Louis:
Er war tatsächlich eingeschlafen. Und dieses Mal schien sein Kopf entspannt genug gewesen zu sein, um einen Traum zu fabrizieren.
Er hatte von der Nacht geträumt, in der Harry verwandelt worden war und wie damals hatte die Angst ihm die Kehle zugeschnürt. Harrys Rufe klangen noch in seinen Ohren wieder, als er die Augen aufschlug und schwer atmend gegen den Lattenrost blickte, der sich direkt über ihm befand.
Noch immer lag er neben Zayn im Bettkasten und fragte sich gerade, was ihn geweckt hatte, als er den Blick seines Freundes auffing, der amüsiert aussah. "Was ist, wieso grinst du so?", fragte Louis verwirrt und Zayn hob den Finger an die Lippen, nickte zur Zimmertür hin und schwieg. Mit gespitzten Ohren lauschte Louis und hörte Schritte, die sich näherten. Liam war es nicht, seine Schritte waren schwerer und er ging langsamer. Es konnte als nur Elisabeth sein. "Sie kommt hierher...das wird lustig, wenn sie das Zimmer sieht", war von Zayns Lippen abzulesen. Er gab keinen Ton von sich, damit Elisabeth sie nicht hören konnte. Neugierig rutschen die beiden näher an die Seitenwand des Bettkastens heran und lugten durch den schmalen Spalt ins Zimmer.
Es klopfte an der Tür und weil sie nicht antworteten, wurde die Klinke heruntergedrückt und die Kaiserin betrat den Raum.
Louis und Zayn konnten zwar lediglich ihre Schuhe und den Saum ihres Kleides sehen, doch das war genug. Sie blieb wie angewurzelt stehen, als sie einen Blick auf das Chaos erhascht hatte. "Was ist hier geschehen?", hörte man sie murmeln und sie betrat wachsam das Zimmer. Die beiden Vampire im Bettkasten tauschten Blicke aus. Sollten sie einfach still hier liegenbleiben und warten, bis die Kaiserin wieder gegangen war? Aber früher oder später würden sie ihr unter die Augen treten müssen. Und dann würde sie unangenehme Fragen stellen. "Was ist denn hier passiert?", ertönte nun eine zweite Stimme. Dieses mal war es wirklich Liam und auch seine Stiefel tauchten im Blickfeld auf. "Dein Freund scheint sich nicht sonderlich gut im Griff zu haben, wenn er mein Mobiliar auf diese Weise zerstört", sagte Elisabeth und drehte sich zu Liam um. "Ich habe Zayn noch nie so wütend gesehen, ich glaube nicht, dass er dazu im Stande wäre...", fing Liam an und Louis hob überrascht die Augenbrauen.
Liam nahm Zayn in Schutz? Das waren ja ganz neue Töne.
"Wer soll es denn sonst gewesen sein?", fragte Elisabeth. Offenbar ermutigt durch Liams Aussage, ruckelte Zayn am Bettkasten und quetschte sich durch den schmalen Spalt hindurch ins Freie. Louis beeilte sich, ihm zu folgen und wenig später standen sie vor der Kaiserin auf dem mit Federn überzogenen Fußboden. Elisabeth, die kleiner als Zayn war, hob das Kinn und sah ihn von oben herab an. "Hast du diese Unordnung hier verursacht?", fragte sie und Zayn zuckte nur mit den Schultern. "Sie hat dich was gefragt, da kannst du nicht einfach nur mit den Schultern zucken", bemerkte Liam entrüstet und sah Zayn ungläubig an. "Sie ist eine Kaiserin." "Sie ist aber nicht MEINE Kaiserin, also reg dich ab Liam", motzte Zayn und beachtete Elisabeth nicht, die wütend die Nasenflügel aufgebläht hatte, weil man ihr keine Beachtung schenkte.
Louis zog die Schultern hoch und blickte zwischen den dreien hin und her. Hier war eindeutig zuviel schlechte Laune im Raum und er stand daneben und wusste nicht genau, wie er sich verhalten sollte.
"Ihr seid Gäste in meinem Haus, es steht euch in keinster Weise zu, so mit den euch zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten umzugehen. Das ist respektlos und zeugt von äußerst schlechten Manieren", zürnte Elisabeth und erlangte so wieder die Aufmerksamkeit Zayns, der sich von Liam abwandte und sie ausdruckslos ansah. "Nun, dann habe ich wohl eine sehr schlechte Kinderstube genossen, aber Sie ahnen gar nicht, wie egal mir das im Augenblick ist, Majestät. Ich habe durchaus andere Dinge im Kopf."
"Das sollte dir nicht egal sein Zayn, wo sollen wir denn hin, wenn sie uns deinetwegen rauswerfen sollte?", fragte Liam bissig und blickte die Kaiserin unsicher an. Natürlich hatte er Angst, dass sie ihnen einen weiteren Aufenthalt im Schloss untersagen würde. Louis hätte am liebsten genervt aufgestöhnt, denn er wusste, dass es Liam in seiner momentanen Phase offenbar nur darum ging, bei dieser schönen Frau zu landen. Und das ging nicht, wenn Zayn sich so aufführte.
"Du kannst ja gerne hier bleiben und ihr weiterhin in den Arsch kriechen, wenn du willst. Aber ich halte das nicht länger aus. Ist dir vielleicht in den Sinn gekommen, dass du der Grund bist, weshalb ich mich so aufführe? Ach nein, was für eine doofe Frage. Dein Hirn kriegt solche Gedankengänge gar nicht auf die Kette, ich vergaß", fauchte Zayn und als Liam die Schultern zuckte, drehte er sich um und griff nach seiner Jacke. "Das war mir fast schon klar. Ich habe hier nichts mehr verloren."
"Allerdings. Ich verweise dich des Schlosses, junger Mann. So ein Verhalten dulde ich nicht unter meinem Dach." Elisabeths Stimme war hoch geworden und sie kreischte fast. Zayn schlüpfte grob in seine Jacke, packte Louis am Arm, dem es gerade noch gelang, seine eigene Jacke vom Bett zu ziehen und wandte sich Elisabeth zu. Nase an Nase standen sie da und sahen sich an. "Ich scheiß' drauf. Wir gehen. Komm, Lou."
Mit schweren Schritten trampelte Zayn hinaus auf dem Flur und polterte dann die Treppe hinunter in die Eingangshalle. Er lief so schnell, dass er fast den alten Butler umwarf, der aus einer Seitentür kam und ihnen beinahe in den Weg trat.
Das alte Portal der Burg knallte laut, als Zayn es hinter ihnen zuwarf. Louis machte sich ruckartig los, als sie auf dem Kies des Vorplatzes standen. "Jetzt lass mich los!" Zayn folgte ihm sofort und wandte sich zu Louis um, während er rückwärts weiterging. "Was? Was schaust du mich so an,Lou? Liam scheint sich entschieden zu haben. Er kann hier bleiben. Ich brauche ihn nicht." "Das klang gestern aber noch anders. Zayn, wir können ihn hier nicht lassen. Was, wenn er uns folgen will und uns nicht wieder findet? Womöglich ergeht es dir bald schon wie Harry und mir." Louis konnte nicht anders, als bittend zu klingen, wärend er mitansehen musste, dass sich in den dunklen Augen seines Freundes langsam aber sicher Tränen sammelten. "Zayn...es fällt dir schwer zu gehen...ich sehe es dir doch an..."
"Ich kann hier nicht bleiben und dabei zusehen, wie er sie anschmachtet. Das halte ich nicht aus Louis. Wenn er es eingesehen hat, dann wird er uns folgen." Was für eine leichtsinnige Annahme. Sie wussten doch nicht mal selbst, wohin sie gehen wollten. "Und wohin willst du?", fragte Louis und hielt mit Zayn Schritt, indem er ein wenig rannte. "Wir nehmen den Zug nach London. Irgendwo in diesem Nichts muss es doch noch eine intakte Bahnlinie geben." Zayn klang, als hätte er diesen Plan schon eine ganze Weile im Kopf und war nun fest entschlossen, ihn in die Tat umzusetzen, doch Louis erschloss sich nicht ganz, wie er darauf kam, ausgerechnet in die Hauptstadt zu fahren. Seine Frage schien ihm auf der Stirn geschrieben zu stehen, denn Zayn wischte sich nur über die Augen und sagte: "Du hast im Schlaf geredet und du hast irgendwas vom Globe gefaselt. Ich habe mir gedacht, dass Harry vielleicht nach London gegangen sein könnte, weil er hofft, dass du denselben Einfall hast. Immerhin hat im Globe euer gemeinsames Leben erst richtig angefangen. Es ist eure erste richtige Verbindung."
Bei diesen Worten war es Louis, der den Tränen nah war. Er hatte in den letzten Tagen gedacht, dass sich Zayn nur mit seinen Gefühlen für Liam beschäftigte. Aber offenbar hatte sein Freund sich auch Gedanken darüber gemacht, wie sie Harry wieder finden könnten, und das rührte Louis so sehr, dass er Zayn um den Hals fiel.
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Also ich bin ja eigentlich kein Ziam Shipper, aber hier mag ich die zwei wirklich gerne
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Umzug mit Folgen II
FanfictionTeil zwei von Umzug mit Folgen! Das Jahr 2175. Es gab Krieg. Amerika hat gegen Russland gekämpft. England kam durch den Brexit noch ganz gut weg, aber die Menschheit hat sich zurückentwickelt. Sie werden abergläubisch und das ist für die Vampire in...
