieder in das Zimmer gestürmt, obwohl konnte man das überhaupt so nennen, wenn er schnellen galanten Bewegungen den Raum durchquerte?
„Wir müssen los.", war sein einziger Kommentar, nur kurz hatte er einen Blick auf mich geworfen.
Eigentlich war ich ganz froh, dass er nichts zu meiner schwarzen Spitzenunterwäsche sagte.
Auch wenn ich wenigstens ein neues Unterhöschen bevorzugt hätte, hätte ich es zeitgleich verstörend gefunden, wenn dies bei der Kleidung dabei gewesen wäre.
Ich biss also in den sauren Apfel und zog mich fertig an. Ich verzog meinen Mund als mein Blick zu meinen Füßen glitt, die Chucks zu der Seidenstrumpfhose sahen einfach lächerlich aus.
Skeptisch blickte ich nach oben, direkt in Jonathans Gesicht.
„Wir könnten es eventuell einrichten dir was zu Kaufen."
Ich nickte, Er hatte einen Gegenstand hervor geholt, den ich fast als Stift betitelt hätte. Doch dieser Stift war dicker und aus diesem hellen Stein, wie das Schwert von gestern.
Und es war unten in Metall gefasst und mit Schnörkeln verziert.
„Was ist das?", fragte ich neugierig, als er gerade die Spitze dieses Dinges auf seinen blanken Unterarm absetzte. „Hm?", irritiert blickte er hoch. Ich deutete auf das Ding. „Eine Stele.", brummte er. Wirklich kommunikativ war er jedenfalls nicht. Da er auch nichts weiter dazu sagte, schaute ich ihm einfach verblüfft zu, wie schwarze Linien leicht dampfend aus der Spitze glitten und sich in seine Haut brannten. Damit machte er also diese Runen? Nur was bedeutete das wohl? Völlig fasziniert trat ich einen Schritt vor, um einen besseren Blick auf seinen Unterarm zu erhaschen.
Es schien wehzutun, denn er hatte seine Hand zur Faust geballt. Verrückt.
Würde ich jemals aus diesem seltsamen Traum aufwachen?
Er wiederholte diese Prozedur auf seinen anderen Arm, aber er malte ein anderes Muster. Dann steckte er die Stele in eine Halterung an seinem Gürtel und blickte mich abwartend, mit einer hochgezogenen Augenbraue, an. Eilig griff ich nach meiner Umhängetasche und nach der Regenjacke.
Dann passierte etwas noch Merkwürdigeres. Er machte eine kleine unscheinbare Bewegung an seinem Finger und es erschien vor ihm ein blau schimmerndes Oval in der Luft.
Friedlich schlug die Oberfläche Wellen und das in der Senkrechten?!
Mein lautloses „woah" brachte Jonathan wieder dazu dieses Eine-Augenbraue-Hochzieh-Ding zu machen und ich kam mir echt dämlich vor. Aber wirklich, das war doch nicht mehr normal?
Also nicht das mit der Augenbraue, sondern, dieses Ganze... Zeug, erst diese Ste.. was auch immer und dann diese gruselige Flüßigkeit, die auch noch aus einem... ich beugte mich näher zu ihm... Ring kam?
Klar, total normal, da konnte er mich schon mal ungläubig ansehen.
„Ein Portal, falls du fragen wolltest.", kam es von ihm abschätzig.
„Hatte ich nicht vor.", grummelte ich beleidigt.
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Das zweite Gesicht
FanfictionZoey hatte sich immer als gutes Mittelmaß betrachtet. Doch seit einigen Wochen war sie nur noch diejenige mit der Krankheit. Nachdem sie an einem regnerischen Tag in London erst einen riesigen blutrünstigen Hund begegnet und dann auch noch ein blond...
